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Umbau von Berlin-Tegel kann beginnen

Umbau von Berlin-Tegel kann beginnen

Regierender BM Michael Müller (SD) übergibt Schlüssel für aktuell größtes Stadtentwicklungsprojekt Europas

 Im Rahmen einer symbolischen Schlüsselübergabe hat der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), das Areal des ehemaligen Flughafens Tegel an die Tegel Projekt GmbH übergeben. Die Entwicklung der Nachnutzungsvorhaben, Berlin TXL–The Urban Tech Republic und Schumacher Quartier, kann beginnen. Nach Angaben des Projektmanagements ist es eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Europas. Erste Wohnungsbauprojekte sollen bereits im Jahr 2027 vollendet sein.

     Mega-Projekt dauert insgesamt etwa 20 Jahre 

Auf dem 500 Hektar großen Areal entsteht über einen Zeitraum von etwa  20 Jahren nicht nur ein vollkommen neuer Stadtteil, sondern Berlins Modell für die Stadt von morgen: ein klimaneutrales, autoarmes und wassersensibles Wohnquartier für mehr als 10.000 Menschen und ein auf urbane Technologien spezialisierter Forschungs- und Industriepark mit Hochschulcampus, darüber hinaus ein 150 Hektar großer Landschaftsraum, der von der landeseigenen Grün Berlin GmbH entwickelt, bewirtschaftet und verantwortet wird.

 

Bereits 2008 begann der öffentliche Diskussionsprozess über die Zukunft des freiwerdenden Geländes. Mehrere tausend Berlinerinnen und Berliner brachten sich seither bei Bürgerveranstaltungen, Standortkonferenzen oder mobilen Dialogangeboten in die Ideenfindung ein, und sechs internationale Planungs-Teams entwickelten den Masterplan. Auf dieser Grundlage arbeitete die Tegel Projekt GmbH das Gesamtkonzept aus und trieb die Planungen sowie behördlichen Genehmigungsprozesse voran, so dass nun direkt mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Vergabeverfahren  für Wohnungsbauprojekte beginnen 2022

Mit der Übernahme der Bestandsgebäude laufen sukzessive die Zwischennutzungen von Büros und Werkstätten des ehemaligen Flughafens an, ebenso die Vermarktung der Gewerbe- und Industriegrundstücke für den ersten Bauabschnitt und die Vermietung ausgewählter Flächen für profilkonforme Veranstaltungen und Motivnutzungen. Die Vergabeverfahren der Grundstücke des Schumacher Quartiers sind weitestgehend definiert; interessierte Baugruppen und Wohnungsbaugenossenschaften können sich Ende des Jahres bei einer Marktplatz-Veranstaltung über die Voraussetzungen und den Prozess informieren. Die ersten Konzeptverfahren für die Wohnungsbau-Grundstücke starten voraussichtlich im ersten Quartal 2022.

Mit der Übernahme der Bestandsgebäude laufen sukzessive die Zwischennutzungen von Büros und Werkstätten des ehemaligen Flughafens an, ebenso die Vermarktung der Gewerbe- und Industriegrundstücke für den ersten Bauabschnitt und die Vermietung ausgewählter Flächen für profilkonforme Veranstaltungen und Motivnutzungen.

 

Die Vergabeverfahren der Grundstücke des Schumacher Quartiers sind weitestgehend definiert; interessierte Baugruppen und Wohnungsbaugenossenschaften können sich Ende des Jahres bei einer Marktplatz-Veranstaltung über die Voraussetzungen und den Prozess informieren. Die ersten Konzeptverfahren für die Wohnungsbau-Grundstücke starten voraussichtlich im ersten Quartal 2022.

 

Sämtliche Flächen in Berlin TXL werden vermietet bzw. im Erbbaurecht vergeben; Verkäufe finden nicht statt.

 

 

"Experimentierwerkstatt für die mensch- und naturbejahende Stadt der Zukunft"

 

„Wenn wir die Zukunft lebenswert gestalten wollen, müssen wir damit in den Städten beginnen. Und wenn wir Neues bauen, dann nicht gegen, sondern mit der Natur. Berlin TXL ist darauf ausgerichtet, ein Schaufenster zu sein, eine Experimentierwerkstatt für die mensch- und naturbejahende Stadt der Zukunft. Unser Team kann es nicht erwarten, endlich damit zu starten“, sagte Dr. Philipp Bouteiller, Geschäftsführer der Tegel Projekt GmbH, und Gudrun Sack, Geschäftsführerin der Tegel Projekt GmbH ergänzt: „Die Idee der ressourcenschonenden, smarten Quartiersentwicklung wird in Berlin TXL weit vorangetrieben. In den nächsten Jahren möchten wir hier eine Benchmark in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung setzen und viel Neues wagen. Wir haben das Knowhow und die technologischen Lösungen, die Planungen sind ausgereift, gespickt mit über 140 Einzelinnovationen. Angesichts unserer 30.000 Richtlinien und Verordnungen in Deutschland, braucht neues Bauen vor allem Ausdauer, Geduld und Beharrlichkeit. Darauf sind wir eingestellt.“

 

 

60.000 Schlüssel wurden an Projektentwickler übergeben

Das vom Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner entworfene und 1975 fertiggestellte Gebäudeensemble bleibt erhalten und bildet nach Sanierung und denkmalschutzgerechtem Umbau das künftige Herzstück der Urban Tech Republic. Zur baugeschichtlichen Dokumentation und als Wissensspeicher für alle Fragen rund um Gebäudesubstanz und Betrieb der technischen Anlagen haben die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und die Tegel Projekt GmbH seit Mai mehrere 100 Gigabyte digitaler Unterlagen und umfangreiche Facharchive ausgetauscht. In Summe wurden mit dem heutigen Tag 59 Gebäude mitsamt etwa 60.000 Schlüsseln, gut 42 Kilometern Wasserleitungen, jeweils rund 10 Kilometern umfassende Strom- und Wärme-Kälte-Netze, die komplette Kommunikations- und Betriebstechnik mit Aufzügen, Lüftungs- und Schließsystemen, Feuerschutz-, Blitzschutz- und Notstromanlagen sowie Beleuchtung inklusive der Zählersysteme und Wartungskonzepte übernommen.

 

Kampfmittelräumung hat bereits 30.000 Kilogramm Munitionsschrott gefunden

Im Mai 2021 begann die Tegel Projekt GmbH mit der Kampfmittelräumung im Bereich der künftigen zentralen Baustellenzufahrt am Kurt-Schumacher-Dam.m, östlich der Start- und Landebahnen. Diese etwa 22.000 Quadratmeter große Fläche ist bis dato zu 80 Prozent beräumt; für 17.600 Quadratmeter konnte die Kampfmittelfreigabe erteilt werden. 28.000 Kubikmeter Boden wurden hierfür bewegt und in 62 Haufwerken je 500 Kubikmeter auf der südlichen Landebahn zwischengelagert. Die Arbeiten verlaufen plangemäß und werden bis September beendet

350 Stück abgabepflichtige Munition mit einem Gewicht von knapp 900 Kilogramm sowie fast 30.000 Kilogramm Munitionsschrott hat das 16-köpfige Sondierungsteam bislang gefunden. Bei den gesicherten Kampfmitteln handelt es sich v.a. um Granaten, Brandbomben und Nahkampfmittel. Der überwiegende Teil wurde zum Sprengplatz Grunewald gebracht und dort entschärft. Vier Funde, die nicht transportiert werden konnten, hat die Polizei Berlin direkt vor Ort gesprengt. Hierbei kam es jeweils zu kleinräumigen Sperrungen in einem Radius von ca. 300 Metern; Evakuierungen oder Unterbrechungen des Straßenverkehrs und der U-Bahn waren nicht notwendig.

 

Noch im August beginnt die Räumung des ersten Bauabschnitts im Schumacher Quartier und ab Herbst die der Südzufahrt, von der General-Ganeval-Brücke aus kommend. Diese Arbeiten werden voraussichtlich Ende 2022 abgeschlossen. Im Bereich der ehemaligen Flugfeldflächen – im zukünftigen Landschaftsraum – beginnt die Kampfmittelräumung durch Grün Berlin voraussichtlich noch im dritten Quartal dieses Jahres.

Bild: Das denkmalgeschützte Areal des 1975 fertiggestellten Gebäudeensembles bleibt erhalten.  (Foto: Tegel Projekt GmbH)

 

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Erschienen in Ausgabe: online

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