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"Steuermehreinnahmen in marode Infrastruktur stecken"

"Steuermehreinnahmen in marode Infrastruktur stecken"

Land Baden-Württemberg freut sich über voraussichtliches Steuerplus von 1,5 Milliarden Euro - Bauwirtschaft fordert jetzt mehr öffentliche Investitionen -

DBU/Stuttgart -  Baden-Württemberg profitiert ebenso wie der Bund davon, wenn sich die Wirtschaft immer besser von der Corona-Krise erholt. Land und Kommunen können  offenbar mit einem deutlichen Plus bei den Steuereinnahmen rechnen. So fließen 2022 voraussichtlich rund 2,5 Milliarden Euro mehr in die Landeskasse als noch im Mai angenommen. Allerdings sind hiervon bereits rund eine Milliarde Euro im Haushaltsentwurf verplant, da das Finanzministerium schon im Vorfeld mit einem Plus gerechnet hatte. Nun aber kommen voraussichtlich noch einmal unerwartet 1,5 Milliarden Euro hinzu.

Die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg appelliert deshalb an die öffentliche Hand, diese Steuermehreinahmen vor allem in die marode Infrastruktur des Landes zu stecken, und zwar rasch. „Durch den plötzlichen Investitionsstopp der Kommunen im letzten aber auch in diesem Jahr sind zahlreiche wichtige Baumaßnahmen von jetzt auf nachher gestoppt worden“, kritisiert Hauptgeschäftsführer Thomas Möller.

Investitionsstau bei öffentlichen Bauprojekten ist weiter gestiegen

„Wir haben inzwischen einen enormen Investitionsstau bei wichtigen Sanierungs-, Neubau- und Klimaschutzmaßnahmen in Schulen, Kitas sowie bei Landes- und kommunalen Straßen. Auch im Bereich der energetischen Sanierung von öffentlichen Gebäuden gibt es dringenden Handlungsbedarf, ebenso beim Bau von bezahlbaren Wohnungen. Bauinvestitionen sorgen außerdem zuverlässig für zusätzliche Impulse in der heimischen Wirtschaft. Und genau das erhofft sich ja erklärtermaßen Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz, der mit dem Steuerplus auch weitere Steuergelder von morgen generieren möchte.“ Demnach sollen von den zusätzlichen Steuermehreinnahmen unter anderem mehr als 50 Millionen Euro in den Klimaschutz fließen, 160 Millionen Euro in die Sanierung von Landesstraßen und Brücken.

Möller verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass nicht nur die Corona-Krise, sondern auch die anhaltenden Lieferengpässe und die teils massiv gestiegenen Baumaterialpreise in den vergangenen Monaten bei der öffentlichen Hand zu großer Investitionszurückhaltung geführt haben. Möglicherweise hofften viele öffentliche Auftraggeber noch immer auf sinkende Preise. „Danach sieht es im Moment nicht aus. Die Preise für Baustoffe steigen leider weiter. Land und Kommunen sind also gut beraten, jetzt zu investieren. Günstiger wird es in absehbarer Zeit nicht.“

 

(Foto:  Pixabay)

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Erschienen in Ausgabe: online

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