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Modulares Bauen könnte Markt entspannen

Bund und Verbände setzen auf Systembauweise – Neuer Wohnraum in kurzer Zeit

DBU/Berlin – Modulares oder serielles Bauen liegt angesichts dringend benötigter Wohnungsneubauten in Deutschland absolut im Trend. Auf diese Weise kann in kürzester Zeit schnell, effektiv und relativ kostengünstig gebaut werden. Dabei sollen nicht schnöde Plattenbauten wie in der Nachkriegszeit entstehen, sondern energieeffiziente Neubauten mit hoher Wohnqualität. Auch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) sieht in der schnellen und unkomplizierten Bauweise große Chancen und will solche Projekte künftig gezielt unterstützen. Damit folgt das Bauministerium der Einschätzung des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe sowie des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie. Die beiden Verbände empfehlen schon seit längerem modulares und serielles Bauen.

Serielles und modulares Bauen bietet viele Möglichkeiten, insbesondere schnelles, kostengünstiges und qualitativ hochwertiges Bauen. Gleichzeitig kann allerdings nur genügend neuer Wohnraum geschaffen werden, wenn die nötigen Baugrundstücke in den Kommunen verfügbar sind. Auch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) hat die Chancen dieser schnellen Bauweise erkannt und lud am 13. September zu einem Fachkongress mit etwa 250 Teilnehmern ein.

„Als Bund sehen wir großes Potential in seriellen Bauweisen, um den Wohnungsmarkt zu entspannen. Dabei ist uns bewusst, dass die soziale Wohnraumförderung Länderaufgabe ist. Wir wollen dennoch die Länder finanziell und ideell unterstützen. Mit den verschiedensten Bausteinen – und ein Baustein ist das serielle und modulare Bauen“, so Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI).

Modularer Wohnungsbau schafft Wohnraum in kurzer Zeit
Auch Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie sieht im seriellen und modularen Wohnungsbau einen entscheidenden Hebel für die Schaffung von mehr Wohnraum in kurzer Zeit und zu angemessenen Preisen. Zudem würden seiner Überzeugung nach durch den seriellen Wohnungsbau zusätzliche Kapazitäten geschaffen, da Unternehmen neu in diesen Markt einsteigen. Damit Wohnungen bundesweit in großer Stückzahl seriell und modular realisiert werden könnten, müssten die Landesbauordnungen und Förderbedingungen für den sozialen Wohnungsbau vereinheitlicht werden.

„Serieller Bau ist keine Wiederbelebung der Platte“
„Ein einmal geplantes Typengebäude muss ohne kostspielige Änderungen bundesweit gebaut werden können. Deshalb sollte sich die Politik weiter für die sogenannten Typengenehmigungen einsetzen“, forderte Barbiel. Gleichzeitig widersprach er den Kritikern und betonte, dass der serielle Bau keine Wiederbelebung der Platte sei.

„Die Konzepte unserer Mitglieder sind modern, vielfältig variierbar und fügen sich erstklassig ins städtebauliche Umfeld ein. Das haben die Unternehmen im Rahmen des Wettbewerbs der Wohnungswirtschaft (GdW) zum seriellen Bauen unter Beweis gestellt“, so Babiel.

„Typenhäuser gehören in die Musterbauordnung“
Auch der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) Hans-Hartwig Loewenstein macht sich für modulares und serielles Bauen stark. So erneuerte der ZDB-Präsident beispielsweise erst im September im Vorfeld des Wohnunsgaugipfels eine alte Forderung des Baugewerbes, nämlich so genannte Typenhäuser in die Musterbauordnung des Bundes sowie in die Landesbauordnungen aufzunehmen.

„Denn modulares oder elementiertes Bauen von bereits durchgeplanten Typenhäusern kann helfen, mehr und schneller zu bauen, ohne Überkapazitäten aufzubauen. Das darf allerdings nicht dazu führen, weitere Plattensiedlungen mit neuen sozialen Problemen zu schaffen,“ sagte Loewenstein.

Ein Spezialist für modulen Wohnungsbau ist Alho
Ein Spezialist für Modulgebäude zum Wohnen ist beispielsweise die Firma Alho Systembau. Unter anderem für Geschosswohnungsbau, Studentenwohnheime sowie Hotels. Die Bauzeit für die modularen Wohngebäude ist um mehr als zwei Drittel kürzer als die eines konventionellen Neubaus.

Alho, das an insgesamt zwölf Standorten in Deutschland, Belgien, Frankreich und Österreich aktive seit mehr als 50 Jahren familiengeführte Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern, zählt zu den Marktführern der Branche.

Zusammen mit auf den Geschosswohnungsbau spezialisierten Architekten hat Alho Grundrisse für Ein- bis Vierzimmerwohnungen entwickelt. Die einzelnen Wohneinheiten werden zu größeren Wohnkomplexen zusammengefügt. Punkthäuser, also Gebäude mit zentraler Erschließung, kombinieren attraktive Architektur mit einem flächenoptimierten Raumkonzept. Unterschiedlich große Wohneinheiten gruppieren sich um eine zentrale Erschließungszone.

Modulare Bauweise auch für barrierefreies Wohnen geeignet
Das Konzept bietet dennoch genügend Raum im Sinne der Barrierefreiheit, sodass auch Seniorenappartements oder Wohnungen für körperlich eingeschränkte Menschen ohne Probleme eingerichtet werden können. So entstehen Konzepte aus generationenübergreifendem Wohnen und Inklusion, die in jeder Größe realisiert werden können; ganz nach den Bedürfnissen und Wünschen der Bauherren. Dabei werden die Gebäude auch den aktuellen Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz sowie an bauphysikalische Richtwerte gerecht.

Auch große Gebäudekomplexe und Anlagen sind im modularen Wohnungsbau von Alho planbar. Die Firma begleitet seine Kunden von der Planung, über den Entwurf bis hin zur Umsetzung und der Schlüsselübergabe im Geschosswohnungsbau.

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Erschienen in Ausgabe: Seite 10| Oktober 2018

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