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So eindrucksvoll geht nachhaltiges Bauen

So eindrucksvoll geht nachhaltiges Bauen

Acht Projekte konkurrieren um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur 2021

Acht Projekte können sich Hoffnung machen, als Sieger beim diesjährigen Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur hervorzugehen. Zur Auswahl der neu formierten Jury zählen beispielsweise ein Recyclinghaus, Neubauten in Holzbauweise sowie verschiedene vorbildliche Sanierungen. Die renommierte Auszeichnung wird in diesem Jahr zum neunten Mal gemeinsam von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. vergeben. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitstages am 3. Dezember 2021 in Düsseldorf.

 

Die acht nominierten Projekte zeigen in großer Vielfalt und Qualität individuelle Lösungen ganzheitlicher Nachhaltigkeitsstrategien für Gebäude verschiedenster Größe, Funktion und Gestalt. So fällt auch das Resümee des DGNB Präsidenten und Juryvorsitzenden Amandus Samsøe Sattler zum Wettbewerb positiv aus: „Wie drückt sich Architektur, die unter Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen entstanden ist, in architektonischer und gestalterischer Qualität aus? Die Nominierten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur zeigen auch in diesem Jahr zum Teil prototypisch, wie dieser Anspruch in überzeugender, vorbildlicher und konkreter Umsetzung beim Bauen verwirklicht wurde.“

 

 

 

Nominierte Projekte 

Mit der Vielseitigkeit von Holz als Baustein für klimagerechtes und nachhaltiges Bauen beschäftigen sich gleich mehrere Projekte. In Nürnberg punktet ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus in der Oskar-von-Miller-Straße mit seiner innovativen Massivholzkonstruktion. Der Neubau fügt sich auf gelungene Weise in die prominente Mustersiedlung der „Deutschen Bauausstellung“ von 1949 ein und verleiht mit seiner Freiraumqualität dem Ensemble den Charakter einer gewachsenen Siedlung. Ein Gewinn für sein Umfeld ist das Hotel an der Bauhofstraße in Ludwigsburg, bei dessen Errichtung und Betrieb die größtmögliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes eine zentrale Rolle spielt. Das als modulares Bausystem entwickelte Gebäude leistet einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Holzbaus im innerstädtischen Kontext. Und auch Kulturbauten lassen sich in Holz neu denken, wie die Tauber-Philharmonie in Weikersheim zeigt. In seiner Baugestalt, Orientierung und hölzernen Materialität fügt sich die konsequent zeitgenössische Architektur unaufgeregt in das historisch gewachsene Umfeld ein. Es ist ein Pilotprojekt für ein nachhaltiges Gesellschaftshaus im ländlichen Raum.

 

Das Verwaltungsgebäude des Tierparks Berlin steht beispielhaft für eine ressourcenschonende Sanierung. Statt für den Totalabbruch entschied man sich für den Erhalt des DDR-Systembaus aus den frühen 1960iger Jahren. Mit wenigen gezielten Maßnahmen, wie einer neuen vorgehängten Fassade in vorgefertigter Holztafelbauweise, kann das Haus zu einem späteren Zeitpunkt erweitert oder zerstörungsfrei zurückgebaut werden. In Chemnitz bilden der Umgang mit der vorgefundenen Bausubstanz und das respektvolle Weiterbauen den Beispielcharakter der Sanierung eines Gründerzeitgebäudes, der Casa Rossa. Die Ästhetik des Imperfekten und der minimalistische Ansatz machen das Projekt zu einem Pionier der Umbauwende. Zu den Nominierten zählt zudem das Recyclinghaus im Stadtteil Kronsberg in Hannover. Das zweistöckige Einfamilienhaus ist ein Prototyp für experimentelles Bauen. Als Reallabor für verschiedenste Arten und Dimensionen des Recyclings demonstriert das Gebäude, was heute bereits möglich ist.

 

Im Projekt „Einfach Bauen“ im bayerischen Bad Aibling werden auf vorbildliche Weise die Möglichkeiten und Grenzen des gleichnamigen Prinzips wissenschaftlich fundiert betrachtet. Hierfür wurden drei identische Häuser in Leichtbeton, Massivholz und Mauerwerk errichtet. Bei diesen werden die Konstruktion, das Nutzerverhalten, die Behaglichkeit und das Raumklima über einen längeren Zeitraum vergleichend bewertet, um Erkenntnisse über Einsparungen in der Gebäudetechnik zu erhalten. Da die Ergebnisse frei verfügbar gemacht werden, leistet das Projekt wichtige Impulse für alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette des Planens und Bauens, welche zum Startpunkt für eine neue Bauentwicklung werden können. Mit dem Kö-Bogen II in Düsseldorf hat es auch Europas größte Grünfassade unter die besten Acht beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur geschafft. Das mehrgeschossige Gebäude für Büro und Handel überzeugt mit seiner städtebaulichen Setzung und als ambitionierter Versuch, Bauen, Technik und Natur zu verbinden und im Sinne einer neuen Qualität einer grüneren, menschlicheren Stadt wirksam werden zu lassen.

 

Neu formierte Jury ermittelt aus allen Teilnehmenden das Spitzenfeld

 

Ermittelt wurden die nominierten Projekte von einer neu zusammengesetzten Jury, zu der acht Expertinnen und Experten aus Architektur, Bauen und Gesellschaft zählen. Anders als bislang bestimmt dieses neue Preisgremium auch direkt über die drei Finalisten sowie das Gewinnerprojekt des Wettbewerbs. Benannt wurden die Juroren gemeinsam von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis und der DGNB. Die Auszeichnung wird zudem unterstützt durch die Bundesarchitektenkammer, den Bund Deutscher Architekten und die Bundesstiftung Baukultur sowie Caparol.

 

Die diesjährigen Jurymitglieder

  • Manfred Belle, Stellvertretender Vorsitzender Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW
  • Martin Haas, Inhaber haascookzemmrich STUDIO2050
  • Markus Müller, Präsident Architektenkammer Baden-Württemberg
  • Reiner Nagel, Vorsitzender des Vorstandes Bundesstiftung Baukultur
  • Katja Oldenburg-Schmidt, Bürgermeisterin Hansestadt Buxtehude
  • Amandus Samsøe Sattler, DGNB Präsident, Founding Partner und Director Allmann Sattler Wappner Architekten
  • Marika Schmidt, Inhaberin mrschmidt Architekten BDA
  • Prof. Antje Stokman, Landschaftsarchitektin und Professorin für Architektur und Landschaft HafenCity Universität Hamburg

Bild: Nominiert ist auch der Kö-Bogen II – Europas größte Grünfassade, Düsseldorf

• Bauherr: CENTRUM Projektentwicklung GmbH, Düsseldorf; B&L Gruppe, Hamburg

• Architekt: ingenhoven architects   (Foto: ingenhoven architekts)

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Erschienen in Ausgabe: online

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