. Jasch Zacharias

Gu tbesuchte Ausstellung in der Station Berlin bei der fachtagung Abbruch 2019 (Foto: Zacharias)

Roboter baut Kühlturm von Atomkraftwerk ab

Es ging um heikle Projekte und gute Geschäfte – erstmals 1000 Teilnehmer dabei

DBU/Berlin – Die 25. Fachtagung Abbruch am 15. Februar in Berlin – größtes Treffen der Abbruch-Branche in Europa – hat gehalten, was sie im Vorfeld versprochen hatte. Es kamen mehr Teilnehmer und mehr Aussteller als je zuvor. Und auch die Vorträge waren kurzweilig und zum Teil spektakulär.

Mehr als 1000 Teilnehmer, 116 Aussteller und 30 Prozent mehr vermietete Ausstellungsfläche – der Deutsche Abbruchverband kann mit dieser Bilanz die „25. Fachtagung Abbruch“ rundherum als gelungen verbuchen. Für die Jubiläumsveranstaltung hat der in Köln ansässige Veranstalter erstmals eine ganz besonders trendige Event-­location gewählt: Die Station Berlin nahe dem Gleisdreieck im Bezirk Kreuzberg. Ein denkmalgeschützter Postbahnhof aus der wilhelminischen Zeit mit reichlich Platz für Vorträge, Zuhörer und Aussteller. Und weil es sowohl den DA-Organisatoren als auch den Gästen dort so gut gefallen hat, soll auch die nächste Abbruchtagung im Jahr 2020 genau dort stattfinden.

Berichte über diffizile Abbruchszenarien
Das Vortragsangebot in Berlin hatte es in sich. Von der rasanten Politikerrede über Berichte von hoch diffizilen Abbruchszenarien bis hin zu Vorträgen über partikelfiltrierenden Atemschutz am Arbeitsplatz sowie die Engpässe bei der Deponie von Abbruchmüll.
Eröffnet hatte die Fachtagung der CDU-Spitzenpolitiker Wolfgang Bosbach mit einem sehr unterhaltsamen Vortrag zu Digitalisierung und Globalisierung der Weltwirtschaft. Dass Bosbach zwar kein Abbruch-Ingenieur, dafür aber ein absoluter Abbruch-Profi als Redner ist, stellte der Rheinländer in Berlin eindrucksvoll unter Beweis. Auf die Minute genau konnte Jörg Blechschmidt von der Sakostacau GmbH mit seinem spannenden Vortrag beginnen.

Kaufhaus wird mitten in Stadtzentrum abgerissen
Es ging um den Abbruch eines Hertie-Kaufhauses aus den 70er-Jahren inmitten des dicht bewohnten Zentrums von Köln-Porz. Mit allen seinen Risiken und Unwegbarkeiten. Kaum weniger spannend war zum Beispiel der Bericht der Firma Mittelsdorf Erdbau Abbruch Recycling aus dem thüringischen Breitungen über den Abbau eines Kühlturms des Atomkraftwerks in Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz) mit einem ferngesteuerten Abbruch-Roboter. Mit von der Partie war auch ein hochrangiger Vertreter des Kraftwerksbetreibers RWE, der seinem Auftragnehmer präzise und vorbildliche Arbeit attestierte.

Als internationaler Redner trug Ryan Priestley von der irma. Priestly Demolition aus Ontario, Kanada mit dem Titel „Taking down the Nipigon Bridge“ vor. Die Nipigon Bridge ist die einzige Brücke, die Ost- und West-Kanada verbindet. Dabei mussten die Arbeiten an der Brücke aus 850 Tonnen Beton und Stahl in den Wintermonaten bei permanenten Minustemperaturen gemeistert werden und es durften keinerlei Maschinen ins Wasser gestellt oder gar aus dem Wasser heraus an der Brücke gearbeitet werden, weil dort seltene Fischarten laichen.

Zeitgleich zu den Vorträgen – und parallel zum abschließenden Dialog-Abend – wurden in der Ausstellungshalle Produkte gezeigt und Geschäfte angebahnt.

. Jasch Zacharias

Erschienen in Ausgabe: Seite 15| März 2019

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