von Christian Schönberg
Pumpspeicherkraftwerk bei Happurg soll wieder in Betrieb gehen
Inbetriebnahme für 2028 geplant - Kontrollgang mit Paschalschalung hergestellt
Das Pumpspeicherkraftwerk in Happurg (Mittelfranken) ist vor 15 Jahren stillgelegt worden. Grund waren Schäden am Oberbecken. Steigende Energiepreise und das Streben nach autarker Stromgewinnung führen nun zur Neubelebung des Kraftwerks. 2028 soll es wieder in Betrieb gehen. Bis dahin wird viel gebaut – unter anderem ein Kontrollgang, dessen Wände mit spezieller Paschal-Schalung betoniert werden.
In offener Bauweise wird das 530 Meter lange Bauwerk errichtet. Das erste Betonieren betraf das Herstellen der Bodenplatte. Im zweiten Betonierabschnitt erstellte Rädlinger die ein Meter hohen Seitenwände. Darauf folgte der halbkreisförmige Tunnelbogen. Er wurde mit einem Durchmesser von 2,20 Metern aufgesetzt. Alle Bauteile haben eine Dicke von 40 Zentimetern.
Sonderschalung in Stahlausführung
Die Innenschalung des Bogens wurde bei Paschal als Sonderschalung in Stahlausführung entwickelt, die zum Ausschalen und Absenken mit Gelenken ausgestattet ist. Als abstützende Unterkonstruktion verwendeten die Rädlinger-Mitarbeiter Stützen, Rahmen und Jochträger des Traggerüstes „Gass“. Sie sind als Serienteile mietbar.
Auch die verstellbare Trapezträger-Rundschalung war als Außenschalung im Einsatz. Innen- und Außenschalung sind miteinander verspannt worden. Zum Einbringen des Betons wurden in den Segmenten der Außenschalung Betonieröffnungen in regelmäßigen Abständen eingebaut.
Mit der Schalung waren 54 Einsätze mit Längen zwischen vier und zwölf Metern geplant. Das Umsetzen und Verfahren erfolgte durch das Absenken auf Lenkrollen, die unter dem Traggerüst montiert waren. Da der Tunnel nahezu immer auf fast ebenem Untergrund hergestellt wird, kann die Schalung ohne zusätzliche technische Hilfsmittel komplett von Hand verschoben werden.
Stefan Louen: Kontrollgang für das Ermitteln von Wasserverlusten
„Nach der Fertigstellung verläuft der Kontrollgang unter der späteren Beckensohle“, erläutert Rädlinger-Bauleiter Stefan Louen. Angeschlossen an diesen Gang sind Drainagerohre, die unter der Beckenabdichtungsebene verlegt werden. „Dadurch kann kontrolliert und lokalisiert werden, ob und an welcher Stelle Wasserverluste im Becken auftreten“, so der Bauleiter.
Foto: Paschal
von Christian Schönberg