Rohr- und Kanalbau - von

Ortsteil Bebra geht ans Netz

Sondershausen setzt das HS-Kanalrohrsystem von Funke ein

Hamm-Uentrop – Lange Zeit gab es in vielen Straßenzügen im Sondershäuser Ortsteil Bebra nur sogenannte Ortskanäle und die Behandlung des Abwassers erfolgte in Kleinkläranlagen vor Ort. Zur Verbesserung der Infrastruktur wurden diese in der gemeinsam vom Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Helbe-Wipper und den Stadtwerken Sondershausen durchgeführten Infrastrukturmaßnahme Margaretenstraße/Eichenbergstraße sukzessive zurückgebaut, durch Regen- und Schmutzwassersammler ersetzt und der Ortsteil damit ans städtische Leitungsnetz angeschlossen. Da im Verbandsgebiet grundsätzlich unterschiedliche Werkstoffe zum Einsatz kommen, wurde die Auswahl eines geeigneten Werkstoffes im Vorfeld sorgfältig geprüft.
Mit Blick auf die hydraulischen Anforderungen und die baulichen Rahmenbedingungen vor Ort entschieden sich die Auftraggeber und das für die Planung zuständige ortsansässige Ingenieurbüro Bach für ein Kanalrohrsystem aus PVC-U.

Bei diesem Projekt hat die mit der Durchführung der Maßnahme beauftragte Gustav Utsch Tiefbau Betriebs-GmbH & Co. KG aus Artern HS-Kanalrohre der Funke Kunststoffe GmbH verlegt. Außerdem kam eine Vielzahl von Formteilen aus der Hammer Ideen­schmiede zum Einsatz, darunter Connex-Anschlüsse, Fabekun-Sattelstücke und die VPC-Rohrkupplung.

Das Projekt war ehrgeizig, die Herausforderungen waren nicht ohne: In der Margaretenstraße sollten die Entwässerungsleitungen auf kompletter Länge erneuert werden, ebenso in der Brühl- und Forststraße. In der nahegelegenen Eichenbergstraße waren die Leitungen zwischen dem Anschluss Kreisverkehr und dem Hochpunkt der Straße betroffen.
Mit dem Anschluss an das örtliche Kanalnetz sollte vor allem der vergleichsweise hohe Fremdwasseranteil unterbunden werden, der die zentrale Kläranlage Sondershausen stark belastet.

„Dieser ist insbesondere auf den hohen Grundwasserstand vor Ort sowie Undichtigkeiten im alten Mischwasserkanal zurückzuführen“, erläutert Dipl.-Ing. Jan Krauße vom Sondershäuser Ingenieurbüro Bach. Vor dem Start der Bauarbeiten hatte der Planer den Kanal hydraulisch bemessen, es wurde ein Baugrundgutachten erstellt. Der Untergrund im Bauabschnitt ist uneinheitlich – von gutem, tragfähigem Boden bis zum Torfgrund mit schlechter Tragfähigkeit ist hier alles vorhanden. Charakteristisch sind zudem der relativ hohe Grundwasserspiegel und zahlreiche unterirdische Quellen im Baufeld.

Umfangreiche Erneuerungen
„Erst einmal musste geklärt werden, welche Nennweiten wir benötigen, um Regenwasser und Schmutzwasser des ursprünglich im Mischsystem erschlossenen Gebiets in Zukunft vernünftig im Trennsystem ableiten zu können“, führt Dipl.-Ing. (FH) H. Peter Schwarzbach, Leiter Abwasser und stellvertretender Werkleiter beim Trinkwasser- und Abwasserzweckverband Helbe-Wipper in Sondershausen aus. „Das Schmutzwasser wird zukünftig zur zentralen Kläranlage geführt, Schichtenwasser und lokal vorhandene Quellen über Dränagen an den Regenwasserkanal angeschlossen und auf kurzem Weg dem Vorfluter (Bebra) zugeführt“, so Schwarzbach weiter.

Dabei ist der Anschluss des Ortsteils an das städtische Netz nur ein Teil eines größer angelegten Vorhabens, im Zuge dessen Gas- und Trinkwasserleitungen ebenfalls neu verlegt werden. Erneuert werden sollten zudem die Straßenbeleuchtung sowie die Mittel- und Niederspannungsleitungen für die Stromversorgung.

„Bei vielen davon handelt es sich um Freileitungen, die zugunsten neuer, unterirdisch verlegter Leitungen außer Betrieb genommen werden sollen – kein leichtes Unterfangen, da die Verhältnisse vor Ort beengt sind“, ergänzt Planer Krauße. Die Straßen vor Ort sind gerade einmal fünf Meter breit, auch die Breite der Gehwege ist knapp bemessen.

Synergien genutzt
Um die Kosten für alle Beteiligten so niedrig wie möglich zu halten und auch die Beeinträchtigungen für die Anwohner aufs unbedingt notwendige Maß zu beschränken, setzten sich die Verantwortlichen beim Trinkwasser- und Abwasserzweckverband früh mit Vertretern der Stadtwerke Sondershausen an einen Tisch.

Diskutiert wurde dabei auch die Frage nach dem zu verwendenden Werkstoff. Ingenieur Steffen Reitzig, beim Zweckverband Investitionsbeauftragter und stellvertretender Leiter Abwasser: „Grundsätzlich verbauen wir unterschiedlichste Werkstoffe. Mit Blick auf die Rahmenbedingungen haben wir uns beim Projekt Margaretenstraße/Eichenbergstraße zugunsten von PVC-U entschieden.“ Gefragt sei eine dauerhafte Lösung mit leichten, flexiblen Rohren gewesen, die über gute hydraulische Eigenschaften verfügen, korrosionsbeständig sind und „auch mal eine Biegung mitmachen“. Eigenschaften, die das HS-Kanalrohrsystem von Funke erfüllt.

Zudem kann es mit seinem Systemcharakter punkten. Funke-Fachberater Dipl-Ing. Olaf Schreiter: „Mit Produkten von Funke hatten die Baupartner bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht – sicher nicht nur aufgrund der Qualität der Rohre selbst, sondern auch dank des umfassenden Sortiments, das die Funke-Rohre zum kompletten Systembaukasten ergänzt.“ Die Schmutzwasserkanäle in den Nennweiten DN/OD 200 und DN/OD 250 wurden aus wandverstärkten, braunen HS-Kanalrohren SN 12 hergestellt. Für die Regenwasserkanäle bis DN/OD 400 setzten die Tiefbauer blaue HS-Kanalrohre ein, größere Nennweiten wurden mit Betonrohren ausgeführt.

Braune (Schmutzwasser) und blaue (Regenwasser) HS-Kanalrohre DN/OD 160 waren für die neuen Hausanschlussleitungen vorgesehen. Neben Rohren des HS-Kanalrohrsystems kamen in Sondershausen außerdem HS-Kompaktabzweige sowie die HS-Variomuffe zum Einsatz. Bei der Verlegung der Hausanschlussleitungen und deren Einbindung in die Sammler setzte man zudem auf die VPC-Rohrkupplung, den Connex-Anschluss und das Fabekun-Sattelstück. Darüber hinaus wurden beim Neubau des Schmutzwassersammlers insgesamt 29 HS-Schächte Typ 1 und 2 in der Dimension DN/OD 800 gesetzt.

Gemeinsamer Leitungsgraben
Wegen der beengten Verhältnisse wurde in allen Straßen mit Ausnahme der Eichenbergstraße ein gemeinsamer Leitungsgraben erstellt, in den alle Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt wurden. „Die dicht angrenzende Bebauung sowie die schwierigen Baugrundverhältnisse erforderten besondere Maßnahmen hinsichtlich Technologie, Wasserhaltung und Wiederverfüllung“, erläutert Bauleiter Kai Utsch von Gustav Utsch Tiefbau.
So konnte beispielsweise nur in begrenzten Abschnitten gearbeitet werden, wobei die offenen Haltungen eine Länge von 15 Meter nicht überschreiten sollten. In der Regel reichte eine offenen Wasserhaltung aus, lediglich bei Grabentiefen über 2,5 Meter war eine geschlossenen Wasserhaltung mittels Vakuumlanzen zu erstellen.

Alles in einem Graben
Verlegt wurde in der Regel „in einem Rutsch“ – zeitgleich wurden sowohl Rohre für die Schmutz- und Regenwasserableitung als auch neue Trinkwasserrohre sowie Strom- und Gasleitungen entsprechend den geltenden Bestimmungen und unter Berücksichtigung des erforderlichen Mindestabstands in die Erde gebracht.

„Nach der fachgerechten Verdichtung des Sammler bis 50 Zentimeter über Rohrscheitel wurde die Gasleitung mittig zwischen Regen- und Schmutzwasserkanal positioniert und die Trinkwasserleitung daneben verlegt“, erläutert Bauleiter Kai Utsch, Geschäftsführer der Gustav Utsch Tiefbau Betriebs-GmbH & Co. KG das Vorgehen.
Ziel, so Utsch, war es, den Aushub auf ein Minimum zu begrenzen. „Zahlreiche Hausanschlüsse mussten neu verlegt werden; dabei galt es viele querende Leitungen zu berücksichtigen, die während der gesamten Baumaßnahme in Betrieb bleiben mussten“, führt der Bauleiter aus. Um das sicher zu stellen, mussten Leitungen teils umgelegt werden, bevor die neuen Rohre verlegt und eingebunden wurden. Erst im Anschluss konnte dann die alte Leitung außer Betrieb genommen und entfernt werden – eine Vorgehensweise, die zeitraubend war und den Ablauf der Bauarbeiten immer wieder verzögert hat.

Montage im laufenden Betrieb
Umso mehr begrüßten die Beteiligten, dass sich die verwendeten Funke-Produkte auf der Baustelle besonders leicht handhaben und verarbeiten liessen – angefangen beim geringen Gewicht der Rohre, das schweres Gerät überflüssig macht.

Nils Weber, Polier bei Gustav Utsch Tiefbau: „Die Rohre des HS-Kanalrohrsystems von Funke sind stabil, dabei aber relativ leicht. Gerade auf einer Baustelle mit wenig Platz zum Manövrieren ist die geringe Wandstärke von Kunststoffrohren immer ein handfester Vorteil.“
Profitiert haben die Arbeiten in Sondershausen zudem von den beweglichen Bauteilen, mit denen Connex-Anschluss, HS-Vario­muffe und VPC-Rohrkupplung ausgestattet sind. Diese nehmen Bewegungen flexibel auf und ermöglichen die Erstellung von spannungsfreien Anschlüssen“, bestätigen Utsch und Weber.

Die Baupartner in Sondershausen sind davon überzeugt, dass sie mit dem Kanalrohrsystem von Funke die richtige Wahl getroffen haben.

von

Erschienen in Ausgabe: Oktober 2015 | Seite 23

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