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Wirtschaftsleistung in Deutschland geht zurück

Bedarf an Bauleistungen in Deutschland ist immens, doch der Branche fehlen verlässliche Rahmenbedingungen

Die Wirtschaftsleistung hat in Deutschland im Jahr 2023 um 0,3 Prozent abgenommen. Das geht aus dem Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung hervor, die heute im Bundestag vorgestellt worden ist. Für das Jahr 2024 wird demnach ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,2 Prozent erwartet. Das ist weniger, als in der Herbstprojektion des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz angenommen worden war. Damals ging die Bundesregierung von einem BIP-Wachstum um 1,3 Prozent in diesem Jahr aus. Bauindustrie (HDB) und Baugewerbe (ZDB) forderten Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), der den Bericht im Bundestag vortrug, angesichts der großen Bedeutung der Bauwirtschaft für die Volkswirtschaft zu entschlossenerem Handeln auf.

Bauindustrie-Präsident Peter Hübner: "Bauindustrie baut Fundament des Wohlstands"

Die Bauindustrie baut das Fundament unseres Wohlstands. Völlig zurecht wird im Jahreswirtschaftsbericht von Bundeswirtschaftsminister Habeck die volkswirtschaftliche Relevanz der Baubranche betont. Die öffentliche Verkehrs- und Energieinfrastruktur ist zentral für die Produktivität der deutschen Wirtschaft und die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger. Nur durch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum kann die Lebensqualität in unserem Land als wichtige Standort- und Wachstumsvoraussetzung erhöht werden. Was allerdings passiert, wenn Bauleistungen – vor allem im Wohnungsbau – zurückgehen, zeigt sich leider in der enormen negativen Auswirkung der schwachen Baukonjunktur auf die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts. Dabei ist der Bedarf an Bauleistungen in allen Bereichen unserer Infrastruktur gigantisch.

Wir nehmen die Bundesregierung deshalb beim Wort, dass Investitionen in die öffentliche Infrastruktur sowie Anreize für private Investitionen Priorität haben müssen. Im Wohnungsbau sowie in der Verkehrsinfrastruktur ist die Bundesregierung zwar dabei, den Investitionshebel umzulegen. Damit unsere Branche mit rund einer Million Beschäftigten und einem BIP-Anteil von über zehn Prozent aber wieder zur Konjunkturlokomotive werden kann, muss die Politik für eine verlässliche Investitionsperspektive in den kommenden Jahren sorgen und die Leistungsfähigkeit unserer Unternehmen durch strukturelle Veränderungen bei Planungs- und Genehmigungsverfahren, im Vergaberecht oder für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft flankieren. Eine konsequente Digitalisierung von Planungs- und Bauprozessen gehört ebenso dazu wie der Mut, mit innovativen Ansätzen klimaverträgliches Bauen zu fördern. Unsere Vorschläge dazu liegen auf dem Tisch. Das Wort der Stunde lautet „Machen“ statt „Zweifeln“. Nur wer vorangeht und Veränderungen gutheißt, kann auch Zukunft. Unsere Bauunternehmen stehen für diese Zukunft.“

   Baugewerbe-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa: "Wachstumsimpulse sind notwendig"

„Die deutsche Wirtschaft lahmt – das Ergebnis des Jahreswirtschaftsberichtes erstaunt nicht. Wachstumsimpulse werden dringend benötigt. Das gilt auch für den Wohnungsbau. Gut ist, dass dieser nun ausführlich im Jahreswirtschaftsbericht gewürdigt wird. Wohnungsbau gehört zur Daseinsvorsorge und der Bedarf ist weiterhin riesig. Deshalb müssen hier dringend Investitionsanreize gesetzt werden.

Hier hat auch der Vermittlungsausschuss heute eine wichtige Hausaufgabe zu erledigen. Wir erwarten eine Einigung bei der degressiven Afa und eine zügige Umsetzung. Der aktuelle Schwebezustand führt zu nichts als Attentismus und den kann der Wohnungsmarkt gerade nicht verkraften. Niemand erteilt jetzt einen Bauauftrag, bevor nicht Klarheit über die steuerlichen Rahmenbedingungen herrscht.

Die Bauunternehmer des Baugewerbes, die für 85 Prozent des Wohnungsbaus stehen, brauchen Klarheit über verlässliche Rahmen- und Förderbedingungen. Das ist auch die Voraussetzung dafür, dass die Fachkräfte gehalten werden können. Nur dann können die Unternehmen auch in Zukunft mit voller Kraft die Wohnungen bauen, die so dringend benötigt werden!“

 

Foto: Pixabay

 

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Erschienen in Ausgabe: online

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