von Jasch Zacharias
Iran-Krieg und Kostenexplosion würgen Wohnungsbau ab – neue Krise kündigt sich an
Experten sagen weniger als 200.000 neue Wohnungen voraus – Branche fordert sofortiges Gegensteuern
Trotz enormer Nachfrage ist in Deutschland von Wohnungsbau im Turbo-Tempo nichts zu bemerken. Sachverständige sagen vielmehr voraus, dass die Zahl neuer Wohnungen in diesem Jahr auf unter 200.000 fällt. Freie Wohnungen sind auf dem Markt kaum noch zu finden. Der Zen-tralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) fordert angesichts der sich akut verschärfenden Konjunkturlage sofortiges Gegensteuern der Politik.
Wohnungsbau: Bürokratie und Kosten ersticken Aufschwung
Der Deutsche Wohnungsbautag 2026 in Berlin im März hat es auf den Punkt gebracht: Die nach wie vor zu hohe Zahl von bürokratischen Auflagen sowie in die Höhe schießende Kosten in allen Bereichen ersticken die zaghaften Anzeichen eines Aufschwungs in der Bauwirtschaft. Der Beginn des Iran-Kriegs mit der Folge einer Energiepreisexplosion beschleunigt den Abwärtstrend rapide. Während Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) weitere staatliche Einschränkungen des Marktes in Form einer staatlichen Bundesbaugesellschaft als Lösung des Problems in Betracht zieht, hat ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa gemeinsam mit weiteren Branchenvertretern des Wohnungsbautags bei einem Krisengespräch mit Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) schnelle und konkrete Schritte vorgeschlagen, um die kritische Lage auf dem Wohnungsmarkt noch 2026 zu verbessern.
Baugewerbe fordert Freigabe von Gebäudetyp „e“ vor Sommerpause
„Wenn der Wohnungsbau in dieser Legislaturperiode noch Fahrt aufnehmen soll, brauchen Bauwillige und Investoren jetzt stabile Förderkonditionen der KfW, die Ausweitung der Sonder-Afa auf den EH55-Standard und noch vor der Sommerpause klare Regelungen für den Gebäudetyp ,e‘ “, sagte Pakleppa. Der Lobbyist des Baugewerbes stellte klar, dass sowohl das „Bauturbo“-Gesetz als auch der Gebäudetyps„e“ zwar gute Ansätze seien, diese aber noch nicht konkret greifen. „Bis zu zwei Jahre vergehen von der Planung bis zur fertigen Wohnung. Die Uhr tickt. Jetzt ist Zeit zu handeln“, warnte Pakleppa vor einer Verschärfung der sozialen Probleme in Deutschland, die auch durch fehlende und zu teure Wohnungen hervorgerufen werden.
(Foto: Pixabay)
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von Jasch Zacharias