Abbruch - . Redaktion

Dank vergrößerter Öffnungswinkel und längerer Hauptmesser lassen sich große Brocken mit dem Rädlinger-Felslöffel noch besser aufnehmen.   (Foto: Rädlinger Maschinen- und Anlagenbau GmbH)
Dank vergrößerter Öffnungswinkel und längerer Hauptmesser lassen sich große Brocken mit dem Rädlinger-Felslöffel noch besser aufnehmen. (Foto: Rädlinger Maschinen- und Anlagenbau GmbH)

Schlagkräftiges Löffelpaket für den Abbrucheinsatz

Rädlinger fertigte für Fischer Weilheims Abbruchsparte 15 Felslöffel

Cham – 330.000 Kubikmeter Abbruchmaterial und 20.000 Kubikmeter Erdarbeiten bewältigte das Unternehmen Fischer Weilheim mit seiner Sparte Abbruch seit Oktober 2016 in Filderstadt bei Stuttgart. Nach dem vollständigen Rückbau eines teils sechs­stöckigen Bürogebäudes begann dann im Mai 2017 auf dem Gelände der Bau eines neuen Produktionswerks. Jeden Tag waren auf der Abbruchbaustelle vier bis fünf Kettenbagger im Einsatz, um die Bausubstanzen zu separieren sowie die Vierachser und die Sattelzüge mit dem abzufahrenden Material zu beladen. Beton und Stahl verlangten den Maschinen und den Anbaugeräten einiges ab.

Hans-Ulrich Kling, Meister der Bau- und Landmaschinenwerkstatt ist unter anderem zuständig für den etwa 120 Großmaschinen und 90 kippende Fahrzeuge umfassenden Fuhrpark von Fischer Weilheim. Als es einige Maschinen mit neuen Werkzeugen auszustatten galt, fiel die Entscheidung auf Produkte von Rädlinger. Gemeinsam mit Ralf Sommer Geschäftsführer der Kiesel Süd-Niederlassung Leonberg, der das Unternehmen bei der Auswahl der passenden Anbaugeräte beriet, wurde ein schlagkräftiges Löffelpaket mit 15 Anbaugeräten geschnürt.

Entscheidend dabei war nicht nur die Qualität der Produkte. Der Hersteller sollte auch über die notwendigen Referenzen und die Fachkompetenz verfügen, wirtschaftliche und individuelle Lösungen anbieten zu können. Rädlinger verfügt seit gut 30 Jahren über diese Kompetenz im Großlöffelsegment. Bei der genaueren Ausgestaltung der einzelnen Anbaugeräte arbeiteten Kunde, Händler und Hersteller deshalb eng zusammen.
Dabei verbindet die Unternehmen weit mehr als diese Zusammenarbeit. Alle drei sind in mehrfacher Generation familiengeführt und sowohl Rädlinger als auch Fischer Weilheim legten den Firmengrundstein mit Transporten von Schotter beziehungsweise Kies.

Im laufenden Konstruktionsprozess wurden die Erfahrungswerte, Wünsche und Ideen des Kunden aufgenommen, geprüft und nach gemeinsamer Abwägung realisiert beziehungsweise nach anderen Lösungen gesucht. Neben bewährten Standardlösungen fertigt Rädlinger auch Sonderkonstruktionen und nimmt individuelle Anpassungen zum Beispiel hinsichtlich der Formgebung, Blechstärken oder des Verschleißschutzes vor.
Zehn der 15 Löffel für Fischer Weilheim sind Felslöffel, die sich besonders für die schweren Einsätze in der Abbruch- oder auch der Gewinnungsindustrie eignen. Sie halten hohen Ausbrechkräften und starkem Verschleiß stand und ermöglichen durch ein gutes Füllverhalten gleichzeitig eine hohe Baggerleistung und einen niedrigen Treibstoffverbrauch.
Zum Einsatz kommen die Löffel bei Fischer Weilheim an verschiedenen Trägergeräten mit Einsatzgewichten zwischen 23 und 70 Tonnen. Dementsprechend umfasste das Löffelpaket Anbaugeräte in den Größenklassen III bis V für Trägergeräte mit einem Einsatzgewicht von 23 bis 70 Tonnen. Auch die Schnittbreite variiert je nach Löffel und Einsatzzweck. Der Größte von ihnen ist ein Klasse V Löffel und wird an einen Liebherr-Raupenbagger 964 C angebaut. Er hat eine Schnittbreite von 2,0 Meter, ein Gewicht von 4,7 Tonnen und ein Löffelvolumen von etwa 4,5 Kubikmeter.
Standardmäßig sind die Rädlinger Felslöffel aus hochfestem Stahl hergestellt und verfügen über einen Seitenschutz sowie quer auf der Löffelrückseite verlaufende Verschleißstreifen in HB 400 oder 500. Abgestimmt auf den Abbrucheinsatz wurden für Fischer Weilheim mehrere Löffel zusätzlich mit Chocky Bars und mechanischen Seitenshrouds zum Schutz der besonders beanspruchten Seitenschneiden ausgestattet. Zur dauerhaften Bewältigung der extremen Kräfte, die beim Aufnehmen und Heben des harten und schweren Abbruchmaterials wirken, wurden die Oilquick-Löffeldächer komplett in verstärkter Ausführung ausgear-beitet. Auffallend ist besonders der geringe Abstand der Zahnhalter und Zähne zueinander. Dadurch soll eine bessere Verteilung der Belastung bei Eindringen in das schroffe Material erreicht werden.
Beim Besuch auf der Baustelle zeigte sich damals Werkstattmeister Hans-Ulrich Kling zufrieden mit den Löffeln: „Es ist alles einwandfrei. Form und Eindringverhalten sind sehr gut.“
Besonders bei größeren Abbruchteilen, zum Beispiel von Fundamenten, hat sich der vergrößerte Öffnungswinkel in Kombination mit längeren Hauptmessern als sehr sinnvoll herausgestellt. Dadurch entsteht eine größere Auflagefläche auf der auch Fundament-Brocken von über 15 Tonnen aufgenommen werden können. Zusätzlich konnte durch das geänderte Maß die Grabkurve für diesen speziellen Einsatz optimiert werden, sodass Ecken besser erreichbar sind und auch nahe an Wänden Material abgestochen werden kann.
Für den spezifischen Einsatz optimiert wurde auch ein Gitterlöffel mit einem Volumen von über 3,2 Kubikmeter, der auch Teil des Löffelpakets war. Die Stababstände des Löffels sind für seine Größe mit 60 Millimeter relativ gering, aber genau passend, um das Abbruchmaterial zu sieben und ein ordentliches Baufeld zu hinterlassen.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: April 2018 | Seite 18

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