von Redaktion
Vakuumisolierglas schützt historisches Schloss vor Wärmeverlusten
Wärmedurchgangskoeffizient liegt bei nur 0,7 Watt je Quadratmeter und Kelvin - statt 5,8 wie bei der Einfachverglasung älterer Baujahre
Das energetische Sanieren von jahrhundertealten Schlössern berücksichtigt gemeinhin die ursprüngliche Bauweise. Einfach ist das nicht. Eine Dreifachverglasung für weniger Wärmedurchlass ist angesichts dessen beispielsweise nicht möglich. Im Schloss Wijnendale löste man die Aufgabe mit einem Wärmeschutzglas, das so dünn wie eine Einfachverglasung ist.
Schlossherr Jérôme Matthieu de Wynendaele fand das geeignete Produkt in dem Vakuumisolierglas Fineo. 203 Fenster in 30 unterschiedlichen Ausführungen sind damit bestückt worden.
Vor dem Austausch hat die Firma RenoWindow sämtliche Bestandsverglasungen millimetergenau vermessen. Auf Grundlage dieser Daten fertigte AGC Glass Europe auf der hochmodernen Fineo-Produktionslinie in Lodelinsart rund 60 verschiedene Glasformate. Sie wiesen Dicken zwischen 6,7 und maximal 20,1 Millimetern auf – jeweils passgenau für die jeweilige Einbausituation.
Scheiben in kleinen Formaten produziert
Die strengen Vorgaben des Denkmalschutzes führten zur Produktion der Scheiben in kleinen Formaten, bevor sie in die vorhandenen Sprossenrahmen kamen. Das sicherte die originale Unterteilung. Jeder Fensterrahmen wurde zudem sorgfältig auf Schäden geprüft und exakt vermessen. Dichtungen und Beschläge sind nach den Prüfungen bei Bedarf erneuert worden.
Der Austausch der Gläser nahm in etwa zwei Wochen in Anspruch. Geprägt waren die Abläufe von alter, handwerklicher Tradition: Nach dem Fräsen und Reinigen der bestehenden Falze wurde ein weicher und ausreichend dicker Kitt verwendet, um das Vakuumisolierglas sicher einzufügen und einen harten Kontakt zwischen dem Glas und dem Rahmen zu vermeiden. Zum Abschluss kam es zur fachgerechten Wiederherstellung der Lackoberfläche. Lediglich in wenigen Fällen war es erforderlich, die Fensterflügel auszubauen, um bestimmte Fräs-Arbeiten effizienter durchführen zu können.
Ästhetik des Rahmens bleibt zu 100 Prozent erhalten
Die Produktlinie erreicht einen Wärmedurchgangskoeffizient, auch Ug-Wert genannt, von 0,7 Watt je Quadratmeter und Kelvin. Das bedeutet eine erhebliche Verbesserung gegenüber der Einfachverglasung älterer Baujahre. Sie lassen typischerweise einen Ug-Wert von etwa 5,8 Watt je Quadratmeter und Kelvin zu.
Neben den thermischen Eigenschaften zeichnet sich Fineo durch eine erhöhte Lichtdurchlässigkeit aus: Im Vergleich zur Dreifachverglasung gelangt rund 15 Prozent mehr Tageslicht in den Innenraum – ein Aspekt, der insbesondere in Wohn- und Arbeitsbereichen die Aufenthaltsqualität erhöht. Auch im Schallschutz erzielt das Vakuumglas bessere Werte als moderne Dreifachverglasungen – die im Schloss Wynendaele eingesetzten Gläser erreichen Werte bis 36 Dezibel.
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