von Redaktion
Wasserstrahlen mit Hochdruck machen Neuasphalt griffiger
Beim Ausbau der A 40 nahe Gelsenkirchen kam eine neuartige Methode für eine beschleunigte Fahrbahnfreigabe zum Einsatz
Neue Straßenfahrbahnen erhalten ihre wichtige Griffigkeit oft erst vier Wochen nach Einbau. Bei Flüsterasphalt kann sogar bis zu ein Jahr ins Land ziehen. Doch Verkehrsgefahr beziehungsweise Tempoverbote lassen sich umgehen – durch Hochdruckwasserstrahlen. Diese Methode ist deutschlandweit erst zum zweiten Mal angewendet worden – auf der Autobahn A 40 im Ruhrpott.
Eine Richtungsfahrbahn ist für die Arbeiten zwischen den Anschlussstellen Essen-Zentrum und Gelsenkirchen-Süd komplett gesperrt worden. Auch deswegen verfolgte die Autobahn GmbH mit dem von ihr beauftragten Bauunternehmen Porr Verkehrswegebau das Ziel, die nutzungsbedingte Griffigkeitsverbesserung schnellstmöglich zu erreichen.
Sämtliche Arbeiten umfassten lediglich sieben Tage. Die Sanierung begann mit dem Fräsen von rund 95.000 Quadratmetern Asphaltdeckschicht bei einer maximalen Frästiefe von fünfeinhalb Zentimetern. Anschließend wurde auf den Bauwerken im Streckenkörper eine neue Schicht aus dem Asphalt „SMA 8 S“ hergestellt.
Offenporige Asphaltdeckschicht vom Typ „PA 8“
Nachgelagert wurde eine offenporige Asphaltdeckschicht vom Typ „PA 8“ eingebaut und direkt im Anschluss mit dem besagten Hochdruckwasserstrahlen bearbeitet. Dieses Verfahren sorgte für ein sofortiges Anrauen der Oberfläche. Damit gewährleistete es von Anfang an die notwendige Griffigkeit.
„Ohne das Hochdruckwasserstrahlen hätten auf der frisch fertiggestellten Strecke weiterhin Tempo 80 sowie eine Schleudergefahrwarnung gegolten“, erzählt Porr-Projektleiter Kai Pusdrowski-Sales. Gerade auf Strecken mit offenporigen Belägen hat sich ihm zufolge in den letzten Jahren vermehrt gezeigt, dass sich auf den Überholspuren diese nutzungsbedingte Griffigkeitsverbesserung erst einmal nicht einstellt. „Es kann teils bis zu einem Jahr dauern, bis die geforderten Grenzwerte erreicht werden“, so Pusdrowski-Sales. Diese Einschränkungen wollte man in diesem stark frequentierten Ballungsraum vor allem nach der Vollsperrung niemandem zumuten.
„Flüsternder“ offenporiger Asphalt (OPA) vermindert Rollgeräusche. Deshalb ist er erste Wahl bei der A 40: Sie liegt nahe Siedlungsgebieten, wo die Geräuschunterdrückung des Verkehrs geboten ist. Allerdings ist die Herstellung von Deckschichten damit besonders anspruchsvoll: „Das Asphaltmischgut ist sehr sensibel und die vorhandene Geometrie hat den nahtlosen Einbau extrem erschwert“, erinnert sich der Projektleiter.
Rückbau und Neubau in einer Hand
Dennoch stand Porr Verkehrswegebau unter enormem Zeitdruck: „Darüber hinaus hatten wir es mit unterschiedlichen Straßenquerschnitten zu tun, sodass wir Fahrbahnbreiten von achteinhalb bis 25 Metern abbilden mussten“, erklärt Kai Pusdrowski-Sales. Da erstmals ein neues Bindemittel zum Einsatz kam, ist im Vorfeld ein Probefeld angelegt worden, um die Qualität des Asphalts zu prüfen. Dabei ließen sich gleichzeitig die Parameter für die Griffigkeitsverbesserung ermitteln und festlegen.
Foto: Porr Verkehrswegebau
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