von Redaktion

Verband befürchtet Lieferengpässe bei Porenbeton

Christian Bertmaring: "Das im Wohnungsbau benötigte Wachstum wird durch vieles blockiert"

Der Bauturbo kann nicht zünden, wenn es Engpässe in der Materialbereitstellung gibt. Doch dieses Szenario droht. Das machte der neu gewählte Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands  Porenbetonindustrie, Christian Bertmaring, bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Zusammenschlusses deutlich.

Bertmaring zufolge zeichnen sich Entwicklungen ab, die dazu führen, dass Werke der Porenbetonindustrie komplett schließen müssen. Die aktuellen Krisen gefährden demnach nicht nur die Innovations- und Investitionskraft. Auch der Fortbestand der Produktionsstätten sei bedroht, wie Bertmaring in seiner Rede bekräftigte.

Hainz-Jakob Holland bleibt dem Vorstand als Vize erhalten

Bertmaring ist bei der Mitgliederversammlung in Danzig im Frühsommer zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt worden. Er folgt Heinz-Jakob Holland nach, der allerdings als nunmehriger Stellvertreter dem Vorstand erhalten bleibt. Die Unternehmer Julian Cirkel und Frederic Dörlitz komplettieren das vierköpfige Spitzengremium.

„Das vor allem im Wohnungsbau dringend benötigte Wachstum wird durch vieles blockiert“, so Bertmaring. Muss die Porenbetonindsutrie weitere Werke schließen, vergrößern sich die Probleme – mit vielleicht jahrzehntelangen Folgen. Denn vor allem dem Wohnungsbau hat die Porenbetonindustrie in der Vergangenheit verlässlich hochwertiges Baumaterial bereitstellen können.

Szenario schließender Werke

Das Szenario schließender Werke zieht viele gravierende Folgen nach sich: „Fachkräfte wandern ab, Arbeitsplätze und über Generationen geschaffene Werte gehen verloren“, sagte Bertmaring. Das sei kaum umkehrbar. „Wiedererstarkt die Baukonjunktur, werden mit jedem verlorenen Werk Lieferengpässe bei Porenbeton die Folge sein“, so Bertmarings ernüchterndes Fazit.

Der 49-Jährige führt seit 2016 die Geschäfte der Baustoffwerke Havelland GmbH. Als Chef der Vestischen Hartsteinwerke seit 2024 hat er unter anderem die Entwicklung der Unika GmbH sowie der Porit-Gruppe mitgestaltet. Im Vorstand des Verbands ist Bertmaring seit nunmehr knapp zehn Jahren und bis zur Neuwahl im Juni stellvertretender Vorstandsvorsitzender gewesen.

Sein Vorgänger Heinz-Jakob Holland ist ebenfalls Firmenlenker. Er war Geschäftsführer und Vorstand für führende Unternehmen der Baustoffindustrie und hatte seit gut zehn Jahren das Amt des Porenbetonverbandschefs inne. Zuvor hatte er im Herbst 2015 die Geschäftsführung von H+H Deutschland übernommen. Der Mutterkonzern aus Dänemark ist einer der führenden Produzenten von Wandbaustoffen in Europa und betreibt insgesamt 32 Werke in Deutschland, Großbritannien, Polen und der Schweiz.

Wertschätzender Blick auf Porenbeton "nicht en vogue"

„Leider ist der wertschätzende Blick auf den Baustoff Porenbeton nicht en vogue“, sagte Holland in seiner Rede vor den Zuhörern der Mitgliederversammlung in Danzig. Er betont: „Nicht alles, was als moderne, ökonomische und ökologische Alternative zum traditionellen Mauerwerksbau in den letzten Jahren gefördert wurde und künftig werden soll, erweist sich bei einer gründlichen, auch wissenschaftlichen Betrachtung als tatsächlich nachhaltiger.“

Das Foto zeigt (von links) Vorstandsmitglied Frederic Dörlitz, der stellvertretende Vorsitzende Heinz-Jakob Holland, Vorstandsvorsitzender Christian Bertmaring und Vorstandsmitglied Julian Cirkel. (Bild: Bundesverband Porenbetonindustrie)

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