von Redaktion
Sonnenschutzzarge ist ein fertiges Stück Fassade
Technisches Bindeglied zwischen Fenster, Fassade und Sonnenschutz
Die „Fensterbau Frontale“ hat vom 24. bis 27. März 75.000 Besucher auf das Messegelände nach Nürnberg gezogen. Mehr als 1.000 Aussteller zeigten ihnen, was sie Neues zu bieten haben. Dämmstoff-Hersteller Maxit aus Azendorf (Oberfanken) präsentierte ein montagefertiges System, das als technisches Bindeglied zwischen Fenster, Fassade und Sonnenschutz fungiert.
Es verfügt über integrierte Anschlüsse, die innenseitig die Abdichtung zum Fensterrahmen und außenseitig den einfachen Anschluss – beispielsweise an das verputzte Wärmdämmverbund-System (WDVS) – sicherstellen. Das Bauelement ist werkseitig für die einfache Aufnahme verschiedener Sonnenschutzlösungen des Maxit-Projektpartners Folgner vorbereitet: So lassen sich zum Beispiel Zip-Screens, Raffstoren oder Rollläden einfach in einen passend dimensionierten Schacht einstecken und befestigen.
Wärmebrückenfreie Hinterdämmung
Die Kabeldurchführung sowie die optionale Stromversorgung über ein kleines Fotovoltaik-Modul sind ebenso vorbereitet wie die wärmebrückenfreie Hinterdämmung der Sonnenschutzpakete und die Einlage einer passgenau anschließenden Fensterbank am Fußpunkt der Sonnenschutzzarge. Das System enthält bereits die entsprechende Somfy-Steuerung. Wegen der Möglichkeit zum Anschluss solarbetriebener Motoren können sogar weiterführende Elektroarbeiten im Inneren der Gebäude entfallen.
Konstruktiv gesehen ist die Sonnenschutzzarge ein fertiges Stück Fassade. Das Bauelement wird bereits mit allen Putzkanten, und einer anstrichfertigen Laibung geliefert. Fenster, WDVS-Zarge und Sonnenschutz sind zwar innerhalb des Systems und für die spezielle Baustelle exakt aufeinander abgestimmt. Sie werden aber konstruktiv klar getrennt.
Das löst ein bisher bestehendes Dilemma der Fassadenbauer: „Viele Fenster und Sonnenschutzkonstruktionen sind für den Einbau in WDVS ungeeignet“, weiß Maxit-Projektleiter Jan Henrichs. Dennoch werden sie seit Jahrzehnten unverändert verbaut. „Maler und Stuckateure stehen dann vor dem Problem, dass sie durch ihre Leistungen diese Vorarbeiten baurechtlich abnehmen“, so Henrichs: ein ewiger Konflikt, an den man sich an der Baustelle fast schon gewöhnt hatte. „Mit der Sonnenschutzzarge wird dieses Problem endlich gelöst“, sagt der Projektchef.
Außenliegender Sonnenschutz
Maxit kann Architekten das Thema außenliegender Sonnenschutz schon frühzeitig nahebringen. Nach Festlegung von Design und Ausführung braucht es dann nur noch die genauen Fenstermaße, bevor die Fertigung im Werk beginnt. Die Maße für Fensterbänke sowie einzusetzende Sonnenschutzmodule leiten sich davon ab.
Durch die Vorfertigung der Systemteile lassen sich Verarbeitungsfehler minimieren und die Montagezeit verkürzen. Auf der Baustelle erfolgt dann zunächst die Montage des Systemfensters. Anschließend lässt sich die Sonnenschutzzarge einfach aufstecken, bevor die restlichen Fassadenarbeiten beginnen.
Die Tragkonstruktion der Zarge ist selbst wärmedämmend und die Verbindung zum Fenster damit wärmebrückenfrei. Der nächste Schritt ist schließlich der Einbau des entsprechenden Sonnenschutzmoduls. Dank der bereits werkseitig in der Zarge integrierten Technik gelingt die Montage rasch.
von Redaktion