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Nur regionale Sandgewinnung ist zukunftsfähig

Verband fordert Sicherung der heimischen Rohstoffvorkommen

München (Bayern) – „Wie Sand am Meer“ – diese Unendlichkeit versprechende Redewendung soll in Zukunft ausgerechnet nicht mehr für Sande und Kiese gelten? Die Berichterstattung über umweltschädliche und menschenverachtende Methoden zum Abbau von Sand und Kies im Ausland hat viele verunsichert. Sand werde tatsächlich schneller abgebaut, als er sich erneuern kann, warnt auch eine Studie des United Nations Environment Programme (UNEP). Vor allem solcher, der für Bauwirtschaft nutzbar ist. Wüstensand etwa weist nicht die notwendigen Eigenschaften auf. Dr. Hermann Mader, Geschäftsführer der Fachabteilung Sand- und Kiesindustrie im Bayerischen Industrieverband Steine und Erden e.V., gibt jedoch für Bayern Entwarnung: „Im Freistaat sind wir nicht auf Importe angewiesen – solange wir alles dafür tun, unsere heimischen Rohstoffvorkommen zu sichern.“

Unverzichtbare Rohstoffe
Sande und Kiese sind wichtiger, als die meisten wissen: Keine anderen Rohstoffe kommen bei so vielen unterschiedlichen Bauaufgaben zum Einsatz – von Beton für Wohn-, Büro-, Gewerbe- und Brückenbauten sowie Verkehrswege, über Mauersteine für Gebäude bis hin zu Sport- und Spielplätzen. Aber auch Industriezweige, wie die Eisen- und Stahlindustrie, die Glas- und Keramikindustrie oder die chemische Industrie, brauchen Sand und Kies als Rohstoffe für ihre Produkte. Darüber hinaus wurde das Qualitätsniveau im Bau und bei bestimmten Herstellungsprozessen in jüngster Vergangenheit deutlich angehoben. Die dafür erforderlichen Sande und Kiese sowie reinen Quarzsande kommen jedoch nur in der Natur vor.

Allein in Bayern besteht pro Jahr ein Bedarf von insgesamt 150 Mio. Tonnen mineralischer Rohstoffe, davon 85 Mio. Tonnen Sand und Kies. Das entspricht einem jährlichen Pro-Kopf-Bedarf von etwa sieben Tonnen. Noch kann dieser Bedarf vor Ort aus bayerischen Quellen gedeckt werden. Theoretisch reicht der Vorrat auch noch sehr viele Generationen.

Praktisch konkurriert die Sand- und Kiesgewinnung aber mit anderen Nutzungen. „Die nachhaltige Sicherung der regionalen Rohstoffe sollte oberste Priorität haben“, fordert Dr. Hermann Mader. „Schließlich werden die für die Rohstoffgewinnung beanspruchten Flächen nur vorübergehend genutzt. Danach stehen sie für andere Nutzungsmöglichkeiten wie Forstoder Landwirtschaft, Naturschutz oder Naherholung zur Verfügung.“

Verschlechtert sich die Gewinnungssituation in Bayern weiter, müssten die Rohstoffe womöglich aus dem Ausland importiert werden. Für die Fachabteilung Sand- und Kiesindustrie des Bayerischen Industrieverbandes Steine und Erden ist das keine echte Alternative: „Nur eine regionale und damit unabhängige Gewinnung von Sand und Kies ist zukunftsfähig – im Sinne der Bevölkerung und der regionalen Bauwirtschaft. Sie profitieren nur von einer ortsnahen und umweltschonenden Gewinnung heimischer Rohstoffe“, betont Dr. Hermann Mader.

Kurze Transportwege schonen die Umwelt, verringern die CO2-Emissionen, halten die finanziellen Belastungen für Bürger und die öffentliche Hand klein und sichern Arbeitsplätze in der Region. Die rund 850 mittelständischen Betriebe der bayerischen Sand- und Kiesindustrie siedeln ihre Betriebe daher möglichst nah am Endverbraucher und der verarbeitenden Industrie an.

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