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Werkeröffnung v.l.n.r.: Dr. Miloš Stefanović (Bürgschaftsbank Brandenburg), Gottfried Richter (Amtsdirektor von Massen), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Firmeninhaber Heiko Zemmler, Landrat Siegurd Heinze, und Thomas Zenker (Bürgermeister von Großräschen).  (Foto: Dietmar Puttins)
Werkeröffnung v.l.n.r.: Dr. Miloš Stefanović (Bürgschaftsbank Brandenburg), Gottfried Richter (Amtsdirektor von Massen), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski, Firmeninhaber Heiko Zemmler, Landrat Siegurd Heinze, und Thomas Zenker (Bürgermeister von Großräschen). (Foto: Dietmar Puttins)

„Wir werden die Produktion verdoppeln"

Zemmler Siebanlagen GmbH: Doppeltrommel-Siebanlagen-Hersteller und Anlagenbauer eröffnet neues Werk in Massen-Niederlausitz

Großräschen/Massen – „Am Mute hängt der Erfolg“, hieß es in der Einladung. Mit diesem Zitat von Heinrich Theodor Fontane lud am 16. März Sieb­anlagen-Hersteller Heiko Zemmler (45) Partner, Händler, Kunden und Politiker der Region zur Einweihung des neuen Werks der Zemmler Siebanlagen GmbH in Massen/Niederlausitz (Land Brandenburg) ein. Erklärt das Zitat Zemmlers Erfolg? Vielleicht. Auf jeden Fall konnte Heiko Zemmler im Jahr 2007 nicht sicher sein, ob sich sein „Joker“ – das Prinzip der schon einmal in den 1950er Jahren gebauten und gescheiterten DoppeltrommelSiebanlage – im deutschen Markt durchsetzen würde. Hat es aber. Ergebnis: Zemmler will weltweit expandieren.

In einer Garage als Werkstatt samt kleinem Büro hatte Zemmler im Jahr 2000 als Einzelkämpfer seine Unternehmung gestartet: Sieb­anlagen-Vermietung, Ersatzteil- und Reparaturservice, Gebraucht- und Neumaschinenhandel.
Heute beschäftigt er auf einem 34.000 Quadratmeter großen Firmenareal im Industriepark Massen 50 Mitarbeiter in einem Werk mit vier Hallen (9.800 Quadratmeter Produktionsfläche), von denen drei bisher genutzt werden.
Bis zu 60 Doppeltrommelsiebanlagen der Marke „Zemmler Multi Screen“ lässt Zemmler inzwischen pro Jahr herstellen: Aktuell sind es sechs Maschinentypen in der Gewichtsklasse von 1,8 bis zirka 25 Tonnen. Je nach Größe und Ausstattung (radmobil, mit Kettenlaufwerk, mit Kufen oder stationär) haben die Anlagen einen Preis zwischen 30.000 Euro (kleinste stationäre Anlage) und 220.000 Euro.
„Am Mute hängt der Erfolg“. Ein kleine dänische Firma hatte in den 1990er Jahren das Prinzip der Doppeltrommelsiebanlage weiter verfolgt. Und wie das Leben so spielt: Heiko Zemmler kam vorbei. Er erkannte das Potential, baute am Prototypen mit und erwarb diesen. Jetzt schickt er sich an, mit den daraus weiter entwickelten Produkten nachhaltig zu expandieren.
Sei es in Norwegen, in Lichtenstein, in Chile, Südafrika oder in Japan: Überall erkennen die Anwender den Mehrfachnutzen der Zemmler-Maschinen, mit deren Doppeltrommeln sich in einem Arbeitsgang unterschiedlichste Materialien in drei Fraktionen sieben lassen. Das ist so im Markt sonst nicht die Norm. Oder, um es mit einem „echten Zemmler“ zu sagen: „Mit uns können Sie einmal mehr!“

Nach der Eröffnungs sprach DER BAUUNTERNEHMER (DBU) mit dem Firmenchef über Produkte, Messeauftritt und seine Zukunftspläne.
DBU: Herr Zemmler, Sie erzielen mit einer Maschine drei, ja sogar vier Fraktionen?
Heiko Zemmler: Richtig. Unser Alleinstellungsmerkmal ist ganz klar unsere Doppeltrommel-Technologie. Wir bekommen drei Fraktionen in einem Arbeitsgang und müssen dafür nicht die Trommeln austauschen, sondern nur die Drahtsiebbeläge, mit denen wir hohe Flexibilität erzielen. Man kann die Innentrommel wahlweise bespannen, die Außentrommel ebenso, und hat ganz unterschiedliche Siebbespannungen für unterschiedlichste Fraktionen. Das beginnt bei 0,2 Millimeter Körnung, wo Stoffe wie etwa Asche oder Edelsplitte gesiebt werden, bis hin zu den gröberen Sachen – 80, 90,100 Millimeter, wo man Bauschutt oder Ersatzbrennstoffe recycelt.

DBU: Wie viel Siebanlagen planen Sie, in diesem Jahr zu produzieren?
Heiko Zemmler: Auch wenn wir unser Ziel, den Produktionsschwerpunkt von den kleinen Maschinen mehr hin zu den großen Maschinen zu verlagern, weiterverfolgen, so wird es uns gelingen, 70 bis 80 Maschinen in diesem Jahr herzustellen.

DBU: Wie zeigt Ihr Unternehmen auf der recycling aktiv Flagge?
Heiko Zemmler: Wir werden eine große Maschine ausstellen, eine MS 5200. Wir werden zwar keine Demo-Fläche haben, aber uns ist es wenigstens noch gelungen, einen Stand zu bekommen. Wir werden uns in die Richtung präsentieren, dass wir eine Maschine für EBS-Ersatzbrennstoffe und Holzhackschnitzel und ähnliche Themen in den Fokus rücken. Gleiches gilt mit Blick auf die Gesteins- und Erden-Industrie, der wir aufzeigen werden, dass wir eine Aufbereitung für alle Bereiche haben.

DBU: Wer sind Ihre Abnehmer?
Heiko Zemmler: GaLaBau-Betriebe, Tiefbaufirmen, Kiesgrubenbetreiber, Straßenbauunternehmen, Containerdienste. Inzwischen zählen auch ganz viel Recycler zu unseren Kunden.
Alles was deponiefähig ist, wird heutzutage aufbereitet, denn die Deponie-Ressourcen sind begrenzt und unheimlich teuer und dann kommen noch die Transportkosten dazu. Unsere Maschinen sind hingegen direkt vor Ort, wo der Müll anfällt. Wir minimieren die nicht mehr einzusetzenden Materialien. Das Meiste wird wirklich recycelt und wiederverwendet.

DBU: Wie sieht Ihre Vision für nächsten Jahre aus?
Heiko Zemmler: Ich denke, wir werden wesentlich weiter wachsen. Wir werden die Produktion auf alle Fälle verdoppeln und den Weltmarkt nach und nach angehen.
Und: Wir wollen diese Stückzahlen mit großen Maschinen und kleinen Maschinen erreichen. Der Bedarf ist in allen Bereichen da.
Ich möchte die einzelnen, sporadischen Verkäufe mit Händlerschaften untermauern und jedes Jahr eine kontinuierliche Abnahme erreichen. Wir haben Händler, die bis zu 15 Maschinen pro Jahr verkaufen. Diese stehen auch erst am Anfang, denn die Marke „Zemmler Multi Screen“ musste erst aufgebaut werden. Heute sind wir als Marke präsent und bei Ausschreibungen mit anderen großen Herstellern auf Augenhöhe.
Ich denke die wichtigsten Schritte sind getan. Wir werden weltweit expandieren und agieren. Die Produktionsbedingungen am Standort Massen geben es auch her, und Ausbaureserven haben wir zudem. Von der Betriebsstättenrichtlinie her ist es hier möglich, bis zu 400 Mitarbeiter zu beschäftigen.

Herr Zemmler, ich danke Ihnen für das Gespräch.

Mit Firmenchef Heiko Zemmler sprach BAUUNTERNEHMER-Redakteur Dietmar Puttins

Zemmler Siebanlagen GmbH auf der recycling aktiv/TiefbauLive: Stand FGL R148.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: April 2017 | Seite 15

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