Strassenbau - . Redaktion

Die Software-Lösung BPO wird seit mehreren Jahren in zehn Ländern von mehr als 40 Bauunternehmen erfolgreich eingesetzt.   (Foto: Volz Consulting GmbH)
Die Software-Lösung BPO wird seit mehreren Jahren in zehn Ländern von mehr als 40 Bauunternehmen erfolgreich eingesetzt. (Foto: Volz Consulting GmbH)

Weniger Zwangspausen und rascheres Arbeiten

Backes Bauunternehmung nutzt Bauen 4.0 auf der A8

Mühlacker – Die zunehmende Digitalisierung im Straßenbau bringt Veränderungen und Anpassungen mit sich. Immer häufiger sehen sich Bauunternehmen mit Themen wie Industrie 4.0, Lean Management oder Building Information Modeling (BIM) konfrontiert. Nicht immer ist dabei klar, was sich hinter diesen Schlagwörtern verbirgt und was dies für den Tief- und Straßenbau bedeutet. Die Softwarelösung BauProzessOptimierung, kurz BPO, der Volz Consulting GmbH bringt Bauunternehmen der praktischen Anwendung ein ganzes Stück näher.

Das System des Marktführers ist in Deutschland flächendeckend im Einsatz und wird seit mehreren Jahren in zehn Ländern von mehr als 40 Bauunternehmen erfolgreich eingesetzt.
Mit der Software BauProzessOptimierung werden alle Prozesse im Tief- und Straßenbau – von der Projektplanung über die Ressourcenkoordination bis hin zu Bauausführung, Auswertung und mobiler Arbeitszeiterfassung – einfacher, schneller und transparenter. Bauleiter, Einbaumeister, Mischmeis­ter, Lkw-Fahrer und Speditionen werden vernetzt, um einen effizien­teren, stressfreieren Prozessablauf sicherzustellen.

Die Backes Bauunternehmung AG & Co KG setzte bei einem komplexen Großprojekt auf der A8 bei Dillingen im Spätjahr 2017 die Prozesslösung BPO ein.

Ziel war es, die Baustelle zu planen, mit dem Echtzeitmodul zu steuern und die Logistikkette zu optimieren. Bereits in der Planungsphase unterstützte BPO die Bauleitung.

Alle Gewerke des Projektes, vor allem der Asphalteinbau, wurden mit BPO geplant. Dazu wurde das Voraufmaß angelegt, die Massen ermittelt und der Einbautakt errechnet. Basierend auf dem Einbautakt (zeitlicher Abstand des Eintreffens der Lkws auf der Baustelle), wurden die Logistik geplant und der Fuhrparkbedarf berechnet.

Während der ersten Einbautage wurde die Tragschicht in mehreren Bahnen eingebaut. Trotz der vielen Umsetzvorgänge konnten mit BPO 2.200 Tonnen Asphalt mit einer Einbauleis­tung von 120 bis 150 Tonnen pro Stunde eingebaut werden. Der Vorteil der genauen Planung mit BPO war spürbar. Die Umsetzvorgänge und Unterbrechungen wurden aus den geometrischen Rahmenbedingungen des Baufelds ermittelt und in der Logistikplanung berücksichtigt. Während der Fertiger auf der Baustelle zwischen den Bahnen umsetzte, wurden die LKW an der Mischanlage nicht mehr neu beladen, sondern die Unterbrechungszeit zur Lenkzeitpause genutzt.

Doch leider ist es oft die Regel, dass während der Bauausführung Störungen auftreten, die alle Beteiligten dazu zwingen, die ursprüngliche Planung zu ändern. Solche Störungen können etwa durch einen plötzlichen Wetterumschwung, Maschinenausfälle oder Schwierigkeiten innerhalb der Transportkette hervorgerufen werden.

Mit BPO ist es möglich, darauf früh zu reagieren. Alle Beteiligten werden in Echtzeit benachrich­tigt und auf demselben Informations­stand gehalten. So können Fehlentscheidungen reduziert und Folgekosten vermieden werden.

Beispielsweise konnte nach den ersten Stunden des ersten Einbautages anhand der Standzeitprognose des Echtzeitsystems entschieden werden, die LKW-Anzahl anzupassen. Das führte zu einer optimalen Auslastung der Logistik und gewährleistete weiterhin einen kontinuierlichen Materialzufluss.

Während der Bauausführung wurde BPO durch die Kolonne selbständig bedient. Der Einbaumeister buchte parallel zur Entladung am Straßenfertiger die Lkws über einen Tablet-PC, der mit einer Halterung am Fertiger angebracht war. Durch die feste Anbringung des Tablet-PC am Fertiger konnten die GPS Daten jeder Entladung und jedem Lieferschein zugeordnet werden.

Im Bauwerkdatenmodell bzw. Building Information Modeling (BIM) werden diese Daten kausal verknüpft, sodass Textnachrichten, Fotos, Lieferscheindaten sowie die Daten des Einbaus und der Produktion an die jeweiligen Bauabschnitte bzw. GPS-Positionen geheftet werden können.
So kann auch lange nach Fertigstellung des Projekts genau nachvollzogen werden, wo welche Lieferscheine eingebaut wurden und welche Mischanlage Material für welchen Bauabschnitt geliefert hat.

Die Lieferscheindaten können an der Mischanlage bereits seit mehreren Jahren vollautomatisch von der Waage an BPO übermittelt werden. Dadurch wird die Erfassung per Hand eliminiert, der Mischmeister ist entlastet.

Auf der Baustelle bestätigt der Einbaumeister den Entladebeginn und das Entladeende durch Knopfdruck am Tablet-PC. Manuelle Eingaben lassen sich auch automatisieren. Aber auch abseits der Baustelle und der Mischanlage lassen sich Prozesse verbessern. So können durch den Verkehrswegebau 4.0 auch viele Vorteile vom Baubüro aus genutzt werden, indem die Bauleitung jederzeit den Bauverlauf in Echtzeit beobachten kann. Lästiges einholen von Leistungsständen per Telefon kann entfallen.
BPO wurde ab der ersten Projektsitzung durch die Backes-Mitarbeiter bedient – auch auf der Baustelle. Volz Consulting war nur zur Unterstützung und zur ini­tialen Einarbeitung vor Ort, wobei ein langes oder aufwändiges Training nicht notwendig ist.

Durch die einfachen und klaren Bedienungsoberflächen konnten sich alle Systembediener schnell zurecht finden und die Bauausführung mit weiteren Funktionen wie der integrierten nachrichtenzentrale oder der Materialverbrauchskontrolle unterstützen.

Durch die neuen Möglichkeiten und die Erweiterung des Tätigkeitsspektrums war in der Kolonne die Begeisterung spürbar. Das Projekt zeigte dass, trotz vieler Schlagworte wie Digitalisierung oder Bauen 4.0 ein alltagstauglicher Einsatz neuer Optimierungsmethoden möglich ist, ohne den Facharbeiter unberücksichtigt zu lassen. Das bestätigt auch die Oberbauleitung. Markus Sens: „BPO bietet uns alles was wir brauchen. Man spürt, dass BPO für die Baustelle gemacht worden ist.“
Die Vorteile des Systems liegen klar auf der Hand: Eine bessere Planung nach den Anforderungen der Auftraggeberseite, reduzierte Lkw-Standzeiten und ein beschleunigte Bauarbeiten. Das Pilotprojekt war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Kurz nach Fertigstellung der Baustelle entschloss sich Backes für eine unternehmensweite Einführung von BPO.

Die Backes AG bündelt leis­tungsfähige Unternehmen aus der Baubranche zu einem effektiven Gesamtkonzept. Als Komplettanbieter mit 350 Mitarbeitern und einer Jahresbauleistung von rund 76 Mio. Euro ist die Backes AG eine der führenden Baugruppen im Saarland und den angrenzenden Regionen.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: Mai 2018 | Seite 11

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