von Jasch Zacharias
Auch Gewerkschaften warnen vor zu viel Staat beim Bauen
Studie: Gründung von Wohnungsbaugesellschaft des Bundes ist teuer, ineffektiv und rechtlich bedenklich
Die Gründung einer Wohnungsbaugesellschaft des Bundes als Antwort des Staates auf eine durch bürokratische Auflagen und Kostenexplosion größtenteils selbst verursachte Krise des Wohnungsbaus in Deutschland: Dass sich so etwas Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Bundesbauministerin Verena Hubertz (beide SPD) ausgedacht haben, wundert
eingefleischte Kritiker linker Finanz-und Wirtschaftspolitik eigentlich nicht.
Geduldig und pragmatisch-tolerant wartet auch die Bauwirtschaft auf das konkrete Konzept dazu, das Ministerin Hubertz im Herbst vorlegen will. Denn noch im Mai, beim
„Tag der Bauindustrie“, hatten die beiden Vertreter der Bundesregierung aufkeimende Kritik aus der Branche am Rednerpult kategorisch zurückgewiesen, der Staat wolle
Auch die Gewerkschaften warnen vor zu viel Staat beim Bauen Studie: Gründung von Wohnungsbaugesellschaft des Bundes ist teuer, ineffektiv und rechtlich bedenklich
Ob sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz und seine CDU im Bundestag von der Idee einer Wohnungsbaugesellschaft des Bundes begeistern lassen?
Wohnungsbau: Gewerkschaftsnahe Ökonomen empfehlen neue Förderprogramme
Vor dem gemeinsamen Beschluss des Sondervermögens von CDU und SPD inklusive staatlicher Rekordverschuldung hätten besagte eingefleischte Kritiker das jedenfalls für absurd erachtet. Jetzt können diese sich da längst nicht mehr so sicher sein. Gewarnt sein sollten die Anhänger staatlich-interventionistischer Wirtschaftspolitik jedenfalls von neuesten Ergebnissen einer Studie des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), über die das „Handelsblatt“ berichtete. Sie kommt zu dem Schluss, dass die Gründung einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft eine „zu teure, ineffektive und sogar verfassungsrechtlich bedenkliche“ Lösung zur Ankurbelung des Wohnungsbaus
sei. Neue und bessere Förderprogramme auflegen – das empfehlen die Gewerkschafts-Ökonomen stattdessen. Wenn selbst die das sagen....
Bild: Die Idee staatlicher Wohnungsbaugesellschaften ist nicht neu in der deutschen Geschichte: In Halle-Neustadt (Sachsen-Anhalt) hatte zwischen 1964 und 1980 ein Wohnungsbaukombinat (WBK) den komplett neuen Stadtteil mit Wohnungen für mehr als 90.000 Einwohner errichtet. (Foto: Pixabay)
von Jasch Zacharias
Erschienen in Ausgabe: Oktober | Seite 1