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Rekord: Holzbaupreise steigen in Brandenburg um 53 Prozent

Baupreise steigen in Deutschland so stark wie seit 1970 nicht mehr - In der Hauptstadtregion ist Bauen besonders teuer

Der Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude hat sich bundesweit  im November 2021 so stark verteuert  wie seit 51 Jahren nicht mehr. So stiegen die  Baupreise  nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,4 Prozent. Im August 1970 betrug die Teuerungsrate 17 Prozent. Auf regionaler Ebene im Land Brandenburg wurde dieser Preisanstieg sogar noch getoppt: Nach Angaben der Fachgemeinschaft Bau  lagen die Preise im Land Brandenburg  im Wohnungsneubau im November sogar um 17,4 Prozent über denen des Vorjahresmonats 2020. In der Bundeshauptstadt Berlin stiegen sie immerhin noch um knapp 14 Prozent.

 

Überdurchschnittlich stark verteuerten sich laut Statistikbehörde insbesondere Zimmer- und Holzbauarbeiten, die aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Bauholz im In- und Ausland 38,9 Prozent mehr kosteten als ein Jahr zuvor. Im Land Brandenburg schellten diese sogar um 53 Prozent in die Höhe. Auch die Preise für Nichtwohngebäude, die Instandhaltung und den Straßenbau stiegen in der Hauptstadtregion laut FG Bau um bis zu 18,6 Prozent gegenüber November 2020 an.

Peter Hübner, Präsident des Hauptverbands der deutschen Bauindustrie (HDB)  und Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) rechnen damit, dass sich die Materialpreise im Laufe des Jahres auf hohem Niveau einpendeln. für das Gesamtjahr 2022 geht die Branche von einem Anstieg der Baupreise von etwa vier Prozent aus. "In die Glaskugel schauen und verhindern, dass sich möglicherweise wieder ein Containerschiff im Suezkanal querstellt können wir aber auch nicht", sagte Reinhard Quast.

FG Bau fordert von der öffentliche Hand mehr Investitionen sowie weniger Gebühren für Energie, Transport- und Deponien sowie Straßenlandnutzung

„Die Ursachen für die extreme Verteuerung des Wohnungsneubaus liegen vor allem in den überdurchschnittlichen Preissteigerungen für Roh- und Ausbauarbeiten. Dafür sind hauptsächlich die seit dem vergangenen Jahr rasant wachsenden Rohstoff- und Energiepreise verantwortlich, die wiederum auf die weltweit große Nachfrage nach Baustoffen wie Holz, Stahl und Dämmstoffe zurückzuführen sind“, erklärt Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau. „Im Hinblick auf den Wohnraummangel und die Anpassung an den Klimawandel müssen dennoch öffentliche Investitionen in den Wohnungsneubau, die energetische Gebäudesanierung, aber auch in die Infrastruktur sichergestellt werden, damit die Metropolregion auch weiterhin zukunftsfähig bleibt. Auf Material- und Rohstoffpreisen hat die Politik nur bedingt Einfluss, auf andere Faktoren wie hohe Energiepreise, Transport- und Deponiekosten schon. Auch sehen wir die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg in der Verantwortung, dass zusätzliche Kostentreiber wie Gebühren für die Nutzung von Straßenland gesenkt sowie komplizierte und langwierige Planungs-, Genehmigungs- und Vergabeverfahren abgeschafft werden“, fordert Manja Schreiner.

 

Bild: Holzbauarbeiten verteuern sich im Land Brandenburg im November 2021um 53 Prozent und im Bundesdurchschnitt um fast 39 Prozent (Foto: Tim Rieckmann/Flickr)

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Erschienen in Ausgabe: online

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