von Redaktion

Pfeilerköpfe benötigen maßgeschneiderte Formholzkästen

Sicherer Zugang zu Ebenen über Grabenbrücken aus Doka Modulgerüst Ringlock

Dicht am Ortsrand von Sechshelden (Lahn-Dill-Kreis) führt die abgenutzte Talbrücke der A 45 entlang. Sie muss an nahezu gleicher Stelle ersetzt werden. An steilem Hang gelegen und von Bahnlinie, dem Fluss Dill und einer Fernstraße eingerahmt, gibt es dort kaum Platz. Die Dimensionen des Projekts sind groß: 930 Meter Brückenlänge, 14 Pfeiler je Fahrtrichtung, massive Fundamente und hohe Widerlager mit Vouten an den Überbaufeldern.

Zur Bewältigung der Aufgabe hat sich der Arge-Führer Implenia mit Doka zusammengetan – und das schon in der Submissions- und Angebotsphase. Der Schalungsauftrag für den Unterbau ging komplett an Doka.

Doka deckte nahezu die gesamte Dienstleistungspalette ab

Mit Fundamenten, Widerlagern, Stützwänden und Pfeilern war der Schalungshersteller für sämtliche tragenden Bauteile der Brücke verantwortlich. Er deckte von technischer Planung und Statik über Systembereitstellung bis zu Fertigservice und Schalungsvormontage nahezu die gesamte Dienstleistungspalette ab.

Wechselnde Gründungsebenen und Hanglage bestimmten die Anforderungen an die Fundamente. Diese wurden mit „Framax Xlife“ hergestellt, für die sicheren Zugänge zu den Arbeitsebenen kamen Grabenbrücken aus Dokas Modulgerüst „Ringlock“ zum Einsatz.

Auch bei den Widerlagern war eine genaue, sichere Planung wichtig – aufgrund der teilweise sehr geringen Abstände zum Bestand und der Straße mit laufendem Verkehrsfluss und wegen der Höhen von bis zu zwölf Metern mit anschließenden hohen Stützwänden. Systemseitig setzte man auf die Trägerschalung „FF20“ mit „Top 50“-Komponenten, um die gewünschte Brettstruktur in Sichtbeton zu erzielen.

14 Vollpfeiler je Fahrtrichtung

Anzahl und Anspruch machten die Pfeiler gleich in doppelter Hinsicht zum Prüfstein des gesamten Unterbaus: Die 14 Vollpfeiler je Fahrtrichtung sind mit einem acht Meter hohen, muschelartig aufgeweitetem Kopf versehen. Geschalt wurde hier wiederum mit „FF20“ und „Top 50“-Komponenten sowie der Sperrenschalung „D22“ unter Einsatz der A-Bock-Bühnen. Sicheres Arbeiten ergänzte sich hier mit einem deutlich reduziertem Bühnenaufwand.

Eine besondere Aufgabe war die Schalungslösung für die Pfeilerköpfe. Um das anspruchsvolle Schalungsbild entsprechend zu realisieren, entwickelten die Doka-Ingenieure maßgeschneiderte Formholzkästen, jeweils achteinhalb Meter hoch, mit integrierten Einlegekästen für ein exaktes Brettraster. Die Kästen wurden komplett inhouse 3D-geplant, modelliert und vormontiert, bevor sie auf die Baustelle kamen. Jeder Kasten war ein Unikat – abgestimmt auf Geometrie, Fugenbild und Brettstruktur.

Großflächige Schalungseinheiten von jeweils etwa 65 Quadratmetern

Darüber hinaus mussten die Kästen so stabil und robust gebaut werden, dass sie über die gesamte Bauzeit standhalten. Vorab hatte man schon in der Planungsphase analysiert und auf Basis dieser Berechnungen gemeinsam entschieden, die großflächigen Schalungseinheiten – jeweils etwa 65 Quadratmeter – als Ganzes zu versetzen. Dies übernahm ein  Raupenkran mit hoher Tragfähigkeit sowie Sondertraverse – eine Lösung, die sich gegenüber dem aufwendigen Zerlegen und Wiederaufbauen der Einheiten als zeit- und kostensparend erwies.

Fotos (2): Doka

von Redaktion

Zurück