von Redaktion

Rohrsanierung: Einsatz von Warmwasserlinern

Norm DIN EN ISO 11300-2 widmet sich speziell der Schlauchlining-Technik zur Sanierung unterirdischer Rohrnetze

Hersteller von Rohrreparatursystemen stellen ihre Vorgehensweise immer über andere Verfahren. Das muss nicht sein, wie der Geschäftsführer von Swietelsky-Faber, Jörg Brunecker, in einem Beitrag anlässlich des jüngst abgehaltenen Schlauchlinertages erörtert hat.

Als Beispiel nennt er ein Projekt in Bremen. Dort ist für einen 620 Meter langen Mischwasserkanal ein Schlauchlining-System aus duroplastischem Verbundwerkstoff eingesetzt worden, das durch Ultraviolett (UV)-Bestrahlung aushärtet. Doch im selben Kanalsystem ist in einem anderen Abschnitt auch ein sogenannter Warmwasserliner installiert worden. Es basiert ebenfalls auf der Schlauchlining-Technologie, härtet aber durch Wärmeeinwirkung aus.

Erschwerte Einbaubedingungen wegen Querschnittwechsel

Wie Brunecker ausführt, war diese Alternative dort deshalb willkommen, weil es einen Querschnittwechsel gegeben hat und bauseits erschwerte Einbaubedingungen vorgelegen haben. Insgesamt hat die komplexe Rohrgeometrie danach verlangt.

Warmhärtende Schlauchliner gelten im Einsatz aufwändiger als die UV-aushärtenden. Es gibt einen deutlich höheren Energieaufwand. Auch wird laut Brunecker mehr Zeit und Personal benötigt. Der eingesetzte Synthesefaserliner hat in der Herstellung mit seinen 6,2 Tonnen auch mehr Material verbraucht. „Jedoch bieten diese Liner aufgrund ihrer Flexibilität und der weiteren Verfahrensperformance im Einzelfall maßgebende Vorteile“, führt Brunecker weiter aus. Auch unter anspruchsvollen Randbedingungen ermögliche das Verfahren eine dauerhafte Sanierung bestehender Leitungsinfrastrukturen. Die Inversionstechnik beim warmaushärtenden Lining ist laut Brunecker gut kontrollierbar: „Das bietet eine sichere und materialschonendere Ausführungsvariante“, so der Unternehmer.

Unternehmern wenden verschiedene Schlauchliner-Verfahren an

Bei Swietelsky-Faber kommen Warmwasserliner daher regelmäßig zum Einsatz. „Im Bereich der Auskleidung von Druckrohrleitungen ist die warmhärtende Variante ein deutlicher Ausführungsfavorit“, so Brunecker. Das gelte wegen oben genannter Gründe, obwohl in diesem Anwendungsbereich auch UV-härtende oder kombinierte Lösungen zur Verfügung stehen.

Für Unternehmen, die verschiedene Schlauchliner-Verfahren anwenden, seien verschiedene Faktoren entscheidend: Rohrdimension, Profilform, statische Anforderungen, Zugänglichkeit, Bauablauf und örtliche Randbedingungen sind laut Brunecker vor der richtigen Auswahl der günstigsten Alternative zu prüfen.

Für ihn ist auch die Norm DIN EN ISO 11300-2 entscheidend, die sich speziell der Schlauchlining-Technik zur Sanierung unterirdischer Rohrnetze widmet. Sie zählt relevante Prozessparameter wie Kalibrierzeiten, Aufstelldrücke, Temperaturverläufe, Zugkräfte, Probenahme und Dokumentationen auf, die zu berücksichtigen sind und mithin Aufschluss für die richtige Verfahrensvariante geben. „Im Sinne einer sachgerechten Planung sollte meiner Auffassung nach die gesamte Technikfamilie der DIN EN ISO 11295 für den spezifischen Einsatz vor Ort überprüft werden“, so Brunecker.

von Redaktion

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