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Vizekanzler wirbt um Vertrauen der Bauwirtschaft

ZDB-Präsident: Kommunen sollen Investitionsstau auflösen

- Baugewerbetag 2020 des ZDB erstmals digital - Vizekanzler Scholz verspricht, Investitionen des Bundes auf hohem Niveau zu halten

DBU/ Berlin - Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, hat beim Deutschen Baugewerbetag in Berlin um das Vertrauen der etwa 70.000 Bauunternehmen in Deutschland geworben. Davon könne die Bauwirtschaft kontinuirlich profitieren. Jahr für jahr würden in den kommenden zehn Jahren etwa etwa 50 Milliarden Euro für Investitionen der öffentlichen Hand. "Ich verspreche Ihnen, dass wir das Investitionsniveau hoch halte und bitte die Bauwirtschaft ihrerseits, ihre Kapazitäten weiter auszubasuen", sagte Scholz.

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, stellte indes eine Neuevaluierung der Mantelverordnung sowie jede Menge Zuschüsse für Sanierungsprojekte der Gebäudedämmung,  für Brücken, Schiene und Straßen in Aussicht, falls seine Partei nach den nächsten Bundestagswahlen Regierungsverantwortung übernehmen sollte. Ralf Brinkhaus, Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag, sagte zu, dass die Union sich für eine weitere Beschleunigung von Investitionen in überregionale und regionale Infrastrukturprojete stark machen werde.

Dass die Bauwirtschaft diese Investitionen der öffentlichen Hand zurzeit besonders nötig hat, hatte zuvor Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) in seiner Eingangsrede betont. Die Bauwirtschaft sei zwar trotz Corona  weiterhin robust auf Vorjahresniveau verharrt, die öffentliche Hand sei jedoch nun  in der Pflicht, mit mehr Aufträgen das aauszugleichen, was durch den Auftragseinbruch beim Wirtschaftsbau wegbreche.    "Die Bauwirtschaft hat die Herausforderungen aus der Corona-Pandemie bisher gut gemeistert. Sie hat als wichtige Branche in entscheidendem Maße die Konjunktur gestützt. Nun kommt es darauf an, für das kommende Jahr 2021 die richtigen Weichen zu stellen und die konstante Auftragsvergabe zu sichern“, erklärte der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Reinhard Quast, im Rahmen des Deutschen Baugewerbetag in Berlin.

Bedingt durch die Corona-Pandemie fand das Spitzentreffen der Bauwirtschaft erstmals in komplett digitaler Form statt. Bundesweit verfolgten zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Interessierte die Veranstaltung im Livestream.

Öffentliche Hand soll Investitionsstau für Schulen, Kitas und Straßen beheben

Quast fordert die öffentliche Hand auf, angesichts der besonderen Herausforderung ihre Bauherrenfunktion wahrzunehmen. „Der kommunale Investitionsstau in Schulen, Kitas und kommunale Straßen steht seit Jahren bei fast 100 Mrd. Euro fest. Jetzt ist der Zeitpunkt, kräftig zu investieren und die wegbrechenden Aufträge im Wirtschaftsbau auszugleichen. Die Baubranche mit ihren starken mittelständischen Unternehmen ist noch in guter Form – die öffentliche Hand muss ein Interesse daran haben, diesen Zustand zu erhalten“, appellierte Quast in Richtung Politik. Neben Olaf Scholz, Vizekanzler und Bundesfinanzminister, waren auch die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktion von CDU/CSU und Bündnis90/Die Grünen, Ralph Brinkhaus und Anton Hofreiter, zu Gast beim größten Verband der Baubranche.

 

Bauwirtschaft wirbt für sich als starker Partner für Klimawende

„Die Bauwirtschaft ist ein starker Partner für die Klimawende. Dabei müssen nachhaltiges, wertbeständiges und sozialverträgliches Bauen zusammengebracht werden“, führte Quast mit Blick auf die aktuelle politische Debatte um eine nachhaltige Politik und schärfere Klimaschutzziele aus. Er verwies auf die zukünftigen Konfliktlinien: Wer kostengünstig bauen will, darf die ökologische Messlatte nicht beliebig weit nach oben schieben. Der ZDB-Präsident machte darüber hinaus auf den Handlungsbedarf beim Thema energetische Gebäudesanierung aufmerksam: „Wir haben eine Sanierungsquote von einem knappen Prozent. Um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen, müsste diese aber zwischen mindestens verdoppelt werden. Dafür braucht es starke Anreize.“

„Was wir vor allem brauchen sind Aufträge: Aufträge, Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Straßen, Kanäle und Häuser zu sanieren und zu bauen. Wenn die öffentliche Hand ihre notwendigen Investitionen in die Tat umsetzt, wird die Bauwirtschaft auch in 2021 die Konjunkturlokomotive bleiben“, so Quast abschließend.

Bild: ZDB-Präsident Reinhard Quast      Foto: Otto Quast

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Erschienen in Ausgabe: online

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