. Tizian Meieranz-Nemeth

Der alte Belag muss runter, damit der neue drauf kann. (Foto: Wirtgen)

Mexikanische Straßen als Herausforderung

Jahrzehntelang wurde Asphaltschicht über Asphaltschicht gelegt ohne zu fräsen

Windhagen/ Torreón – Mehr als 9000 Kilometer entfernt vom heimatlichen Windhagen fräst sich die Wirtgen-Maschine durch die Straßen der mexikanischen Stadt Torreón. Der Straßenbelag im sogenannten Hauptstadtkorridor muss weichen, bevor der neue Belag für das Bus Rapid Transit (BRT)-System eingebaut werden kann.

Das gesamte Projekt umfasst eine Länge von 24,3 Kilometer und beinhaltet sowohl 9,3 Kilometer zentrale, enge Fahrspuren in Torreón als auch 15 Kilometer Autobahn zwischen Torreón und Matamoros. Die Ausschreibung sah eine einzige Kaltfräse vor, die am gleichen Tag an mehreren Standorten in der Stadt eingesetzt werden konnte.

Für diese Aufgabe entschied man sich beim beauftragten Fräsunternehmen Tatsa (Triturados Asfalticos de Torreón S.A. de C.V.) für das Modell W 150 CF, eine Kompaktfräse des deutschen Herstellers Wirtgen. Der alte Belag sollte von der beauftragten Baufirma in einer Frästiefe von 25 bis 30 Zentimetern abgetragen werden. Mit der Maschine konnte das Unternehmen diese Tiefe in einem einzigen Durchgang erreichen, aber je nach Streckenanforderungen fuhr die Maschine in verschiedenen Bereichen auch zwei oder drei Mal über den Belag. „Diese Straßen sind alt und wurden mehrere Jahre immer wieder ohne Fräsarbeiten neu asphaltiert. An manchen Stellen liegt deshalb die Fahrbahn sogar höher als der Bürgersteig“, erklärt Eng. Gisela Gutiérrez, Koordinatorin bei Tatsa.

Mit der verbreiterten Fräswalze soll die Kaltfräse ideal für die Deckschichtsanierung auf mittleren bis großen Baustellen sein. Darüber hinaus sprach das optimierte Transportgewicht der Maschine für sich. Denn um die Wirtschaftlichkeit zu maximieren, müssen Kaltfräsen schnell von einem Ort zum nächsten transportiert werden können.

Städtische Baustellen wie in Torreón unterscheiden sich in ihrer Dynamik deutlich vom deutschen Autobahnbau. Die Maßgabe in diesem Projekt war es, den Verkehr, die Anwohner und Passanten nur minimal zu beeinträchtigen und deshalb in kurzer Zeit sowohl den alten Fahrbahnbelag abzutragen als auch den neuen einzubauen. Um schnell und gut trotz der unterschiedlichen Straßenzustände zu arbeiten, war das Nivelliersystem „Level Pro Plus“ aus dem Hause Wirtgen gefragt.

In Torreón verwendete Tatsa das Multiplex-System. Bei diesem scannen drei Sensoren auf jeder Seite der Maschine die Höhe. Die Nivellierautomatik berücksichtigt alle drei Messungen, so dass die vorgegebene Sollfrästiefe exakt eingehalten wird und Unebenheiten in der Fahrbahn nicht kopiert werden. „Die Arbeit mit dem System ist intuitiv und komfortabel, das Ergebnis war eine gleichmäßig gefräste Oberfläche. Das ist entscheidend, wenn es darum geht, die neue Deckschicht einzubauen und dabei kostspielige Korrekturmaßnahmen in Form von Asphaltausgleichsschichten zu vermeiden“, sagt Eng. Liborio Frias Estrada, Koordinator für das BRT-Projekt in Torreón.

. Tizian Meieranz-Nemeth

Erschienen in Ausgabe: Seite 13| Oktober 2019

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