von Redaktion

Nachfrage nach Baumaschinen-Leasing ist 2025 nur moderat gewachsen

Leasingverband BDL sieht vor allem Wachstum im IT-Bereich, aber kaum in der Baubranche

Der Leasing-Markt bei Baumaschinen ist 2025 um 1,4 Prozent moderat gewachsen. Das teilte der Bundesverband Deutcher Leasing-Unternehmen (BDL) bei der Vorstellung der hochgerechneten Zahlen Anfang März mit.

Der Verband führte das leichte Plus auf staatliche Infrastrukturinvestitionen zurück, die sich bereits bemerkbar machen. „Baufirmen beginnen ihre Kapazitäten auszubauen“, so der BDL in seiner Mitteilung.

Insgesamt ist die Leasing-Nachfrage stärker gestiegen als die am Bau

Allerdings liegt der Baumaschinensektor, betrachtet man den gesamten Leasing-Markt, immer noch etwas zurück. Laut den Daten, denen eine Hochrechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu Grunde liegt, ist das Neugeschäftsvolumen von Leasing und Mietkauf 2025 bundesweit auf 83,12 Milliarden Euro gestiegen: Das Plus liegt mit 3,2 Prozent doppelt so hoch als beim Leasing-Sektor Baumaschinen.

„Mit dem Leasing-Neugeschäft können wir angesichts der konjunkturellen Lage zufrieden sein“, resümiert BDL-Präsident Kai Ostermann. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt gelte das jedoch nicht, führt er weiter aus: „Die Investitionsdynamik bleibt zu schwach, der erneute Rückgang bei Produktionsinvestitionen ist ein Warnsignal für den Industriestandort Deutschland“, erklärt er.

Besorgniserregend sei die anhaltend schlechte Entwicklung der Unternehmensinvestitionen, die 2025 real elf Prozent niedriger als 2019 lagen. „Leasing wirkt als Investitionsmotor, kann aber ohne passende Rahmenbedingungen allein den Trend nicht umkehren“, so Ostermann.
Für 2026 erwarten viele Wirtschaftsinstitute eine moderate konjunkturelle Erholung, die sich jedoch nicht in einer Erholung der Investitionstätigkeit der Unternehmen niederschlägt. Die Investitionsstimmung bleibt laut einer Umfrage des IW Köln gedämpft. Auch die Leasing-Branche ist laut Ostermann verhalten ins Jahr gestartet.

Wirtschaftspolitischer Rahmen muss stimmen

Gleichzeitig bleibt der strukturelle Investitionsbedarf hoch: Die Transformation zur Klimaneutralität erfordert pro Jahr zusätzliche Investitionen in dreistelliger Milliardenhöhe. „Ob diese Investitionen umgesetzt werden, hängt maßgeblich von den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ab“, sagt Ostermann. Viele der zentralen Handlungsfelder seien identifiziert. Nun komme es vor allem  auf eine zügige Umsetzung sowie langfristig verlässliche und zukunftsorientierte Investitionsanreize an, die den Unternehmen Planungssicherheit geben. „Die Leasing-Branche versteht sich dabei als verlässlicher Partner für die Realisierung der Transformationsinvestitionen“, so Ostermann.

Ihm zufolge wird Leassing als Finanzierungsmodell vor allem in wirtschaftlich schwierigem Umfeld verstärkt geschätzt. So lässt sich das Risiko dadurch vor allem dann verringern, wenn es um technologischen Wandel geht. Unternehmen investieren dem BDL-Präsidenten zufolge gezielt in Transformation – zum Beispiel, was Elektromobilität oder die Digitalisierung betrifft.

Nachholeffekte beim IT-Leasing

Allein die Leasing-Investitionen für Digitalisierung zogen im Jahr 2025 stark an. Sie legten um neun Prozent zu und damit fast dreimal so stark wie der Gesamtmarkt. Laut der BDL-Geschäftsführerin Dr. Claudia Conen herrschten in dem Sektor Nachholeffekte vor. Die Jahre vor 2025 seien in dieser Hinsicht schwach gewesen. „Jetzt sehen wir einen steigenden Bedarf an digitaler Infrastruktur durch Automatisierung, Effizienzsteigerungen und datengetriebenen Anwendungen, zu denen zunehmend auch KI-basierte Lösungen zählen“, analysiert Conen.

Zusätzliche Wachstumspotenziale sieht die Leasing-Branche bei Investitionen in Sicherheit und Resilienz. Der Ausbau von Kapazitäten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sowie steigende Anforderungen an Katastrophenschutz und betriebliche Krisenvorsorge führen entlang der Lieferketten zu zusätzlichem Investitions- und Vorfinanzierungsbedarf.

Foto: Pixabay/markus53

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