. Tizian Meieranz-Nemeth

Während die Hersteller die Technik für autonome Fahrzeuge vorantreiben, fragen sich viele, ob sie sich einem autonomen Fahrzeug anvertrauen wollen. (Foto: Mercedes Benz)

Jeder Dritte ist bereit für autonomes Fahren

Neue Studie von Softwareentwickler Ansys

DBU/Berlin – Der Wettbewerb m die beste Technologie für das autonome Fahren ist weltweit in vollem Gange. Aber sind wir bereit für sich selbst steuernde Fahrzeuge? Der Softwareentwickler Ansys hat dazu eine Studie veröffentlicht, die sowohl autonome Pkw als auch Flugzeuge in den Fokus nimmt.

Bislang sind autonome Fahrzeuge auf den Straßen und Baustellen noch ein Novum. Grund dafür sind zahlreiche Sicherheitsbedenken von Seiten der Politik und der Nutzer selbst. Dennoch können sich weltweit mittlerweile 77 Prozent der Befragten vorstellen, dass sie noch zu Lebzeiten in einer autonom fahrenden oder fliegenden Maschine sitzen und arbeiten werden.
Auf die Frage, wann sie soweit sein werden, antworteten immerhin 14 Prozent, dass sie sich das aktuell schon vorstellen können und dazu bereit wären. Die große Masse von 63 Prozent glaubt, dass sie in den nächsten zehn Jahren in autonomen Fortbewegungsmitteln unterwegs sein werden. Ganze 23 Prozent fürchten diese Vorstellung und lehnen autonome Maschinen gänzlich ab.
Die größte Angst treibt die Befragten dabei um, dass die Technik versagt und es zu folgenschweren Unfällen kommen könnte. Diese Befürchtungen haben immerhin 59 Prozent. Das am zweithäufigsten geäußerte Bedenken von 42 Prozent aller Befragten: Autonome Fahrzeuge könnten gehackt und somit kontrolliert werden. Auf die Frage, welchem Hersteller sie bei autonomen Fahrzeugen am ehesten vertrauen würden, gaben 24 Prozent die deutschen Marken Mercedes, Audi, BMW und Porsche an. Tesla, Google und Co. würden lediglich 20 Prozent vertrauen.
Abschließend wurden die Teilnehmer der Studie befragt, was sie mit der freien Zeit im autonom fahrenden Auto anfangen würden. 32 Prozent entschieden sich dafür, ein Buch zu lesen, 30 Prozent würden Filme sehen und 19 Prozent würden die Zeit mit Arbeit aus-
füllen.
Auch der ADAC hat für Deutschland zum Thema autono9mes Fahren eine Studie beim Prognos-Forschungsinstitut in Auftrag gegeben. Diese belegt: Automatisiertes Fahren wird sich nur langsam durchsetzen. Das liegt vor allem daran, dass Autos durchschnittlich bis zu zwanzig Jahre im Einsatz sind – und sich neue Technologien deshalb nur ganz allmählich im Gesamtbestand bemerkbar machen, resümiert der Automobilclub.
So wird der Anteil von Neufahrzeugen, bei denen sich der Fahrer auf allen Autobahnen komplett von der Fahraufgabe abwenden kann, laut Prognos im „optimistischen“ Fall von 2,4 Prozent im Jahr 2020 auf immerhin 70 Prozent im Jahr 2050 steigen. Ab 2030 werden dann Pkw mit Citypilot, also der Fähigkeit, sowohl auf der Autobahn als auch in der Stadt allein zu fahren, allmählich auf den Straßen auftauchen. Und erst nach 2040 werden in größerer Zahl Autos angeboten, die völlig autonom von Tür zu Tür kommen, also auch auf Landstraßen keinen Fahrer mehr benötigen.
Das bedeutet: Noch bis weit ins 21. Jahrhundert hinein werden den Prognos-Forschern zufolge normale Fahrzeuge neben vollautomatisierten unterwegs sein. Damit relativiert sich auch die Hoffnung auf schnelle Sicherheitsgewinne durch autonome Pkw in den nächsten Jahrzehnten.
Vernetzte Pkw, automatisierte Lkw, fahrerlose Busse: Die Automatisierung auf unseren Straßen hat längst begonnen und die Infrastrukturen entstehen. Jetzt müssen Menschen noch lernen, den Maschinen zu vertrauen.

. Tizian Meieranz-Nemeth

Erschienen in Ausgabe: Maerz 2020 | Seite 13

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