von Redaktion
Südschnellweg in Hannover: Porr startet Tunnelrohbau am Südschnellweg
Nach Abschluss der Vorbereitungen beginnt Bauphase mit erster Sohlbetonage
Mit der ersten Betonage für den Tunnel des Südschnellwegs in Hannover hat der Porr Ingenieurbau einen zentralen Fortschritt im Bauablauf erreicht. In Baudock 4 wurde die Bodenplatte des Tunnelblocks 27 hergestellt und damit der Übergang von vorbereitenden Ingenieurbauleistungen in die eigentliche Tunnelrohbauphase vollzogen. Die Betonage erfolgt in rund 18 Metern Tiefe. Für die Herstellung der etwa 1,20 Meter starken Bodenplatte wurden rund 440 Kubikmeter Beton eingebracht.
Der Tunnel wird in einer segmentierten Blockbauweise hergestellt. Insgesamt umfasst die Bauwerksstruktur 80 geschlossene Tunnelblöcke sowie 31 offene Trogblöcke im Bereich der Portale. Die einzelnen Blöcke weisen weitgehend einheitliche Abmessungen von etwa 10 Metern Länge, 12 Metern Breite und rund 9,50 Metern Höhe auf. Dieses Bauprinzip ermöglicht eine flexible Trassierung sowohl in der Vertikal-als auch in der Horizontalachse und unterstützt die Anpassung an die projektspezifische Linienführung.
Die Herstellung erfolgt in einer Vielzahl standardisierter Einzelschritte. Insgesamt sind 111 Bodenplattenbetonagen sowie 240 Wandbetonagen im Tunnelbereich vorgesehen. Ergänzend kommen Wandkonstruktionen in den Trogabschnitten hinzu, sodass sich ein Gesamtumfang von 431 Einzelbetonagen ergibt. Die Arbeiten erfolgen abschnittsweise und folgen einem wiederkehrenden Bauablauf, der auf eine hohe Prozessstabilität ausgelegt ist.
Tunnel Südschnellweg in Hannover: Vorbereitende Maßnahmen
Dem Tunnelrohbau gehen umfangreiche Maßnahmen zur Baugrubenherstellung voraus. Seit November 2024 wurden im Zuge des Abbruchs der Bestandsbrücke sowie der anschließenden Baugrubenherstellung insgesamt zehn Baudocks erstellt. Bis zu sechs Baudocks befinden sich gleichzeitig in Bearbeitung und weisen unterschiedliche Bauzustände auf. In vier Bereichen wurden bereits Unterwasserbetonsohlen ausgeführt.
Zur Sicherung der Baugruben wurden rund 1.000 m Schlitzwand bis in etwa 20 Metern Tiefe in den Baugrund eingebracht und mit rund 2.000 Ankern kraftschlüssig rückverankert. Ergänzend stabilisierten DSV-Maßnahmen mit einem Volumen von rund 4.500 Kubikmnetern den Untergrund gezielt dort, wo besondere Anforderungen an Tragfähigkeit und Dichtigkeit gestellt sind. Für die Baugrubensohlen kamen zusätzlich rund 12.000 Kubikmeter Unterwasserbeton zum Einsatz, die unter anspruchsvollen Bedingungen eingebracht wurden und eine sichere Grundlage für die nachfolgenden Arbeiten schaffen. Insgesamt bewegt das Projekt beeindruckende Massen: Rund 300.000 Kubikmeter Boden werden im Zuge des Tunnelaushubs ausgehoben und aus dem innerstädtischen Baustellenbereich abgeführt.
Schalungs-und Fugenkonzept als Grundlage der Betonagearbeiten
Bereits im April 2026 begann die Porr Ingenieurbau mit den vorbereitenden Arbeiten im Baudock 4. Hierzu gehörten insbesondere der Einbau von Schalungssystemen, Fugenkonstruktionen, Einbauteilen sowie die Bewehrungsarbeiten im Vorlauf der Betonage.
Ein wesentliches konstruktives Element stellen die eingesetzten Fugenbleche dar, die dauerhaft im Bauwerk verbleiben. Diese übernehmen eine zentrale Funktion im Rissmanagement der massiven Bauteile. Durch gezielt angeordnete Sollrissquerschnitte wird die Schwindrissbildung kontrolliert in definierte Bereiche gelenkt. In Kombination mit integrierten Dichtelementen gewährleisten die Fugenkonstruktionen die dauerhafte Begrenzung von Wasserzutritten und tragen zur Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit bei.
Mit dem Start der Sohlbetonagen beginnt nun die sukzessive Herstellung der Tunnelblöcke und Trogabschnitte. Parallel dazu werden weitere Baudocks vorbereitet und in die Bauphase überführt. Ergänzend entstehen im Tunnelbauwerk rund vier Kilometer Randwege.
Die Fertigstellung des erweiterten Rohbaus einschließlich der Straßenbauleistungen ist bis Ende 2029 vorgesehen. Das Projekt stellt aufgrund des hohen Bauvolumens, der komplexen Baugrubensituationen sowie der Vielzahl gleichartiger Bauabschnitte besondere Anforderungen an Bauablaufplanung und Qualitätssicherung.
Bild: Der Tunnel unter dem Südschnellweg in Hannover wächst nun sichtbar: Nach umfangreichen Vorarbeiten entstehen in den vorbereiteten Baudocks Schritt für Schritt die einzelnen Bauteile des Bauwerks. (Foto: Porr)
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