Strassenbau - von

Pflaster spinnt roten Faden

Neue Freianlagen für Schule in Denkendorf

Kirchheim/Neckar – Öffentliche Freiraumplanung hat zum Ziel, ästhetisch, ökologisch und sozial konstante Freiraumstrukturen zu schaffen. Als 2016 die Albert-Schweitzer-Schule in Denkendorf bei Stuttgart vor einem Neubau des Verwaltungstraktes stand, galt es, durch eine geeignete Umgestaltung der Freianlagen, die drei einzelnen Schulbereiche über bewusst gestaltete Flächen zwischen verschiedenen Gebäuden zu einem Campus zusammenzuführen.
Die Albert-Schweitzer-Schule in Denkendorf ist eine Verbundschule. Grund-, Werk- und Realschule sind organisatorisch miteinander verbunden. Im Rahmen der regionalen Schulentwicklung entschied die Gemeinde, für rund 2,3 Mio. Euro an dem früheren Standort eines Grundschul-Pavillons einen neuen Verwaltungstrakt zu bauen. Ziel war es, die bisher auf vier Häuser verteilten Lehrerzimmer, Sekretariate, zwei Konrektorate und das Schulleiter-Büro in einem Gebäude zu vereinen. Ebenso sollte der Campus saniert werden.

Wege verkürzen, Campus barrierefrei erschließen
Neben der Neuanlage der Überdachungen der Wegeachsen stellte die Befestigung der Außenflächen eine zentrale Arbeit dieses Vorhabens dar. Bachelor of Engineering FH Daniel Schietinger von Thiede Landschaftsarchitekten (Kirchheim unter Teck) stellt das Projekt vor: „Der Neubau des Verwaltungsgebäudes bedingte grundsätzliche Überlegungen zur Erschließung des Geländes. Wir wollten nicht nur die Wege für Lehrer und Schüler verkürzen, sondern auch den gesamten Campus barrierefrei erschließen. Der bisherige Schulzugang über die Grundschule bleibt zwar erhalten, Ortsunkundige aber sollen künftig barrierefrei über eine neue zentrale Achse von Norden her zum Verwaltungsgebäude geführt werden. Um die Barrierefreiheit dieser Achse zu gewährleisten, erstellten wir mehrere Rampen mit bis zu 6 Prozent Gefälle, sowie Zwischenpodeste und entsprechende Handläufe. Die Rampen werden aufgeweitet und so Hauptbestandteil der Wegeführung. Auf diese Weise konnten wir weitestgehend auf Treppenstufen verzichten.“
Das Konzept sieht keine durchgängige Überdachung vor. Vielmehr werden überdachte, beleuchtete Abschnitte gebildet, die zum Verwaltungsgebäude leiten. Als Material dient eine Stahlkonstruktion mit Sicherheitsglaseindeckung. Darin ist auch eine Beleuchtung integriert. Zur visuellen Führung trägt eine farbige Leitlinie – der Rote Faden – bei. Diese Linie findet sich im Pflasterbelag, in den Handläufen und in den Überdachungen wieder. Die Beleuchtung erfolgt über LEDs in den Überdachungen. Auf dem Realschulzugang von Süden her werden vorrangig Mastleuchten eingesetzt.
Große Bedeutung hatte in diesem Zusammenhang auch der verwendete Pflasterbelag: Wunsch der Planer war es, die Flächen zwischen den Gebäuden homogen und ruhig zu gestalten. Planerin Marion Thiede erklärt: „Durch die Verwendung einer einheitlichen Oberflächenstruktur sollte der Campus-Charakter des Schulzentrums verstärkt werden. Ziel war es, einheitliche Flächen zu schaffen, die Schülern eine gemeinsame Plattform zur Kommunikation bieten. Ebenso sollte mit Hilfe eines geradlinigen Formates der Bezug zu den Hochbauten hergestellt und so für eine ruhige Ausstrahlung gesorgt werden.“
Die Materialwahl für die Flächenbefestigung fiel auf das Quadrat- und Rechteckpflaster des Betonsteinwerks Adolf Blatt aus Kirchheim am Neckar. Marion Thiede: „Für einen Großteil der Fläche haben wir uns für graue Steine im Format 30 mal 20 Zentimeter entschieden. Diese bieten ein sehr ruhiges und modernes Bild und führen die einzelnen Teilflächen und Gebäude zu einem homogenen Ganzen zusammen. Hierzu tragen auch die ziegelroten Bänderungen bei, die wir in die Flächen integriert haben, denn diese spinnen sich wie ein roter Faden über die gesamten Freianlagen.“ Im Oktober 2017 wurden die Bauarbeiten an der Verbundschule abgeschlossen. Dank der neuen Freiräume sind beste Voraussetzungen für ein echtes Campusleben gegeben.

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Erschienen in Ausgabe: Dezember 2017/Januar 2018 | Seite 30

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