von Redaktion
Kanalbau: Checkliste zum Aufspüren von Schäden an der Oberfläche
Handreichung vom Kommunalen Netzwerk der Abwasserbetriebe "KomNetABWASSER" und dem IKT
Eine neue Checkliste unterstützt Abwasserbetriebe bei der systematischen Trassenbegehung ihrer Kanalnetze. Die Liste ist Teil des neuen Kommunalen Hinweises „Oberirdische Kontrolle von Kanaltrassen“.
Diese praxisreiche Handreichung ist jüngst von Betrieben aus dem Kommunalen Netzwerk der Abwasserbetriebe "KomNetABWASSER" gemeinsam mit dem IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur erarbeitet worden.
Ziel ist es, sichtbare und anderweitig wahrnehmbare Auffälligkeiten an der Oberfläche und im Umfeld der Kanaltrassen systematisch zu erfassen. So gewinnen Abwasserbetriebe wertvolle Zusatzinformationen für Betrieb, Sanierungsplanung und Risikobewertung ihrer Kanalnetze.
Trassenbegehungen ersetzen weder Videobefahrungen noch technische Inspektionen von Leitungen. Sie liefern aber Informationen, die im Kanal selbst unsichtbar bleiben: neue Verkehrsbelastungen, Baustellen, versiegelte Flächen, Baumstandorte, eingeschränkte Zugänge oder Veränderungen an der Straßenoberfläche. Die ergänzende Betrachtung der Oberfläche entlang der Kanaltrassen und ihres Umfelds vervollständigt das Bild.
Die oberirdische Kontrolle gleicht vorhandene Bestandsdaten mit der Situation vor Ort ab. Es geht darum zu ergründen, wo Leitungen wirklich verlaufen und welche Schachtabdeckungen fehlen oder beschädigt sind. Erkannt werden muss auch, ob es die Erneuerung von Abschnitten gegeben hat, ohne dass alle Bestandsdaten nachgeführt wurden. Schachtabdeckungen, Belüftungsöffnungen und Einbindungen in Verkehrsflächen lassen sich direkt dokumentieren. Damit wird das Kanalkataster aktualisiert.
Die Checkliste des KomNetABWASSER gliedert die Begehung in fünf übersichtliche Bereiche:
- Grundlagen: Lage, Pläne und Kontrollintervalle
- Umgebungseinflüsse: Baustellen, Verkehr und Eingriffe
- Zugänglichkeit und Vegetation: Zuwegungen, Bäume und Bewuchs
- Indikatoren für Betriebsstörungen: Gerüche, Setzungen und Erosionsspuren
- Dokumentation: Befunde sichern und Folgemaßnahmen festlegen
Befunde müssen mit Notizen und Fotos protokolliert werden. Abweichungen sollten in Karten, Lageplänen und Kanalkataster nachgeführt werden – wenn möglich, bereits während der Begehung digital.
Besonders wichtig ist es, Folgemaßnahmen, Verantwortlichkeiten und Termine gleich festzuhalten. So wird aus einem Rundgang ein nachvollziehbarer betrieblicher Vorgang.
Mehr dazu:
„Oberirdische Kontrolle von Kanaltrassen“
https://komnetabwasser.de/blog/kommunaler-hinweis-oberirdische-kontrolle-von-kanaltrassen/
von Redaktion