von Redaktion
Weltweit erster Keller aus dem 3D-Betondrucker steht in Weißenhorn
Mobiler Roboter Instatiq P1 mit einer Spezialbeton-Mischung stellt Schicht für Schicht die Wände her
Erstmals weltweit entstand ein Kellergeschoss direkt auf der Baustelle mit einem mobilen 3D‑Betondrucker. Das Bauwerk entstand in Weißenhorn. Dort war auch der druckfähige Baustoff hergestellt worden.
Der 3D‑Betondruck gilt als wichtiger Baustein, die Baustoffindustrie zu dekarbonisieren. Durch robotergestützte Automatisierung lässt sich mit dieser Bauweise unter anderem Material einsparen, da im Vorfeld die digitale Planung zu optimierten Geometrien führt. Zudem werden Schalungsabfälle vermieden. Zudem gibt es eine höhere Prozesseffizienz und Arbeitssicherheit auf der Baustelle erhöhen.
Nötige Abdichtung mit MB 2K von Remmers
Als mobilen 3D‑Betondrucker nutzte das bauausführende Unternehmen Rupp den „Instatiq P1“. Der Transportbeton stammt von Heidelberg Materials. Für die nötige Abdichtung des erdgebundenen Bauwerks sorgte die Lösung MB 2K von Remmers.
Vor dem Druck ist eine digitales 3D-Modell erstellt worden. Auf dieser Grundlage konnte der mobile Druckroboter präzise und mit vergleichsweise hoher Geschwindigkeit sie Mauern Schicht für Schicht erstellen. Mit einer Reichweite von bis zu 26 Metern und bis zu 10 Zentimetern pro Sekunde sind direkt auf der Baustelle die tragenden Betonwände entstanden.
Den speziell entwickelten 3D‑Druckbeton hat Heidelberg Materials aus dem Werk Weißenhorn just-in-time geliefert. Die Mischung wurde gezielt auf den Einsatz im mobilen Großraumdruck abgestimmt. Dazu gehören eine hohe Pumpfähigkeit über längere Distanzen, stabile Schichten, die während des Drucks ihre Form behalten, und eine rasche Festigkeitsentwicklung, um nachfolgende Lagen zu tragen.
Digitalisierung bildet die Grundalge für beschleunigende 3D-Druck-Projekte
Projekte wie der 3D‑gedruckte Keller sind eng mit der Digitalstrategie von Heidelberg Materials verbunden. Konzernweit baut der Hersteller ein digitales Ökosystem auf, das Materialien, Prozesse und Partner vernetzt. Mit Echtzeitdaten und digitalen Workflows sollen Druckprozesse genauer geplant und gesteuert werden. Die Ressourcenschonung geht mit der Abfallvermeidung auf der Baustelle einher.
Das Keller als sicherheitsrelevante und hoch beanspruchte Bauteile gelten, zeigt die Weltpremiere im Süden Deutschlands, dass sich mit dem innovativen Verfahren auch solche Projekte direkt auf der Baustelle im 3D‑Druck umsetzen lassen. Laut dem Baustoffhersteller sollen mit dem Weißenhorner Bauvorhaben Praxiserfahrungen für zukünftige Anwendungen des mobilen 3D‑Drucks gesammelt werden.
Rupp hat den Keller innerhalb weniger Tage verwirklichen können. Der „Instatiq P1“ war innerhalb von nur 60 Minuten betriebsbereit. „Der Keller ist das Fundament jedes Bauwerks – und jetzt auch das Fundament einer neuen Bau-Ära“, sagt Michael Oßwald, Geschäftsführer von Rupp Gebäudedruck. „Das Projekt in Weißenhorn zeigt, wie digitale Prozesse und mobile Robotik den Rohbau transformieren – mit höchster Präzision, weniger Material und klar getakteten Abläufen.“
Foto: Heidelberg Materials (Screenshot)
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