von Jasch Zacharias

Nemetschek setzt verstärkt auf Online-Tutorials

Konzernumsatz des Bausoftwarespezialisten steigt im ersten Quartal um 12,8 Prozent

DBU/ München – Die Bausoftware-Spezialisten der Nemetschek Gruppe haben ein solides erstes Quartal 2020 bei weiterhin hoher Profitabilität verzeichnet. Nach einem erfreulichen Jahresauftakt trübten sich die Rahmenbedingungen im März jedoch als Folge der weltweiten Covid-19-Pandemie ein. Die Firma hat schnell reagiert und insbesondere die Betreuungs- und Schulungstätigkeiten zur Erhaltung des in dieser Situation wichtigen Kundenkontakts auf die veränderten Bedingungen angepasst. Dazu wurden beispielsweise virtuelle Support- und Vertriebsmöglichkeiten sowie Online-Tutorials ausgebaut. Darüber hinaus wurde das Kostenmanagement im Konzern frühzeitig unter Einbindung der Führungskräfte angepasst.

Wesentliche Erfolgskennzahlen des Konzerns im 1. Quartal 2020

  • Der Konzernumsatz stieg um 12,8 Prozent auf 146,6 Mio. Euro (währungsbereinigt: 11,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahreswert von 129,9 Mio. Euro. Das Umsatzplus summiert sich aus dem organischen Wachstum in Höhe von 9,9 prozent (währungsbereinigt: 8,5 Prozent und dem Umsatzbeitrag der neu akquirierten Red Giant, die im Segment Media & Entertainment seit 1. Januar 2020 in die Marke Maxon integriert wird.
  • Wachstumstreiber waren erneut die wiederkehrenden Umsätze aus Softwareserviceverträgen und Subskription, deren Erlöse sich zum Vorjahresquartal um 27,1 Prozent (währungsbereinigt: 25,5 Prozent) auf 86,1 Mio. Euro erhöhten. Damit stieg ihr Anteil am Konzernumsatz auf 58,7 Prozent (Vorjahreszeitraum: 52,1 Prozent). Diese besser planbaren Umsätze sind für die Robustheit des Nemetschek Geschäftsmodells gerade in dem aktuell unsicheren Marktumfeld von großer Bedeutung.
  • Ein weiterer Wachstumstreiber ist die fortschreitende globale Ausrichtung des Konzerns. Die Auslandsumsätze stiegen im ersten Quartal um 14,7 Prozent  auf 109,0 Mio. Euro (Q1 2019: 95,0 Mio. Euro). Vor allem Nordamerika trug zu diesem Anstieg bei.
    • Das operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich von 36,7 Mio. Euro um 14,0% auf 41,8 Mio. Euro. Damit stieg die EBITDA-Marge leicht von 28,2% im Vorjahreszeitraum auf 28,5%. Die hohe EBITDA-Marge spiegelt auch das disziplinierte Kostenmanagement im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Covid-19 wider.
    • Der Quartalsüberschuss erhöhte sich von 19,6 Mio. Euro um 9,3% auf 21,4 Mio. Euro, so dass sich ein Ergebnis je Aktie von 0,19 Euro ergibt. Bereinigt um die Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation lag der Quartalsüberschuss mit 26,3 Mio. Euro um 15,0 Prozent über Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,23 Euro.

Die Performance der Segmente entsprach im Wesentlichen den Erwartungen. Das Segment Design spürte bereits im März die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die zu einer Nachfragezurückhaltung der Kunden führte. Die Segmente Build und Manage konnten weiterhin erfreuliche Wachstumsraten von über 20% zeigen. Das Segment Media & Entertainment wurde deutlich durch die Akquisition von Red Giant gestärkt. Die Integration des seit 1. Januar 2020 konsolidierten Unternehmens in die Marke Maxon läuft nach Plan.

„Wir sind zufrieden mit dem ersten Quartal, denn wir konnten für die schwierigen Monate, die vor uns liegen, eine solide und robuste Grundlage schaffen,“ resümiert Dr. Axel Kaufmann, Sprecher des Vorstands und CFOO der Nemetschek Group. „Unsere unverändert gute Positionierung, unsere finanzielle Stärke und insbesondere der enge Austausch mit unseren Kunden in allen vier Segmenten sind tragende Pfeiler in den aktuell unsicheren Zeiten. Hinzu kommt unser steigender Anteil von wiederkehrenden Umsätzen sowie unsere diversifizierte Aufstellung nach Regionen und Kundensegmenten. Unsere Softwarelösungen helfen den Kunden, ihre eigenen Prozesse zu verbessern und das unausgeschöpfte Potential ist weiterhin groß,“ so Kaufmann weiter.

Konzernausblick 2020 bestätigt

Aufgrund des soliden ersten Quartals, der langfristig intakten Wachstumstrends in den relevanten Märkten, dem weiter steigenden Anteil planbarer Umsätze sowie der breiten regionalen und marktseitigen Risikodiversifizierung bestätigt der Vorstand den Ausblick für das Gesamtjahr 2020 trotz des aktuell sehr unsicheren Umfelds. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich das Marktumfeld und die Nachfrage im zweiten Quartal deutlich verschlechtert, bevor sich die Geschäftsentwicklung im dritten und vierten Quartal sukzessive wieder verbessert.

Für das Gesamtjahr 2020 erwartet der Vorstand eine zumindest stabile Entwicklung bzw. leichte Steigerung des Konzernumsatzes bei einer EBITDA-Marge von mehr als 26 Prozent des Konzernumsatzes.

Diese Prognosen stehen daher weiterhin unter dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass sich die weltwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen, vor allem aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie, nicht signifikant verschlechtern.

von Jasch Zacharias

Erschienen in Ausgabe: online

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