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Die zu sanierende Willemsbrücke ist eine wichtige Straßenverbindung zwischen der Rotterdamer Nord- und Südstadt. Deren uneingeschränkte und gefahrlose Nutzung war auch während der Gerüstbau- und Sanierungsarbeiten zu gewährleisten.   (Foto: PERI GmbH)
Die zu sanierende Willemsbrücke ist eine wichtige Straßenverbindung zwischen der Rotterdamer Nord- und Südstadt. Deren uneingeschränkte und gefahrlose Nutzung war auch während der Gerüstbau- und Sanierungsarbeiten zu gewährleisten. (Foto: PERI GmbH)

Systemkombination für anspruchsvolle Pyloneinrüstung

Sanierung Willemsbrücke in der niederländischen Wirtschaftsmetropole Rotterdam

Weißenhorn – Die Pylonsanierung der Rotterdamer Willems­brücke war eine Herausforderung für den Gerüstbau. Die projektspezifisch konzipierte Peri-Gerüstbaulösung basierte auf zwei Systemen, die sich nahezu übergangslos miteinander kombinieren ließen: Peri UP und Variokit.

Die Willemsbrücke im Zentrum der niederländischen Metropole Rotterdam ist neben der Erasmusbrücke und dem Maastunnel eine der wichtigsten Straßenverbindungen zwischen der Nord- und Südstadt.
Die markante Schrägseil­brücke über die Maas mit den beiden roten, 60 Meter hohen Stahlpylonen musste saniert, also sandgestrahlt und neu gestrichen werden. Zur sicheren Ausführung der Malerarbeiten wurde erst der südliche und anschließend der nördliche Pylon der Hängebrücke eingerüstet.

Die Pylonsanierung wurde im Auftrag der Gemeinde Rotterdam von der Firma Venko ausgeführt, für die Gerüstbauarbeiten zeichnete Steigerbouw Van der Panne verantwortlich.

Herausforderung im Gerüstbau
Die Einrüstung der Willems­brücke galt als eines der schwierigsten Gerüstbauprojekte der Niederlande. Eine der Besonderheiten war, dass alle Gerüstbau- und Malerarbeiten ohne große Beeinträchtigung des Stadtverkehrs durchgeführt werden mussten. Da der komplette Überbau nur über die Schrägseile frei beweglich abgehängt ist, war es zudem nicht möglich, die etwa 200 Tonnen schwere Gerüstkonstruktion der Pyloneinrüstung auf der Fahrbahnplatte aufzustellen – eine große Herausforderung für alle Projektbeteiligten.
Peri-Systemkombination
Die Peri-Ingenieure konzipierten hierfür zusammen mit den Gerüstbau-Spezialisten von Steigerbouw Van der Panne eine optimal an die Projektanforderungen angepasste Gesamtlösung, basierend auf zwei miteinander kombinierbaren Baukastensystemen.
Das Peri UP Flex-Modulgerüstsystem sorgte für flexible Anpassungsmöglichkeiten an die Pylongeometrie und insoweit für sichere Arbeitsebenen inklusive Zugangstechnik. VRB-Rüstbinder und VST-Schwerlasttürme des Variokit-Ingenieurbaukastens übernahmen die Abtragung der hohen Lasten über die gesamte Fahrbahnbreite hinweg, die seitlich über die Pylon-Fundamente abgetragen wurden.
Eine geschlossene, großflächig auskragend über das Variokit-Tragwerk gespannte Peri UP-Zwischenebene schirmte den laufenden Verkehr sowie die Geh- und Radwege zuverlässig von den Sanierungen ab und diente auch während der Gerüstbauarbeiten als Schutzkonstruktion. Mit speziellen Fallversuchen aus über 50 m Höhe wurde bereits im Vorfeld die Schutzwirkung nachgewiesen.

Variokit-Überbrückung
Für die Montage der Rüstbinder zur Überbrückung der Brückenfahrbahn stand nur eine einzige Nacht zur Verfügung. Die Binderpakete wurden deshalb mit jeweils 21 Meter Länge in der Peri-Niederlassung Schijndel vormontiert und per Schwerlast-LKW zur Baustelle transportiert.

Vor Ort wurden diese Einheiten in kürzester Zeit mit einem Mobilkran auf die seitlichen VST-Schwerlasttürme sowie einem in Brückenmitte temporär errichteten Trag- und Arbeitsgerüst eingehoben und anschließend mittels Bolzen gekoppelt. Morgens um 6 Uhr konnte die Brücke bereits wieder freigegeben werden. Unterhalb der über 40 m frei spannenden Variokit-Rüstbinderüberbrückung konnte der Verkehr reibungslos fließen.

LGS-Überbrückung
Parallel zur Variokit-Rüstbinderkonstruktion für die weitgespannte Überbrückungs- und Auflagerkonstruktion über der Brückenfahrbahn fand bei der Pyloneinrüstung auch das LGS-Fachwerkbindersys­tem des Peri UP-Gerüstbaukastens Verwendung. Damit konnte eine beidseitig jeweils 10 Meter vorgebaute Schutzdachkonstruktion ausgebildet werden.
Ferner wurde mit dem LGS-System eine Arbeitsplattform mit einer Spannweite von 12 Meter zwischen den Pylonbeinen geschaffen. Diese wanderte Schritt für Schritt, dem raschen Baufortschritt des Gerüstbaus folgend, bis zur endgültigen Höhe von 50 Meter nach oben.

Verankerungskonzept
Um den Arbeitsbereich hermetisch vom Straßenverkehr abzuschotten und zu verhindern, dass Bau- und Abraummaterial in den Fluss gelangt, wurde das Peri UP Flex-Arbeitsgerüst mit Schrumpffolie komplett umhüllt. In Verbindung mit den zu berücksichtigenden enorm hohen Windlasten im Bereich der Maasmündung in die Nordsee erforderte dies zudem ein entsprechend angepasstes Verankerungskonzept. Auch hierbei ließ sich das Peri UP-Gerüstsystem mit mietbaren Variokit-Systembauteilen zu einer maßgeschneiderten und wirtschaftlichen Gesamtlösung kombinieren.

Zeitgewinn mit Sicherheit
Auf Basis einer gemeinsamen, detaillierten Vorplanung und der Möglichkeit, Variokit in die Peri UP-Gerüstlösung integrieren zu können, ließen sich bei der Gerüstmontage und -demontage sowie beim Umsetzen vom südlichen zum nördlichen Pylon zeitliche Vorteile erzielen. Zudem konnte Peri UP nahezu werkzeuglos und dadurch äußerst schnell und sicher montiert werden – insbesondere aufgrund des selbstsichernden Riegelanschlusses an der Rosette (Gravity Lock) und der integrierten Abhebesicherung der Beläge (Locking Deck).

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Erschienen in Ausgabe: Februar 2018 | Seite 29

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