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In Hamburg entsteht Deutschlands höchstes Holzhaus

Umweltstiftung fördert Wohnturm mit 19 Etagen in der Hafencity / 26.000 Tonnen Co2 gespart

DBU/Berlin – Das höchste Hochhaus aus Holz in Deutschland wird in dem kommenden drei Jahren der Hafencity der Hansestadt Hamburg gebaut werden. Gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Die DBU fördert das Projekt nach eigenen Angaben mit 492.000 Euro. Das umweltfreundliche Gebäude soll 19 Etagen hoch sein. 180 Wohnungen, davon 60 öffentlich gefördert zur Miete, sind darin vorgesehen.

In Zeiten knappen Wohnraums ist das Nachverdichten – das nachträgliche Bebauen freier Flächen innerhalb bestehender Bebauung – vor allem in Großstädten ein großes Thema. Allerdings benötigt der Bau von Gebäuden viele Rohstoffe und viel Energie. Direkt in der attraktiven Hafencity beabsichtigt das Unternehmen Garbe Immobilien-Projekte aus Hamburg mit der „Wildspitze“, so wird das Hochhaus aus Holz genannt, möglichst umweltfreundlich dringend benötigte Wohnungen zu schaffen.


Fachlich und finanziell gefördert wird das Projekt von der DBU. „Wenn das Projekt erfolgreich läuft, ist dieser Holzbau ein innovatives Modell für die gesamte Baubranche. Zusätzlich setzt es einen umweltfreundlichen Impuls gegen die Wohnungsnot und verknüpft damit zwei der großen Probleme unserer Zeit“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde.
„Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur in deutschen Großstädten mittlerweile ein kostbares Gut. Eine Lösung für dieses Problem sehen viele Experten im Nachverdichten von Flächen“, erläutert Sabine Djahanschah, DBU-Fachreferentin für Architektur und Bauwesen. Für Fundamente, Wände und ähnliches würden viel Energie und viele Rohstoffe benötigt. Zudem würden Baulärm, Staub und Schmutz die Anwohner stören, Lieferfahrzeuge häufig Straßenzüge blockieren und damit die Akzeptanz gegenüber dem Nachverdichten schmälern. Hier könne der modulare Holzbau eine umwelt- und anwohnerfreundliche Alternative sein.
Bei dem Modellprojekt will die Firma Garbe Immobilien-Projekte das Verfahren nun auf einer Fläche gegenüber dem Baakenpark in der Hamburger Hafencity in größerem Rahmen testen. „Wir wollen auf einen dreigeschossigen Sockel einen länglichen Komplex mit sieben Etagen sowie einen Turm mit 19 weiteren Etagen setzen – alles aus nachhaltig zertifiziertem Holz. Das wäre das höchste Holzhochhaus Deutschlands“, erläutert Fabian von Köppen, Geschäftsführer der Garbe Immobilien-Projekte. Auch für ein Car-Sharing-Konzept mit Elektrofahrzeugen soll Platz sein.
Zudem ziehe die Deutsche Wildtier Stiftung in das Gebäude ein. Neben ihrem Stiftungssitz soll dauerhaft eine multimediale Ausstellung zu Themen wie Nachhaltigkeitsstrategien im Umweltschutz und der Landwirtschaft entstehen. Ergänzt werde diese um Lehr- und Schulungsräume für Kinder und Jugendliche, einen Kinosaal sowie Gastronomie- und Büroflächen. Weiterer Pluspunkt: In der Tiefgarage sollen mindestens 100 Stellplätze entstehen, die für Elektromobilität vorgerüstet sind. 23 Stellplätze sollen ausschließlich für ein Car-Sharing-Konzept vorgehalten werden.


„Dank des Holzes können wir voraussichtlich 26.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen, die ansonsten bei Herstellung, Transport oder auch im Rahmen der Entsorgung anderer Baumaterialien anfallen würden. Zudem versuchen wir, sparsam mit dem Holz umzugehen, sodass wir möglichst wenig davon benötigen“, sagt von Köppen. Viele Bauelemente sollen als Module in Werkstätten vorgefertigt und vor Ort nur noch montiert werden. Gepaart mit intelligenter Logistik auf der Baustelle werde dadurch noch umweltfreundlicher gebaut.

Sabine Djahanschah von der DBU sieht in dem Projekt ein Vorhaben mit Modellcharakter. „Im besten Fall helfen die Ergebnisse, die Planungssicherheit im Holzbau zu verbessern und diese umweltfreundliche Alternative weiter zu verbreiten. Zudem wird das Gebäude an einer sehr markanten Stelle der Stadt entstehen“, sagte die Fachreferentin für Architektur und Bauwesen.

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Erschienen in Ausgabe: Seite 8| Oktober 2018

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