von Gastautor

Aus der Krise zum Aufbruch - Wohnungsbau am Wendepunkt

Kalksandsteinindustrie blickt optimistisch auf das gerade begonnene Jahr 2026

Unter dem Leitgedanken  "Wohnungsbau 2026: Vom Hoffen zum Handeln" wagt Jan Dietrich Radmacher, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Kalksandsteinindustrie, einen optimistischen Ausblick für die Branche auf das Jahr 2026. Unter anderem die Wiedereinführung der EH55-Förderung sowie die vom Bundesbauministerium angekündigte Förderung des "Gebäudetyps E" seien insbesondere für Kalksandsteinunternehmen  besonders positive Signale.

"Vier Jahre Baukrise liegen hinter uns. Vier Jahre, die unserer Branche, aber vor allem den Menschen, die bezahlbaren Wohnraum suchen, viel abverlangt haben. Doch wenn ich auf das Jahr 2026 blicke, sehe ich keinen Grund mehr für Resignation. Im Gegenteil: Nach der langen Durststrecke zeichnet sich nicht nur die Notwendigkeit, sondern die reale Chance für eine Trendwende ab. Wir als Kalksandsteinindustrie schauen nach vorn.

Der Optimismus, den wir für das kommende Jahr verspüren, ist kein Zweckoptimismus. Er speist sich aus der Überzeugung, dass entscheidende politische Weichenstellungen – wenn auch spät – endlich in die richtige Richtung weisen. Die Lähmung im Wohnungsbau ist überwindbar.

Verlässlichkeit schlägt Maximalforderung

Ein zentraler Hebel hierfür ist die Rückkehr zur ökonomischen Vernunft. Die Wiedereinführung der EH-55-Förderung war ein wichtiges und absolut richtiges Signal. Es ist das längst überfällige Eingeständnis, dass Klimaschutz im Gebäudesektor nur funktioniert, wenn er finanzierbar bleibt. Nicht nur aus Sicht der Kalksandsteinindustrie wäre die dauerhafte Fortführung des EH-55-Standards im mehrgeschossigen Wohnungsbau der logische nächste Schritt. Bezahlbares Wohnen kann ohne wirtschaftlich darstellbare Standards nicht funktionieren.

Was Investoren, Wohnungsbaugesellschaften und private Bauherren für 2026 am dringendsten brauchen, ist keine neue Subventionsspitze, sondern Planbarkeit. Das ständige „Stop-and-Go“ der Förderkulissen hat in der Vergangenheit Vertrauen zerstört. Verlässliche Standards sind die Währung, mit der wir dieses Vertrauen zurückkaufen.

Einfach bauen heißt besser bauen

Besonders große Hoffnungen setzen wir auf den Durchbruch des „Gebäudetyps E“. Diese Initiative für das einfache Bauen rennt bei uns offene Türen ein. Wir müssen weg von der überkomplexen, wartungsintensiven Haustechnik, und zurück zu enttechnisierten, langlebigen und robusten Konstruktionen. Das macht nachhaltiges Bauen in der Breite erst möglich.

Für uns als Kalksandsteinindustrie ist das ein Heimspiel. Unser Material bringt von Haus aus die bauphysikalischen Qualitäten mit, die der Gebäudetyp E fordert: massive Wände, hoher Schallschutz, natürliche Temperaturregulierung – ganz ohne Technik-Overkill. Einfachheit ist für uns kein Verzicht, sondern ein Qualitätsmerkmal.

Nachhaltigkeit durch Beweis, nicht durch Versprechen

Auch in der anhaltenden Nachhaltigkeitsdiskussion gehen wir mit breiter Brust in das neue Jahr. Wir müssen die ökologische Eignung unseres Materials nicht erst theoretisch herleiten; wir stellen sie seit Jahrzehnten auf der Baustelle unter Beweis. Regionale Rohstoffe, energiesparende Härtung, volle Recyclingfähigkeit: Es ist kein Zufall, dass die Kalksandsteinbauweise nun im zwölften Jahr in Folge ihre Marktführerschaft im mehrgeschossigen Wohnungsbau behauptet. Das ist das Votum der Praxis für einen Baustoff, der Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit vereint.

Der Bau-Turbo muss zünden

Natürlich bleibt viel zu tun. Der politisch beschlossene „Bau-Turbo“ kann nur wirken, wenn alle Beteiligten – Kommunen, Ämter und Bauwirtschaft – ihn auch als Werkzeug begreifen und nutzen. Wir brauchen diesen Schulterschluss.

Für 2026 gilt: Die politischen Rahmenbedingungen bieten endlich wieder Chancen. Die Produkte sind da, die Kapazitäten sind vorhanden. Die Kalksandsteinindustrie steht bereit, ihren Beitrag zu leisten, damit aus Bedarf wieder Bauleistung wird. Lassen Sie uns das Jahr 2026 gemeinsam zum Jahr des Aufbruchs machen", meint Radmacher.

Bild: Jan Dietrich Radmacher (Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie e.V./ Henning Stauch)

von Gastautor

Erschienen in Ausgabe: online

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