von Jasch Zacharias
Berlin: Bauwirtschaft rechnet mit Stillstand im Wohnungsbau
Investoren fliehen, Banken erschweren Kredite – Bauindustrie verlangt „Bauturbo II“ statt Enteignungen
Enteignung statt Wohnungsbau: Nachdem in Berlin die SPD Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen begonnen hat, befürchtet die Bauwirtschaft Stillstand für den Wohnungsneubau in der Hauptstadt. Investorenflucht und Kreditblockaden sagen Baubranche und Ökonomen voraus. Die Bauindustrie fordert von der Bundesregierung,
stattdessen für mehr Rechts- und Planungssicherheit sowie einen „Bauturbo II“ zu sorgen.
Bereits vor Beginn der rot-grünroten Sondierungen in Berlin hatte die Ankündigung der Linken zur Verstaatlichung von Privateigentum schwere Schäden für den Wohnungsbau verursacht: Nach einer Erhebung des Landesverbands Freier Immobilien-und Wohnungsunternehmen (BFW) ist in der Hauptstadt der Bau von 3.480 geplanten Wohnungen gestoppt oder gar nicht erst projektiert worden. Zudem berichten 77 Prozent der Betriebe von erschwerten Finanzierungsbedingungen und Risikozuschlägen bei den Kreditinstituten.
„Statt bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wird dem Standort Berlin das Vertrauen von Investoren und Bauträgern entzogen“, prangert der BFW an. Auch die Bauindustrie reagiert mit scharfer Kritik und großer Sorge auf die Verhandlungen zum Ziel einer möglichen rot-grün-roten Koalition. „Investoren, die international tätig sind, bauen dort, wo sie Rechtssicherheit haben und sich die Projekte auch rechnen“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB). Eine Verstaatlichung von Wohnungsbeständen, an der die Linke als Wahlsieger auch nach Abschluss der Sondierungsgespräche mit Grünen und SPD festhalten will, sei für die Bautätigkeit kontraproduktiv, so Müller. Weder würden neue Wohnungen gebaut, noch bestehende saniert.
(Foto: KI generiert)
Lesen Sie mehr in unserer Printausgabe oder als E-Paper:
https://www.der-bau-unternehmer.de/bestellen.html
von Jasch Zacharias
Erschienen in Ausgabe: November 2026| Seite1