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Produktpalette Drehantrieb „RotoTop“ erweitert

Holp auf der GaLaBau: MultiGrip-Löffel mit hocheffizienter Siebeinrichtung vorgestellt

Fornsbach – Als Branchenspezialist in den Bereichen Bagger-Drehantriebe und Baggerlöffel zeigte die Holp GmbH aus Fornsbach auf der GaLaBau, was das schwäbische Unternehmen unter „Bagger-Tuning“ versteht.
Unter der Bezeichnung „RotoTop“ bietet Holp ein breites Programm an Drehantrieben für alle handelsüblichen Bagger an. Vom Mini- (ab 0,8 Tonnen) bis hin zum 35-Tonnen-Bagger gibt es den „RotoTop“ derzeit in sechs Größen mit acht verschiedenen Drehdurchführungen – individuell konfigurierbar. Zudem hat der Drehantrieb alle Voraussetzungen für eine 2D- beziehungsweise 3D-Baggersteuerung. Neu im Programm ist der Typ RT 091. Er ist für ein Bagger-Dienstgewicht bis zu 10 Tonnen ausgelegt und kann mit bis zu einer achtfachen Drehdurchführung ausgestattet werden. Im geringen Eigengewicht und der hohen Flexibilität sieht Geschäftsführer Günter Holp für diesen Typ ein erhebliches Absatzpotenzial.
Für Überraschung sorgte auch ein neues Tool für den Baggerlöffel MultiGrip: Eine innovative Siebeinrichtung, die schnell und unkompliziert im Tausch gegen die vorhandenen zwei Greif-Finger eingesetzt werden kann. Die Siebeinrichtung ist speziell für bindige Böden ausgelegt, so dass Mutterboden und andere bindige Materialien von Steinen, Steinfragmenten, Stöcken, Abfällen usw. getrennt werden können. Das speziell für den GaLaBau entwickelte Tool kann nicht nur für die Mutterboden-Aufbereitung eingesetzt werden. Die gesiebten Materialien lassen sich zum Beispiel zur Rückverfüllung von Rohrleitungen und Kabelgräben wieder einsetzen.
Der MultiGrip-Löffel mit Siebmodul lässt sich auch mit kleinen Baggern ab 2,5 Tonnen hydraulisch betreiben. Der zügige Arbeitsfortschritt, bringt weniger Material- und Transportkosten und somit mehr Effizienz mit sich.

Bis achtfache Drehdurchführung
Der Drehantrieb „RotoTop“ ist je nach Anforderungsprofil individuell konfigurierbar. Besonders leichtgewichtig und ultraflach sind die Holp-Drehantriebe für Bagger von 800 Kilogramm – 6,5 Tonnen Dienstgewicht. Die 7-Tonnen- bis 35-Tonnen-Bagger können zudem mit der intelligenten Holp-Steuerung „Power-Rotation-Control“ und weiteren interessanten Features ausgestattet werden.
Dank der Vielzahl hydraulischer Drehdurchführungen, die bis zu achtfach Öl bzw. siebenfach Öl und zwölffach Strom durchleiten können, ist es möglich, dass alle vollhydraulischen Schnellwechsler – sehr flach aufgebaut – zu einem drehbaren Schnellwechsler werden und dies mit Vollausstattung.
Selbst vollhydraulische Schnellwechsler mit Drei-Leitungssystem (wie zum Beispiel Likufix) sind mit der neuen achtfachen Drehdurchführung kein Problem mehr. Hier hat Holp wieder einmal die Erfahrung aus der Praxis voll ausgeschöpft.
Auch andere Anbaugeräte mit Drehantrieb, die noch im Unternehmen vorhanden sind, wie etwa drehbare Rüttelplatten, können somit problemlos angesteuert werden. Das ist beim Flotten-Management außerordentlich wichtig, da ein Bagger mit RotoTop mit allen Anbaugeräten kompatibel ist. Vom Führerstand aus kann der Maschinist per Knopfdruck alle Anbaugeräte aufnehmen und sofort loslegen, ohne vorher Hydraulikschläuche umkuppeln zu müssen. Generell lassen sich alle Drehdurchführungen mit Stromdurchführungen ausstatten, so können auch Zusatzfunktionen am Anbaugerät angesteuert werden.

Wer für spezielle, schwerpunktmäßige Einsatzbereiche noch weitere Bewegungsfreiheit benötigt, für den hat Holp den geschraubten Tiltrotator RotoX im Programm. Er ist auf der bewährten Plattform der „RotoTop“-Technik aufgebaut, jedoch ist das Eigengewicht und der Aufbau höher, was laut Geschäftsführer Günter Holp nur dann von Vorteil ist, wenn man das zusätzlich gewonnene Bewegungspotenzial (zirka maximal 10 Prozent) auch wirklich oft nutzt. Durch die ausgetüftelte Systemkombination und den großen Schwenkwinkeln ist der Tiltrotator nach allen Seiten flexibel (360 Grad dreh- und bis zu 2 mal 90 Grad schwenkbar).

Leistung rauf – Kosten runter
Ingenieur Peter Müller, freier Mitarbeiter im Labor für Baumaschinen der TH Köln unterstreicht nochmals was Kunden und Nutzer des„RotoTop“ schon lange erkannt haben. Müller hat jahrzehntelange Erfahrung und viele Baustellen analysiert: „Die Zeiteinsparung mit einem reinen Drehantrieb liegt im GaLaBau bei rund 50 Prozent, im Erdbau bei zirka 10 bis 25 Prozent, im Kanalbau/Sanierungen bei etwa 30 Prozent. Das rationelle Arbeiten mit einem Drehantrieb trägt wesentlich zur Kostensenkung bei. Der Baggerfahrer muss seine Position deutlich weniger wechseln, wenn er waagerechte oder geneigte Profile erstellt. Sein Aktionskreis ist wesentlich größer. Er kann seine Anbaugeräte in nahezu alle Richtungen positionieren. Besonders flexibel ist er bei Planierarbeiten, hier kann er das Material nicht nur in Richtung des Baggerauslegers, sondern auch seitlich oder schräg zu Auslegerrichtung verschieben und aus der gleichen Position ganz um sich herum verteilen. Sind Hindernisse im Weg, lässt sich durch entsprechende Drehbewegungen problemlos außen herum arbeiten.

Auch beim Anlegen von unterschiedlich geneigten Böschungen bringt die rationelle Arbeitstechnik erheblichen Zeitgewinn. Muss zum Beispiel beim Ausschachten über Hindernisse hinweg gearbeitet werden, so kann der Bagger-Maschinist das Grabgefäß einfach umdrehen und mit dem Hochlöffel vom Bagger weg graben. Durch die Schrägstellung des Löffels lassen sich auch Gräben ziehen. Bei hochbordigen LKW können Minibagger mit Drehantrieb von der Tieflöffelstellung in die Hochlöffelstellung drehen – geleert wird der Löffel durch die Rotation. Das macht bei einem 3,5-Tonnen-Bagger schon mal einen Meter mehr Ladehöhe aus.

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Erschienen in Ausgabe: Oktober 2016 | Seite 18

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