von Jasch Zacharias

Reformen und Wirtschaftswende sind dringender denn je!

Kommentar zu Standortnachteilen der deutschen Wirtschaft

Als wären die Standort- und Wettbewerbsnachteile für mittelständische Unternehmen, Autoindustrie und Maschinenbau in Deutschland durch bürokratische Überregulierung, eine hohe Steuer- und Sozialabgabenlast und überhöhte Energiekosten nicht schon belastend genug, schlagen nun auch noch möglicherweise desaströse Folgen des Iran-Kriegs mit Ölpreis-Schock und Lieferkettenunsicherheiten ins Kontor. Gerade die Bauwirtschaft hat nach jahrelanger Rezession nun  einen Aufschwung bitter nötig – und das nicht nur bei staatlichen Aufträgen zur Sanierung der Infrastruktur. Daher tut es in Brüssel besonders Not, die bislang mit Tunnelblick weiterbetriebene Handels- und Klimaschutzpolitik zu korrigieren und angesichts des rauen Weltmarkt-Wettbewerbs die eigene EU-Binnenwirtschaft stärker als bisher zu unterstützen.
Mit welchen strukturellen Reformen, Steuererleichterungen sowie den bürokratischen Aufwand der Betriebe entlastenden Sofortmaßnahmen die Bundesregierung einen weiteren Niedergang der Wirtschaft bremsen kann, haben jetzt Handwerk, Industrie und Arbeitgeber dem Bundeskanzler ins Stammbuch geschrieben. Und auf EU-Ebene geht da sicher noch mehr – wie zum Beispiel das  Aussetzen der CO2-Abgabe.


Auch darf es nicht im Interesse der Bundesregierung sein, wenn Industrieproduktion aus Deutschland immer weiter in andere EU-Staaten oder in weiter entfernte Schwellen- und Entwicklungsländer ausgelagert wird. So droht in der Autoindustrie und bei sämtlicher energieintensiver Produktion im Land dasselbe Schicksal, dass vor Jahrzehnten schon die Textil-, Bekleidungs-  und Elektronikbranche ereilt hatte. Sind die Fabriken erst einmal dicht, bleibt das auch so. Noch unersetzbarer sind bei uns die vielen (Bau-)Handwerksunternehmen. Ohne sie kann nicht repariert, saniert und gebaut, geschweige denn das Klima geschützt werden. Auch bei der Transformation ins digitale (KI-)Zeitalter wäre es mehr als töricht, bislang intakte Branchen zu zerstören. Die Bundesregierung muss daher den Hebel zu einer Wirtschaftswende genau jetzt umgelegen, bevor noch weitere Unternehmen ins schwere Fahrwasser geraten oder ganz aufgeben müssen!

(Foto: Pixabay)

von Jasch Zacharias

Erschienen in Ausgabe: April 2026 | Seite02

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