von Redaktion
MAN setzt bei Motoren verstärkt auf Wiederaufbereitung
Deutscher Nutzfahrzeughersteller weist mit Lebenszyklusanalyse Vorteile für die Umwelt nach
MAN treibt nicht nur bei Neufahrzeugen und Neumotoren die Reduktion von Emissionen voran, sondern setzt seinen Fokus auf den gesamten Lebenszyklus der Produkte. Ein ganz wichtiger Beitrag hierzu ist „Aufbereiten statt Tauschen“, das heißt die Wiederaufbereitung der MAN Motoren im Werk Nürnberg. Eine aktuelle Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA) bestätigt nun erstmals wissenschaftlich die Umweltvorteile der MAN Original Wiederaufbereitung am Beispiel des Bahnmotors MAN D2842 LE622.
Wiederaufbereitung von MAN-Motoren: Unabhängiger Gutachter validiert CO2-Reduktion
Die von der Universität Bayreuth durchgeführte und durch einen unabhängigen Gutachter im Auftrag der DEKRA Assurance Services GmbH validierte Studie vergleicht die Umweltauswirkungen eines neu gefertigten Bahnmotors vom Typ MAN D2842 LE622 mit denen eines MAN Original wiederaufbereiteten Motors desselben Typs. Das Ergebnis: Für Herstellung und Auslieferung eines neu gefertigten Motors wurden 8.320 Kilogramm CO₂-Äquivalente ermittelt. CO₂-Äquivalente fassen die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase in einer gemeinsamen Kenngröße zusammen. Der MAN Original wiederaufbereitete Motor verursacht innerhalb desselben Untersuchungsrahmens 2.355 Kilogramm CO₂-Äquivalente. Dies entspricht einer Reduzierung um 5.965 Kilogramm CO₂-Äquivalente beziehungsweise 72 Prozent.
Wiederaufbereitung von Motoren;:Transportleistung der Bauteile sinkt um 87 Prozent
Neben den Treibhausgasemissionen betrachtet die Studie weitere relevante Einflussgrößen. So reduziert sich der Neumaterialeinsatz gegenüber einer Neufertigung um 80 Prozent. Die Transportleistung der Bauteile sinkt um 87 Prozent. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere die Wiederverwendung geeigneter Komponenten einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung von Material- und Logistikaufwand leisten kann. Verbrennungsmotoren werden auch künftig in bestimmten Anwendungen benötigt. Das gilt besonders dort, wo hohe Leistung bei engem Bauraum gefragt ist, Maschinen und Fahrzeuge lange im Einsatz bleiben und es derzeit noch keine geeigneten alternativen Antriebe gibt. Beispiele dafür sind Bahnanwendungen, insbesondere der Dual-Mode-Betrieb, die Berufsschifffahrt und die Energieerzeugung. In solchen Anwendungen kann die Verlängerung von Produktlebenszyklen dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren, die bei der Herstellung neuer Produkte entstehen.
Die Untersuchung beschränkt sich nicht auf den Vergleich eines Neumotors mit einem einmal wiederaufbereiteten Motor. Zusätzlich wurden Szenarien über mehrere Lebenszyklen betrachtet. Wird ein Neumotor nach seiner ersten Nutzungsphase einmal wiederaufbereitet und erneut eingesetzt, reduzieren sich die Treibhausgasemissionen gegenüber einem Szenario mit zwei Neumotoren um 33 Prozent. Bei einer weiteren Wiederaufbereitung steigt die Reduzierung auf 45 Prozent gegenüber einem Szenario mit drei Neumotoren. Gleichzeitig sinken Materialeinsatz und Transportaufwand weiter.
MAN: "Enormes Potenzial in Verlängerung von Produktlebenszyklen"
„Die Ergebnisse zeigen, welches enorme Potenzial in der Verlängerung von Produktlebenszyklen liegt“, sagt Josef Lukaschtik, Head of Remanufacturing MAN Truck & Bus. „Für Anwendungen, in denen Verbrennungsmotoren weiterhin benötigt werden, kann die MAN Original Wiederaufbereitung eine Möglichkeit sein, vorhandene Ressourcen länger zu nutzen und produktionsbedingte Umweltwirkungen zu reduzieren.“ Die Studie liefert darüber hinaus einen wissenschaftlich fundierten Nachweis für die Bedeutung der Wiederaufbereitung innerhalb des Service- und Bestandsgeschäfts von MAN. Neben MAN Original wiederaufbereiteten Motoren umfasst das Portfolio auch wiederaufbereitete Komponenten und Teile der Produktlinie „MAN Original Teile ecoline“. „Wiederaufbereitete Komponenten tragen dazu bei, Ressourcen länger im Kreislauf zu halten und Kunden wirtschaftliche Lösungen mit hoher Verfügbarkeit zu bieten“, sagt Vanessa Reinarz, Head of Product Management Genuine Parts MAN Truck & Bus. Damit unterstützt MAN-Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte hinweg – von der Ersatzteilversorgung bis zur professionellen Wiederaufbereitung kompletter Antriebssysteme.
Die Lebenszyklusanalyse wurde gemäß DIN EN ISO 14040 und DIN EN ISO 14044 durchgeführt. Betrachtet wurden die relevanten Lebenswegabschnitte innerhalb der definierten Systemgrenzen. Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf den untersuchten MAN D2842 LE622 und die in der Studie beschriebenen Rahmenbedingungen.
Bild: Aus alt wird neu; Ein gebrauchter (links) und MAN Original wiederaufbereiteter (rechts) Motor nebeneinander (Foto: MAN)
von Redaktion
Erschienen in Ausgabe: online