. Redaktion

Bei Lehnhoff in Baden-Baden gibt es reichlich Produkt-Vorrat für die Kunden.  (Foto: Lehnhoff)

Lehnhoff hilft seinen Kunden per "Live-Chat"

Trotz Corona-Krise arbeiten die Mitarbeiter des Bagger-Ausrüsters weiter

Baden-Baden - Kurt „Kutte“ Erdmann (57) flucht – er hat ein Problem auf der Baustelle. Flugs steuert der Baggerfahrer per Handy zur Website von Lehnhoff Hartstahl. „Hallo, wie kann ich Ihnen helfen? Sie sprechen mit Sebastian Denniston“. Der Produktmanager meldet sich im „Live Chat“, den vor drei Wochen das Service-Team wegen der Coronavirus-Krise aufsetzte. Während seit März wegen der Pandemie das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben bundesweit heruntergefahren wird (Shutdown), arbeiten die rund 200 Lehnhoff-Mitarbeiter im Werk in Baden-Baden regulär weiter. „Wir sind für Sie da!“, signalisiert so der Ausrüster für Bagger seinen Erstausrüstern und rund 2000 Händlern, die er mit Schnellwechslern und Anbaugeräten versorgt.

Vorrat an Schnellwechslern und Baggerlöffeln wird verdoppelt

 Mit intelligenter Bevorratung bereitet sich Lehnhoff jetzt schon auf das Ende des Shutdowns vor. Noch floriert die Bauwirtschaft, doch unkalkulierbar bleiben die Lieferketten. Das Ziel: Nach dem Shutdown eine schnelle Lieferung der gängigsten Schnellwechsler und Baggerlöffel bieten. „Es ist eine schwierige Zeit. Unsere Erstausrüster – wie etwa Takeuchi, Kubota, Wacker Neuson oder Komatsu –, und Händler wissen nicht, wie und wann es weitergeht. Wir hoffen, dass der Neustart noch vor der GaLaBau gelingt. Dann wollen wir schnell lieferfähig sein“, bekräftigen Lehnhoff-Vertriebsleiter Michael Linke und Marketingleiter Rainer Matz.

 „Vorrat verdoppeln!“, lautet Lehnhoffs Devise. Dabei ist der Mittelständler immer noch dabei, die aus den Rekordmonaten Mai bis Oktober 2019 resultierende Fertigware im Wert von rund 5 Mio. Euro auszuliefern. Die Auslieferungen nehmen an Tempo zu. „Wir nutzen die Phase, um die Produktion voll am Laufen zu halten und Lagerbestände intelligent aufzubauen“, sagt Marketingleiter Rainer Matz. Was meint intelligent? „Anhand der Verkaufskennzahlen für Schnellwechsler und Tieflöffel ermitteln wir, bei welchen Herstellern und Baggertypen wir mit der größten Anfrage an Schnellwechselsystemen zu rechnen haben“, erläutert Matz. „Durch unsere umfangreiche technische Datenbank mit herstellerübergreifender Gruppierung von Baggertypen gleicher Aufhängungsmaße beherrschen wir diese Disziplin der Vorhersage besonders gut.

 Bei den Baggern mit bis zu zwölf Tonnen sind die Lehnhoff-Schnellwechsler marktführend. Deren wirtschaftlicher und produktiver Mehrwert ist offenkundig – der Bediener dockt aus der Kabine heraus jedes Anbaugerät flott ab und an. Wer auf diese Weise seine Werkzeuge stets nur für deren Verwendungsweck einsetzt, schont sein Equipment vor frühem Verschleiß.

 Bei den Baggerlöffeln nutzt Lehnhoff zur intelligenten Bevorratung zwei Optionen. „Zum einen halten wir im Lager Gleich-Teile, aber auch Varianten-Teile in Baugruppen vor. Kommt der Auftrag, konfektionieren wir das Endprodukt“, das als „Express-Baggerlöffel“ versendet wird“, beschreibt Produktionsleiter Frank Spengler das Vorgehen. Anderseits habe man Topseller immer vorrätig, wie etwa Tief- oder Grabenräumlöffel für Mini- und Kompaktbagger. Frank Spengler: „Wir haben eine hohe Fertigungstiefe und kaufen nur wenige Komponenten dazu. Das macht uns hochflexibel. Wir produzieren auch kleinste Stückzahlen.“ Vorgefertigte Halbzeuge lagern produktionsnah im Werk.

 Im Live Chat hat inzwischen Produktmanager Sebastian Denniston das Problem zusammen mit Baggerfahrer Erdmann lokalisiert. Erdmann ist zufrieden. Das benötigte Ersatzteil hat Denniston zur sofortigen Auslieferung an die Kollegen vom Ersatzteildienst angewiesen.

. Redaktion

Erschienen in Ausgabe: online

Zurück