von Redaktion
Leitungsbau: RBV fordert Technologieoffenheit
Rohrleitungsbauverband mahnt klare politische Vorgaben an
Der Umbau der deutschen Versorgungsnetze steht vor einem historischen Kraftakt. Stromleitungen müssen für Elektrifizierung und Elektromobilität ausgebaut, Gasnetze zu Wasserstoffnetzen umgewandelt und neue CO₂-Transportnetze geschaffen werden. Gleichzeitig treiben Kommunen ihre Wärmeplanung voran. Der Rohrleitungsbauverband (RBV) sieht darin einen beispiellosen Investitionsbedarf sowohl im Neubau als auch bei Sanierung und Instandhaltung.
Dr. Ralph Donath: "Bereit, den Kraftakt zu stemmen"
„Die Energiewende verlangt Milliardeninvestitionen in die Netze“, sagt RBV-Präsident Dr. Ralph Donath: „Der Leitungsbau ist bereit, diesen Kraftakt zu stemmen.“ Doch die Bundesregierung muss ihm zufolge Planungssicherheit schaffen. „Wir brauchen verlässliche, technologieoffene Rahmenbedingungen, damit die Energiewende bezahlbar und umsetzbar bleibt“, so Donath.
Nach Einschätzung des Verbands sind Investitionen in alle Netze dringend erforderlich: Der Netzentwicklungsplan fordert den massiven Ausbau der Strominfrastruktur, das Wasserstoff-Kernnetz befindet sich im Aufbau, kommunale Wärmepläne werden neue Fernwärmeleitungen nötig machen.
Handlungsdruck beim Netzausbau anerkannt
Hinzu kommen ein Sanierungsstau bei Wasser- und Abwassersystemen sowie erste Planungen für CO₂-Transportleitungen. Zwar erkenne der jüngste Monitoringbericht des Bundeswirtschaftsministeriums den Handlungsdruck beim Netzausbau an. Doch laut Donaths Kritik werden die Potenziale bestehender Gasnetze unterschätzt: Diese könnten als Basis einer Wasserstoffwirtschaft dienen.
Planungssicherheit fehlt derzeit
Der Verband mahnt klare politische Vorgaben an, um Planungssicherheit zu gewährleisten. Unsichere Diskussionen – etwa über den Vorrang von Freileitungen statt Erdkabeln oder über eine Novelle des Gebäudeenergiegesetzes – behinderten Investitionen und Fachkräfteaufbau. RBV-Hauptgeschäftsführerin Martina Buschmann warnt: „Deutschland kann es sich nicht leisten, weiter auf Zeit zu spielen.“
Um die Herausforderungen zu bewältigen, fordert der RBV eine enge Kooperation zwischen Netzbetreibern und Bauunternehmen. Donath erinnert an die Initiative Zukunft Leitungsbau, die seit 2020 Leitlinien für Qualität und Partnerschaftlichkeit im Netzbau etabliert. Fortschritte bei Digitalisierung und Prozessoptimierung zeigen laut dem Verbandspräsidenten, dass die Branche bereit sei.
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