von Redaktion
Zwei Jahre Dauersperrung: Bonner Vorlandbrücke nicht mehr zu retten
Betroffen vor allem der Rhein-Sieg-Kreis - Strombrücke dagegen voll funktionstüchtig
Die linksrheinische Vorlandbrücke der Bonner Nordbrücke muss abgerissen und neu gebaut werden. Das teilte das Bundesverkehrsministerium am 19. Juni mit. Die Schäden seien zu massiv, um sie weiter zu erhalten und für den Verkehr freizugeben, heißt es in der Mitteilung. Damit bleibt auch die bestehende Sperrung für die Straßen unter der Brücke bestehen. Erst in etwa zwei Jahren soll der Verkehr wieder fließen können.
Die Rheinbrücke Bonn-Nord ist ein Brückenzug - ein System aus drei zusammenhängenden Bauwerken: Auf der linksrheinischen Seite führt die 660 Meter lange Vorlandbrücke als Hochstraße aus Spannbeton zur eigentlichen Strombrücke über den Rhein. Diese Strombrücke und auch die rechtsrheinische Vorlandbrücke können weiterhin Pkw- und Lkw-Verkehr tragen. Das gilt nun aber nicht mehr für die Vorlandbrücke.
Große Belastung für die Menschen der Rhein-Sieg-Region
„Es ist eine schwierige, aber notwendige Entscheidung", teilte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder mit. Die Sperrung bedeutet für die Menschen und Unternehmen in der Region eine große Belastung. "Deshalb wollen wir keine Zeit verlieren und starten sofort mit den notwendigen Vorbereitungen", so das Mitglied des Bundeskabinetts.
Mitte Juli soll Schnieder zufolge der Zuschlag für den Abbruch der alten Brücke erfolgen. "Noch in diesem Jahr wird die Vergabe der neuen Brücke beauftragt", führt der Bundesverkehrsminister weiter aus. Danach wird es zwei Jahre dauern, bis die neue Brücke steht. "Unser Ziel ist es, dass wir diese wichtige Verkehrsader zügig wiederherstellen", sagte Schnieder.
Lenkungskreis zur schnellen Umsetzung des Projekts gebildet
Laut Dr. Michael Güntner, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Autobahn GmbH (Foto oben: Autobahn GmbH), ist der sofortige Ersatzneubau für die Region der schnellste Weg, um die gesamte Nordbrücke wieder verlässlich nutzbar zu machen. "Wir werden daher bei der Ausschreibung das Kriterium der Schnelligkeit zum wichtigen Wertungskriterium machen", versprach er. Die Ausschreibung soll als funktionale Ausschreibung so ausgestaltet sein, dass Planung und Bau zusammen vergeben werden. "Bauwirtschaft und Bauindustrie können so die besten und vor allem schnellsten baulichen Lösungen anbieten", ist sich Güntner sicher.
Bundesverkehrsministerium, das Land Nordrhein-Westfalen, die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis arbeiten nun mit der Autobahn GmbH in einem Lenkungskreis zusammen, um das Ziel schneller und koordinierter Lösungen umzusetzen. Die Autobahn GmbH des Bundes wird kurzfristig ein Baukonzept entwickeln und die weiteren Schritte im Lenkungskreis vorstellen.
Sperrung der Friedrich-Ebert-Brücke seit 3. Juni
Bereits am 3. Juni ist der auch Friedrich-Ebert-Brücke genannte Bauwerkszug vorsorglich für den Verkehr gesperrt worden. Aktuelle Brückenprüfungen hatten strukturelle Schäden am Tragwerk der Vorlandbrücke festgestellt. Für den über den Strom führenden Bauwerksteil haben sich dagegen die Befürchtungen, von ähnlichen Schäden betroffen zu sein, nicht bestätigt. Die Rheinquerung (Foto: Autobahn GmbH) bleibt damit auch "in den nächsten Jahren erhalten und standsicher", so die Autobahn GmbH.
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