von Redaktion
Höchster Kirchturm der Welt trägt ein Kreuz "made in Germany"
Mit dem Ultrahochverdichtetem Beton UHPC gelingt eine begehbare Kreuzvariante
Die Firma Sudholt-Wasemann hat das begehbare Kreuz gefertigt, das jüngst auf der Spitze des höchsten Kirchturms der Welt seinen Platz fand. Er steht in Barcelona und gehört zu dessen wohl berühmtesten Bauwerk, das mit vollem Namen Basílica i Temple Expiatori de la Sagrada Família.
Über die Komplexität der Anfertigung sprach Firmenexperte Heinrich Wasemann bei den BetonTagen in diesem Jahr. Wie die Veranstalter berichteten, steht die Arbeit als Beispiel dafür, dass architektonische Ideen und Vorgaben mitunter eine ganz spezielle und einzigartige Ingenieurskunst erfordern. Wegen der ungeschlagenen Höhe des Turms war Wasemanns Vortrag auch mit „Mit UHPC zum Weltrekord - Deutsche Ingenieurkunst für das Kreuz der Sagrada Familia“ betitelt.
Spezialisierung auf UHPC sicherten den Auftrag
Das Kürzel UHPC steht für ultrahochverdichteten Beton. Er spielte eine besondere Rolle dabei, das Kreuz mit relativ schlanken Betondicken begehbar und stützenfrei zu machen.
Entworfen hat das Kreuz wie auch das gesamte Bauwerk der Architekt Antoni Gaudí, dessen Todestag sich am 10. Juni zum 100. Mal jährt. Mit seiner Höhe von 17 Meter trägt es wesentlich zur Rekordhöhe des Gebäudes von 172,5 Metern bei. Bisheriger Rekordhalter war das Ulmer Münster, dessen Turm nun zehn Meter "kleiner" ist als der in Barcelona.
Vortrag bei den Ulmer BetonTagen
Dass hierüber ausgerechnet auf den Ulmer BetonTagen und in unmittelbarer Sichtweite zum Münster berichtet wurde, entbehrt laut den Veranstaltern nicht einer gewissen Ironie. Allerdings war dieser Aspekt beim Vortrag von Heinrich Wasemann von der Sudholt-Wasemann GmbH nur eine Randnotiz. Seine Ausführungen bezogen sich in erster Linie auf den Bau und die Montage des Kreuzes sowie den damit verbundenen enormen Herausforderungen.
Schon die Dimensionen mit einer Höhe von 17 Metern, einer Spannweite von 13,50 Metern und einem Gesamtgewicht von 110 Tonnen sind enorm. Dazu kommt, dass das Kreuz im Innern komplett stützenfrei ist. Wie der Referent gezeigt hat, basiert der Aufbau des Kreuzes auf einer Duplex-Stahlkonstruktion, die mit einer fünf Zentimeter starken UHPC-Schicht ausgegossen wird.
Firmensitz im ostwestfälischen Herzebrock-Clarholz
Sudholt-Wasemann hat seinen Sitz in aus Herzebrock-Clarholz (Ostwestfalen) und ist auf die Herstellung hochtechnologischer Fertigteil-Elemente aus UHPC spezialisiert. Für das Projekt in Katalonien reichten die Leistungen von der Anfertigung der Grund- und Innenschalung bis hin zum Ausgießen der einzelnen Segmente mit einem auf Basis von Dyckerhoff-Nanodurzement hergestellten UHPC.
Den Abschluss der komplexen, vom Referenten in beeindrucken Fotos dokumentierten Arbeitsprozesses bildeten der Transport nach Barcelona, der eine spezielle Logistik erforderte, und die aufwändige Montage des vierteiligen Kreuzes vor Ort. Am Ende ist laut Wasemann „ein einzigartiges Bauwerk entstanden, das architektonische Vision mit modernster Ingenieurtechnik verbindet".
⇒ Mehr Informationen zu dem Thema in der aktuellen Ausgabe "Der BauUnternehmer" 06/2026
Fotos (2): Sudholt-Wasemann [Mehr Bilder in der aktuellen Ausgabe von "Der BauUnternehmer"]
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