Kanalbau - . Redaktion

GFK-Rohre und Sonderprofile verfügen über hervorragende Werkstoffeigenschaften, so etwa mit Blick auf eine lange Haltbarkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion.  (Foto: Amiantit Germany GmbH)
GFK-Rohre und Sonderprofile verfügen über hervorragende Werkstoffeigenschaften, so etwa mit Blick auf eine lange Haltbarkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion. (Foto: Amiantit Germany GmbH)

Neues Innenleben für Bonns ältesten Mischwasserkanal

Flowtite GFK-Rohre und Amiren Sonderprofile erste Wahl

Döbeln – Ausgewaschene Fugen im Sohlbereich, Risse im Rohrscheitel und ein zu groß dimensionierter Querschnitt: Das waren die Gründe, weshalb das Bonner Tiefbauamt beschloss, einen rund 280 Meter langen Teilabschnitt des dienstältesten Bonner Mischwasserkanals aus dem Jahr 1862 zu sanieren. Geplant wurden die grabenlosen Arbeiten vom Ingenieurbüro Rheinplan (Bonn). Auf der Baustelle im Herzen von Bonn kamen dabei Flowtite GFK-Rohre DN 400 sowie GFK-Sonderprofile AMIREN in der Nennweite DN 700/1050, geliefert von der Amiantit Germany GmbH, einem Unternehmen der Amiblu Holding, zum Einsatz.

Zu den Herausforderungen, mit denen sich die mit den Arbeiten beauftragte ARGE aus Aarsleff Rohrsanierung (NL Köln/Bonn) und Friedrich Wassermann Bauunternehmung für Hoch- und Tiefbauten konfrontiert sah, zählte – neben der Logistik – vor allem die Begradigung einer U-förmigen Umgehung im Altkanal. Zudem war die letzte Haltung durch Verschwenkungen im Kanal gekennzeichnet, die eine Optimierung des Rohreinzuges erforderlich machten. Nicht zuletzt drückten Auflagen der Bodendenkmalpflege den Kanalbauarbeiten ihren Stempel auf.

Hydraulisch überdimensioniert
Eine Sichtung des hauptsächlich als gemauertes Eiprofil in 2,5 bis 6 Meter Tiefe ausgeführten Bauwerks hatte die oben genannten Schäden offenbart. Die hydraulischen Berechnungen ergaben dann auch noch , dass der Kanal überdimensioniert war. Wolfgang Frömbgen vom Bonner Tiefbauamt ( Abt. Abwasserleitung, Amt 66-22 zum Sanierungskonzept: „Wir beschlossen, den Teilabschnitt von der Poststraße über den Münsterplatz bis hin zum Kaiserplatz zu sanieren und das neue Rohrprofil auch aus wirtschaftlichen Gründen an die hydraulisch erforderliche und ausreichende Größe anzupassen.“ Basis für die Entscheidung ist das örtliche Abwasserbeseitigungskonzept. Die Örtlichkeit und die Möglichkeit, ein kleineres Rohrprofil zu verwenden, gaben den Ausschlag dafür, die Arbeiten grabenlos auszuführen: Der rund 280 Meter lange zu sanierende Kanalabschnitt verläuft unter einer Fußgängerzone im Stadtzentrum unweit des Bonner Münsters.

Leicht zu handhaben, sehr stabil
Zum Einsatz kamen Flowtite GFK-Rohre DN 400 und Amiren-Sonderprofile DN 700/1050 von Amiantit Germany – wegen des geringen Gewichts, der problemlosen Handhabung der Rohre, der hohen Stabilität und guten hydraulische Eigenschaften. GFK-Rohrsysteme eignen sich vor allem auch für die grabenlose Erneuerung von drucklosen Abwassersystemen und werden im Wickelverfahren hergestellt: Mit Harz imprägnierte, endlose, geschnittene Glasfasern werden in kontrollierten Sequenzen auf einen rotierenden, ovalen Stahlkern aufgebracht.
„Ergebnis ist ein sehr dichtes Laminat, das die positiven Materialeigenschaften der drei Werkstoffe Glasfaser, Harz und Quarzsand in sich vereint“, erläutert Ralf Paul, Gebietsverkaufsleiter bei Amiantit Germany.


U-Form begradigt, Kurve gemeistert
Der Einbau der Rohre erfolgte über sieben auf die Länge des Abschnitts verteilte Baugruben; und zwar in der Regel dort, wo Schachtbauwerke installiert werden mussten. Die Baugruben wurden teils mit Kanaldielen mit aussteifender Gurtung und in den Bereichen, wo sehr viele Leitungen vorhanden waren, mit Spritzbeton verbaut. Mit Rücksicht auf die archäologische Baubegleitung mussten die Gruben vorsichtig ausgeschachtet werden. Tatsächlich stieß man jedoch nicht auf archäologisch bedeutsame Funde.
Angefangen bei der Poststraße, wurden auf rund 110 Meter Länge kreisrunde Flowtite GFK-Rohre DN 400 eingebaut. Ein Bagger hob die Rohre in die Baugrube ein. Das Einbauen der Rohre in den Kanal wurde mit einem speziellen Transportwagen erledigt: Das sogenannte Rohrshuttle nimmt das Rohr auf und fährt es bis ans Ende des bereits verlegten Rohrlining-Strangs; dort wird es mit einer Steckmuffenverbindung angekoppelt. Nach dem Einbau des Rohrstranges mit sukzessiver Übernahme und Anschluss der Zuläufe wurde der Hohlraum zwischen den neuen GFK-Rohren und dem altem gemauerten Eiprofil fachgerecht verdämmt.

Rohre ab Werk nummeriert
Im Verlauf des Kanals, in dem einige größere Seitenzuläufe für eine höhere Abwasserfracht sorgen, wählte der Auftraggeber mit Amiren ein Sonderprofil, das sich optimal an das alte gemauerte Eiprofil anpassen und ebenso wie die kreisrunden Rohre reibungslos in die Haltungen einbauen ließ.
Nur der Kurvenverlauf der letzten zu sanierenden Haltungen machte es erforderlich, den auf Basis der 3D-Vermessung erstellten Verlegeplan zu optimieren und die Länge und Abwinklung der Rohre genau festzulegen. Die übliche Baulänge der verwendeten Rohre lag bei 2,5 Meter; damit der Radius bewältigt werden konnte, wurden im Kurvenbereich aber auch Meterstücke verbaut. Um einen möglichst reibungslosen Einbau auf der Baustelle sicherzustellen, waren die Rohre schon bei der Fertigung im Werk nummeriert worden. Das Fazit von Bauleiter Bunjaku ist positiv: „Wir haben die Kurve gut gemeistert – den Sollwert von ≤ 2 Zentimeter, der als zulässige Toleranz im Muffenspalt vorgegeben war, haben wir überall eingehalten.“ Dank der reibungslosen Arbeiten lag die Baustelle so gut im Plan, dass diese sechs Wochen früher als geplant zum Abschluss gebracht wurden.

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Erschienen in Ausgabe: Mai 2018| Seite 31

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