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Schlanke Drei-Turm-Architektur

Neubau von drei Turmhäusern auf dem Gelände des Heidelberger Universitäts-Klinikums

Dortmund – Die neu errichteten Marsilius-Arkaden auf dem Gelände des Heidelberger Universitäts-Klinikums bilden sich aus einem zweigeschossigen Sockelbau und drei unterschiedlich dimensionierten Turmhäusern. Sie dienen als wichtige Nahtstelle zwischen den Hochhäusern des Neckarvorlandes, den anderen Klinikgebäuden und dem Gästehaus der Universität Heidelberg. Für einen zügigen Baufortschritt und einen bemerkenswerten Raumgewinn sorgten schlanke Wandkonstruktionen im Trockenbau durch die Knauf Außenwand mit Aquapanel-Technologie.

Grund und Boden sind auf dem Gelände des Klinikums äußerst kostbar, unter anderem bedingt durch die Begrenzung durch den Neckar. Eine der Anforderungen des Bauherrn der Marsilius-Arkaden war daher, den Platz so gut wie möglich zu nutzen. Außerdem sah das Architekturkonzept vor, wechselnd in verschiedenen Geschossen geschlossene Wandpartien auszuführen. Aus statischen Gründen schieden Beton und Mauerwerk aus. So entschied man sich für die Knauf Außenwand mit Aquapanel-Technologie in unterschiedlichen Konstruktionsweisen.

Trockenbau für eine höhere Wirtschaftlichkeit
Allen Konstruktionen ist die besonders schlanke und leichte Bauweise zu Eigen, und darüber hinaus ließen sich alle gewünschten Dämmwerte und hohe Brandschutzwerte erreichen sowie verschiedene Oberflächen realisieren. Durch ihre geringere Wandstärke bietet die Außenwand im Vergleich zu Mauerwerk bis zu drei Prozent mehr nutzbaren Innenraum. Aufgrund der Material- und Arbeitskosten können auch niedrigere Investitionskosten erreicht werden – der Anteil dieser Kosten an den Gesamtbaukosten ist niedriger als bei Mauerwerk. Die Bauzeitverkürzung beim Objekt entstand auch dadurch, dass die Montage der Außenwand teilweise ohne Gerüst durchgeführt werden konnte.

Umgesetzt wurden verschiedene Konstruktionstypen der Knauf Außenwand: Die Doppelständerkonstruktion in einschalig vorgestellter Montage, ideal geeignet für Wohn- und Bürogebäude in hochpreisigen Lagen. Durch die Verlegung des äußeren Ständerwerks und der darin enthaltenen mineralischen Dämmung vor die Geschossdecke werden in diesen Bereichen die Wärmebrücken reduziert – eine Lösung, die den Wärmeverlust im Winter minimiert und im Sommer für ein komfortableres Raumklima sorgt. Als Fassadenabschluss wurde eine vorgehängte hinterlüftete Fassade mit grau eingefärbten Zementfaserplatten auf einer zusätzlichen Unterkonstruktion montiert. Die Konstruktion erreicht in Verbindung mit der inneren Vorsatzschale die Feuerwiderstandsklasse F90.

Die Realisierung der Außenwände im Westturm erfolgte vom 2. Obergeschoss bis 12. Obergeschoss mittels eingestellter Montage und als Einfachständerwerk mit CW-Profilen in C3. Das Ständerwerk wurde mit Metallbau-Dämmplatten ausgedämmt und anschließend doppelt mit Aquapanel Cement Board Outdoor beplankt. Als äußere Fassade montierten die Mitarbeiter der Firma Uhl (Würzburg) eine zusätzliche vorgehängte hinterlüftete Fassade, hier mit Metallkassetten auf eine zusätzliche Unterkonstruktion. In den Loggien wurde auf die Knauf Außenwand (Einfachständerwerk, CW-Profil 125) zudem ein WDVS aufgebracht.

Im Leichtbautrend
Außenwände aus Mauerwerk müssen bis zu 50 Zentimeter dick sein, um die heutzutage strengen Anforderungen an Wärmekennwerte zu erfüllen. Die Zukunft von Baumaterialien sieht anders aus: Schlanker, leichter, stabiler und besonders vielseitig – Eigenschaften, die bei dem Marsilius-Arkaden gefordert waren.

Die Knauf Außenwand mit Aquapanel-Technologie eignet sich grundsätzlich für Objekte mit hohen Anforderungen an Stabilität und Witterungsbeständigkeit, vom Bürogebäude über Kliniken und Hotels bis hin zu Sportstätten und Wellness-Oasen. Trotz einer sehr schlanken Konstruktion sind diese Außenwände solide, robust und halten auch der strengsten Witterung stand. Sie bieten durch die integrierte Dämmung hohen Wärmeschutz und sind auch beim Brandschutz und in der Erdbebensicherheit leistungsfähig. Mit effektivem Schallschutz ausgerüstet, schaffen sie ruhige Wohn- und Arbeitsräume.

Höhere und schnellere Rentabilität
Dadurch, dass die Gebäudehülle schneller fertig gestellt ist, können die Folgewerke im Innenbereich früher beginnen. Die Trocknungszeit während der Bauphase ist ebenfalls kürzer und damit der Energieverbrauch zur Gebäudetrocknung geringer. Da die komplette Knauf-Außenwand mit Aquapanel-Technologie von einem Gewerk übernommen werden kann und somit weniger Schnittstellen auftreten, reduziert sich auch der Koordinationsaufwand durch die Bauleitung. Durch die Just-in-Time-Anlieferung der Komplettlösung aus einer Hand vereinfacht sich auch die Baustellenlogistik: Für die Fassade müssen geringere Baumassen transportiert werden, schweres Gerät ist nicht notwendig. Aufgrund der geringeren Wandstärke im Vergleich zum Mauerwerk gewann der Bauherr der Marsilius-Arkaden durch die Knauf Außenwand mehr nutzbaren Innenraum mit einem beträchtlichen Flächengewinn.

Alle Komponenten einer Wand
Zum Komplettsystem gehören alle Komponenten für alle technischen und gestalterischen Anforderungen im Innen- und Außenbereich der Wand. Zum System zählen außerdem die Beratung bereits in der Ausschreibungsphase und Hilfe bei der technischen Umsetzung. Sowohl die komplette Außenwand als auch viele ihrer Einzelkomponenten sind mit Zertifikaten für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet worden.

Insgesamt wurden bei den Marsilius-Arkaden 94 Wohnungen, 330 Arbeitsräume, 76 Tiefgaragen-Stellplätze und Flächen für Schulungen, Konferenzen und Besprechungen geschaffen. „Die Knauf-Außenwand im Trockenbau ermöglicht einen bemerkenswerten Raumgewinn“, so Elmar Sendelbach, Bauleiter der Jaeger Ausbau, Würzburg, „insbesondere beim Westturm. Die Wand ist außerdem leichter und lässt sich mit einer sehr guten Wärmedämmung versehen – insgesamt ein flexibles und wertiges System, dass sich rechnet.“

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Erschienen in Ausgabe: Februar 2016 | Seite 21

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