von Redaktion

Nur fünf Prozent der Jüngeren wollen auf dem Bau arbeiten

Allensbach-Studie: Bauwirtschaft gilt dennoch als Branche mit besonders sicheren Arbeitsplätzen

Im Auftrag des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) hat Allensbach eine neue Studie zum Image der Bauwirtschaft in Deutschland veröffentlicht. In der  repräsentativen Untersuchung wird deutlich: Die abgeschwächte wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre in Deutschland im Allgemeinen sowie der Baukonjunktur im Besonderen hat negative Spuren bei der Wahrnehmung der gesamten Baubranche hinterlassen. Zwar gehen die Demoskopen davon aus, dass sich diese Wahrnehmung rasch wieder verbessert. Dennoch leidet die Bauwirtschaft in der derzeitigen Schwächephase der Branche darunter.

Meinung über Branche:: Sichere Arbeitsplätze, schlechtere Verdienstmöglichkeiten


Auch wenn die Zukunftsaussichten der Bauwirtschaft derzeit kritischer eingestuft werden, zählt die Mehrheit der Bevölkerung sie dennoch nach wie vor zu den „Top 2“ der Branchen mit den sichersten Arbeitsplätzen: 52 Prozent sind überzeugt, dass die Arbeitsplätze auf dem Bau  auch in Zukunft sicher sind. Allerdings gilt die Bauwirtschaft bei den Verdienstmöglichkeiten  im Vergleich zu vielen anderen Branchen als weniger attraktive Branche und landet nur auf Platz 13.


Die Potenziale in der Bauwirtschaft sind laut Allensbach beachtlich: So liegt das Potenzial für eine Tätigkeit im handwerklich-gewerblichen Bereich bei den unter 45-Jährigen bei 19 Prozent. Allerdings können sich nur fünf Prozent auf jeden Fall vorstellen, dort zu arbeiten, 14 Prozent eventuell. An der Spitze der Begriffe, die mit der Bauwirtschaft assoziiert werden, stehen unverändert und mit weitem Abstand harte körperliche Arbeit (93 Prozent) und fehlende Fachkräfte (81 Prozent). Erst danach folgen die positiv besetzten Assoziationen hohe Leistungsfähigkeit (54 Prozent), Kompetenz (50 Prozent), Innovation (45 Prozent,) Nachhaltigkeit (42 Prozent), Krisensicherheit (32 Prozent) und Digitalisierung (24 Prozent).

Große volkswirtschaftliche Bedeutung der Bauwirtschaft steht in Deutschland  außer Frage


Die volkswirtschaftliche Bedeutung steht für die Mehrheit der Bevölkerung laut Umfrage außer Frage: Rund zwei Drittel rechnen die Bauwirtschaft zu den fünf Branchen, die für die deutsche Wirtschaft besonders wichtig sind. Damit liegt der Anteil unter dem Spitzenniveau von 2024 (74 Prozent), er liegt mit 65 Prozent aber immer noch deutlich über dem Niveau früherer Jahre. Im Ranking hat die Bauwirtschaft damit leicht verloren: Sie steht nun auf Platz 5 (2024: Platz 3). Die Autohersteller stehen nach wie vor auf Platz 1, gefolgt vom Handwerk.


Die unverändert eher trüben Zukunftsaussichten wirken sich auch erkennbar auf die Einschätzung  aus, welche Wirtschaftszweige gute Zukunftsaussichten haben. Der Mehrheit aller Branchen werden schlechtere Zukunftsaussichten bescheinigt als vor vier Jahren. Insbesondere die Autohersteller sind betroffen. Schlechter werden auch die Aussichten für die Bauwirtschaft eingestuft: Rechnete 2022 noch jeder Zweite mit guten Aussichten so sind es aktuell nur noch 37 Prozent, also nur jeder Dritte.


Die Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung eine klare Vorstellung von den Problemen der Branche hat. Für 83 Prozent ist die größte Herausforderung der Mangel an Fachkräften, für 77 Prozent sind es die hohen Energiepreise. Für 75 Prozent sind es hohe Roh-und Baustoffpreise sowie die vielen staatlichen Vorgaben und Regulierungen. Weitere 65 Prozent geben die hohen Klimaschutzauflagen beim Bauen als schwierig an, 64 Prozent Lieferprobleme und 57 Prozent die Unsicherheit über die Lage in Deutschland und der Welt.

Bild: 93 Prozent der Befragten der repräsentativen Allensbach-Umfrage gaben an, mit der Arbeit auf dem Bau harte körperliche Arbeit zu assoziieren. (Foto:  Pixabay)

von Redaktion

Erschienen in Ausgabe: August 2026 | Seite 05

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