Bausoftware - . Redaktion

Software in allen Gewerken einsetzbar

Mengenermittlung mit MWM-Libero – einfach und schnell

Bonn – Die Verwaltungen der Tief- und Straßenbaufirmen, die Baustellen im Hochschwarzwald betreuen, liegen oft weit weg. Somit stehen die Unternehmen vor der Fragestellung, wer die Massen der Baustellen vor Ort aufnehmen und ins Leistungsverzeichnis zwecks Abrechnung übertragen soll. Denn für die Baufirmen rechnet es sich nicht, extra einen Bauabrechner dafür abzustellen, da dieser weite Anfahrtswege hätte. Hier kommen Tobias Pfleghar, staatlich geprüfte Bautechniker und Meister im Straßenbauhandwerk, der in Feldberg, der höchstgelegenen Ortschaft Deutschlands wohnt, und das Programm MWM-Libero ins Spiel.

Als Tobias Pfleghar, der vorher bei einem Bauunternehmen als Bauabrechner tätig gewesen ist, bei der Geburt des ersten Kindes in Elternteilzeit geht, kommen schnell die ersten Anfragen, ob er denn nicht nebenbei eine Baustelle abrechnen könne. Als sich die Anfragen häufen, überlegt der Straßenbauhandwerksmeister aus dem Hochschwarzwald 2008 nur kurz und macht sich selbstständig.

Da alles, was Pfleghar anpackt, System hat, sucht er auch gleich die entsprechende Software. Ein Kollege empfiehlt ihm MWM-Libero, ein Programm für Aufmaß, Mengen- und Massenermittlung sowie Bauabrechnung des Bonner Softwarehauses MWM Software & Beratung GmbH. Zunächst mietet Pfleghar die Software, um diese intensiv zu testen. Der Bautechniker erklärt: „Ich konnte sofort ohne große Einarbeitung mit dem Programm arbeiten, habe direkt mehrere Baustellen damit abgerechnet und es dann gekauft.“ Heute läuft MWM-Libero bei ihm sowohl auf seinem stationären Rechner im Büro als auch auf seinem Notebook. Das System ist jedoch nicht an die Gewerke des Straßen- und Tiefbaus gebunden, sondern in allen Gewerken einsetzbar. In der Software zur freien Mengenermittlung nach der REB 23.003 (Ausgabe 1979 und 2009) ist auch die Fakturierung für Abschlags- und Schlussrechnungen sowie die Angebotserstellung integriert. Darüber hinaus beinhaltet es Schnittstellen nach REB (DA11, DA11e, DA11s, X31), GAEB 90, GAEB 2000 und GAEB DA XML. GAEB- und REB-Daten können problemlos gelesen und erstellt werden.
Von seinen Auftraggebern, unterschiedlichen Tief- und Straßenbaufirmen, erhält Tobias Pfleghar das Leistungsverzeichnis der entsprechenden Baustelle mit den Einheitspreisen. Dieses importiert er mittels GAEB-Schnittstelle in MWM-Libero. Die Software stellt das LV mit seinen Positionen und dem entsprechenden Kurztext Windows-like in einer Baumstruktur auf der linken Bildschirmseite dar. Hier wählt Tobias Pfleghar seine Position aus und gibt dann in die am Bildschirm erscheinende Tabelle seine Daten ein.

Aufmaß auf verschiedene Weise erstellen
Um das Aufmaß aufzunehmen, verfährt der Bautechniker auf verschiedene Weisen. Bei viel befahrenen Straßen misst er mit einem Laserdistanzmesser, da er anderenfalls den Verkehr anhalten müsste. In den meisten Fällen findet Tobias Pfleghar es allerdings bei Straßenbaustellen einfacher, konventionell mit Zollstock, Maßband und Messrad aufzumessen.
„Muss ich zum Beispiel das Aufmaß von 400 Meter Bordstein aufnehmen, habe ich verschiedene Positionen wie zum Beispiel Hochbord, Anläufer, Absenker oder Tiefbord. Das messe ich schneller, wenn ich es mit dem Messrad ablaufe und die Positionen von Hand ins Aufmaßblatt eintrage“, meint der Bauabrechner.

Auch erhält er in Einzelfällen vom Polier die Aufmaße. Kanalmassen ermittelt er mit einem Kanalabrechnungsprogramm und Erdmassen mit Stratis.
Die Ergebnisse dieser Massen­ermittlung gibt Pfleghar dann in MWM-Libero ein und übermittelt daraufhin das ausgefüllte Leistungsverzeichnis an seinen Auftraggeber. Arbeitet dieser auch mit Libero, so mailt Pfleghar einfach die Libero-Datei. Anderenfalls übergibt er die Daten als REB-Datei in der Datenart 11. Nachdem der Bauherr die vom Bauunternehmen gestellten Rechnungen geprüft hat, erhält Tobias Pfleghar ein Prüfprotokoll für seine Unterlagen. Sollten die Firmen auch mit MWM-Libero arbeiten, erstellen sie damit auch die Rechnung.

Stärken des Programms voll ausnutzen
Bei einem Großprojekt in Immendingen, das eine der größten Erdbaustellen Europas ist, kann der Straßenbauhandwerksmeister die Stärken des Systems voll ausnutzen.
Ein süddeutscher Automobilhersteller errichtet auf einem bisherigen Bundeswehrstandort ein modernes Prüf- und Technologiezentrum, um dort die Autos von morgen zu testen. Um bei der Abrechnung einen Überblick zu behalten, hat Pfleghar im Programm Kriterien, denen die Massenansätze neben Positionen zugeordnet werden, angelegt. Diese lauten anerkannte, eingereichte, genehmigte und noch nicht eingereichte Aufmaße. „So habe ich immer einen Überblick, welche Aufmaße technisch und rechnerisch richtig sind, eingereicht und sich im Prüfzyklus befinden und welche vom Auftraggeber schon genehmigt sind und kann dieses auch dem Bauherren zum Beispiel der Gemeinde mitteilen“, erklärt Tobias Pfleghar.
Auch beim Neubau eines Gewerbegebietes in Titisee-Neustadt hat er Kriterien definiert. Dort sind dies allerdings verschiedene Kostenträger wie zum Beispiel Wasserleitungen, Kanäle, Stromversorgung etc. Diese Daten reicht er an die Kommune weiter, damit ersichtlich wird, wie viel sie für die verschiedenen Kostenträger bereits ausgegeben haben.

Fazit
Nicht nur die Software gefällt dem Bautechniker. Auch der Service des Softwarehauses wird gelobt: „Die Updates mit neuen Funktionen, die ich regelmäßig erhalte, haben jedes Mal einen Mehrwert für mich. Und sollte ich mal eine Frage haben, wird mir immer sofort geholfen.“

Bereut hat Tobias Pfleghar den Einstieg in die Selbstständigkeit nicht. So hat es sich für ihn sowohl wirtschaftlich als auch familiär gelohnt, denn er kann im eigenen Büro von zu Hause aus arbeiten. Und die Baustellen, die von ihm besucht werden, liegen in einem Radius von zirka 50 Kilometern, was zeitlich gut zu bewältigen ist.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: Oktober 2015 | Seite 39

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