Strassenbau - . Redaktion

Die Deckschicht musste ohne Mittelnaht in voller Breite hergestellt werden. (Foto: Joseph Vögele AG)
Die Deckschicht musste ohne Mittelnaht in voller Breite hergestellt werden. (Foto: Joseph Vögele AG)

Verfahren für langlebigere Straßen

Vögele-InLine-Pave Zug baut „heiß auf heiß“ in sieben Metern Arbeitsbreite

Ludwigshafen – Horb ist eine malerische Stadt am Oberen Nec­kar und liegt 437 Meter über dem Meeres­spiegel am nördlichen Rand des Schwarzwaldes. Zwischen den Teilorten Horb-Dettingen und Horb-Ihlingen musste zur Hang-Sicherung unterhalb der B 14 auch die Fahrbahn erneuert werden. Das Regierungspräsidium Karlsruhe forderte in der Ausschreibung, Binderschicht und Deckschicht in Kompakter Asphaltbauweise „heiß auf heiß“ entsprechend ZTV Asphalt-StB 07 auszuführen. Das heißt entweder mit einem Modulfertiger oder mit zwei Fertigern.

Die Reif Bauunternehmung aus Baiersbronn überzeugte hier mit ihrem Angebot, basierend auf dem Einsatz eines InLine Pave-Zugs, bestehend aus drei Maschinen:
• Vögele-PowerFeeder MT 3000-2i Offset,
• Vögele-Binderschichtfertiger Super 2100-2 IP mit Ausziehbohle AB 600 TP2 Plus,
• Vögele-Deckschichtfertiger Super 1800-3i mit Ausziehbohle AB 500 TV.

„InLine Pave hat sich bei der Sanierung angeboten“, erklärt Thomas Nagel von der Reif Bauunternehmung. „Erstens war, heiß auf heiß‘ vom Bauherr gefordert. Und zweitens schafft InLine Pave unserer Erfahrung nach einen absolut perfekten Schichtenverbund und eine intensivere Verzahnung der Schichten als ein Spezial-fertiger mit zwei Bohlen – beides sind wesentliche Voraussetzungen für langlebigere Straßen. Außerdem lassen sich mit den Maschinen unseres InLine Pave-Zugs auch normale Bauvorhaben durchführen. Denn dieser setzt sich aus konventionellen Maschinen zusammen, die nur geringfügig modifiziert wurden. Mit unserer Investition in InLine Pave haben wir also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Als mittelständisches Bauunternehmen haben wir damit auch die Chance, an Ausschreibungen für zweischichtige Asphaltbefestigungen teilzunehmen.“

InLine Pave ist eine besonders effiziente Bauweise, um langlebige Straßen herzustellen. Denn durch den „Heiß auf Heiß“-Einbau von Binder- und Deckschicht ergeben sich viele Vorteile. So kann zum Beispiel anstelle der üblichen 8 Zentimeter Binderschicht und 4 Zentimeter Deckschicht ein anderes Schichtdickenverhältnis gewählt werden.
Bei InLine Pave verhindert die noch heiße Binderschicht ein zu schnelles Auskühlen der Deckschicht. Die zur Verfügung stehende höhere Temperatur ermöglicht den Einbau dünnerer Deckschichten. Bei Horb wurden beispielsweise nur 2 Zentimeter Deckschicht eingebaut. Aufgrund der hohen Temperaturen in der Deckschicht lassen sich beim anschließenden Endverdichten durch Walzen höhere Verdichtungsgrade bei geringen Hohlraumgehalten erzielen.
Beim Deckschichteinbau auf der B 14 mit Splittmastix-Asphalt kam es darauf an, dass die Bindemittelmenge dem Regelwerk ZTV Asphalt-StB 07 entsprach, sodass ein Hohlraumgehalt an der Deckschicht von höchstens 5 Vol.-Prozent erzielt werden konnte. Denn ein geringerer Hohlraumgehalt wirkt der oxidativen Alterung entgegen. Der hohe Verdichtungsgrad erhöht die Wasserundurchlässigkeit und Wärmestandfestigkeit so hochgradig, dass der Bildung von Spurrinnen massiv entgegengewirkt wird.

Der InLine Pave Zug
Zum Einsatz kam als Binderschichtfertiger ein Super 2100-2 IP, der mit einem Übergabemodul ausgerüstet war, welches das vom Beschicker angelieferte Deckschichtmaterial direkt in den Aufnahmekübel des Deckschichtfertigers transportiert. Das Band des Übergabemoduls ist beheizt, sodass kein Mischgut ankleben kann. Der bei Horb als Deckschichtfertiger eingesetzte Super 1800-3i ist ein Allrounder, der über ein unglaublich vielfältiges Anwendungsspektrum verfügt. Mit 10 Meter maximaler Arbeitsbreite bei einer Maschinenlänge von nur 6 m meistert er Autobahnen und Bundesstraßen genauso gut wie enge Kreisverkehre.

Für den „Heiß auf Heiß“-Einbau wurde der Super 1800-3i zusätzlich mit einer Wasser-Sprüheinrichtung für die Raupen ausgestattet sowie mit einem besonders groß ausgelegten wärmeisolierten Zusatzbehälter für insgesamt 25 Tonnen Mischgut.
Der Dritte oder vielmehr der Erste im Bunde des InLine Pave Zuges war ein Vögele-PowerFeeder MT 3000-2i Offset. Der Beschicker nimmt das angelieferte Binderschicht- beziehungsweise Deckschichtmischgut auf und transportiert es mit seinem schwenkbaren Transportband abwechselnd direkt in den Zusatzkübel des Binderschichtfertigers oder in dessen Übergabestation für den Materialbehälter des Deckschichtfertigers.

Über eine Ampelanlage signalisiert der Bediener dem Mischgut-Lkw, ob Bindermischgut oder Deckschichtmischgut angeliefert werden soll. Wechselt der Bediener beispielsweise den Betriebsartenschalter von Binder- auf Deckschichtmischgut, so erfolgt die Höhen- und Abstandsanpassung des Förderbandes automatisch. Das Förderkonzept des MT 3000-2i Offset kann im Gesamtsystem des Gespanns bis zu 45 Tonnen Mischgut vorrätig halten und bis zu 1.200 Tonnen Mischgut pro Stunde fördern. Dank Vögele-Technik wird ein 25 Tonnen fassender Mischgut-Lkw in 60 Sekunden komplett entleert.

Unübertroffene Ebenheit
Auch im Hinblick auf die Ebenheit des Fahrbahnbelages ist InLine Pave unübertroffen. Für ebene Fahrbahnbeläge ist die konventionelle Art des Straßenbaus ideal. Dabei werden in drei Übergängen die Tragschicht, die Binderschicht und die Deckschicht eingebaut. Das „Eigennivellierverhalten“ des Fertigers gewährleistet, dass das Ebenheitsniveau von Schicht zu Schicht verbessert wird.
Beim InLine Pave Verfahren wird dieses Prinzip optimal umgesetzt. Denn durch den Einsatz von zwei unabhängig voneinander einbauenden Fertigern mit je einer schwimmenden Bohle werden Unebenheiten in gleichem Maße nivelliert wie beim konventionellen Einbau. Besondere Anforderungen an die Ebenheit der Tragschicht gibt es beim Einbau mit InLine Pave nicht. Die übliche Toleranz der Tragschicht von bis zu 10 Millimeter ist bei InLine Pave vollkommen ausreichend, um bei der Deckschicht ein Endresultat mit höchster Ebenheit zu erhalten.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: Februar 2016 | Seite 18

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