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Mit digitalen Daten zu CO2-Emissionen gespeiste Karte für HS2 (Foto. Flickr/Bentleysystems)

High Speed Two erobert Großbritannien

Mott MacDonald richtet neues CO2-Portal zur Förderung von BIM ein

DBU/ London - Großbritannien hat als erste große Volkswirtschaft Gesetze erlassen, die bis 2050 einen CO2-Ausstoß von Null vorschreiben. Zur Unterstützung dieses Ziels nutzte das Joint Venture Mott MacDonald und SYSTRA digitale Fortschritte bei High Speed Two (HS2), Europas größtem Infrastrukturprojekt, um ein BIM-fähiges CO2-Portal einzurichten. Dieses stellt dem Projektteam ein Online-Tool bereit, mit dem es über den gesamten Lebenszyklus die Auswirkungen von Konstruktionsentscheidungen auf die CO2-Emissionen berechnen kann.

Neue 530 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse

HS2, eine neue 530 Kilometer lange Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse verhilft den britischen Städten Manchester, Leeds und Birmingham zu einer höheren Fahrgastkapazität und zu zuverlässigen Zugverbindungen nach London. Das JV Mott MacDonald und SYSTRA entwickelt im Auftrag des JV Balfour Beatty VINCI das Design für den nördlichen Bereich, die sog. „Area North“. Dabei handelt es sich um einen über 70 Kilometer langen Streckenabschnitt mit 48 Viadukten, 68 Überbrücken, 27 Unterbrücken, 31 Kanälen, 74 Dämmen, 40 Durchstichen, drei Tunneln und 14 Stützwänden.

Mehr als 600 Mitarbeiter arbeiteten in 35 Büros, die auf 28 Städte in acht Ländern verteilt sind, mit einer auf ProjectWise von Bentley basierenden vernetzten Datenumgebung zusammen. Das verteilte Projektteam entwickelte einen digitalen Zwilling, der einen digitalen Komponentenkatalog umfasste, der Verständnis, Qualität und Konstruierbarkeit verbesserte. Das Projektteam implementierte außerdem eine modellbasierte Bereitstellung, um Produktionszeichnungen zu reduzieren und Zusammenarbeit und Engagement zu fördern. Die Modelle enthalten die visuellen und eingebetteten Informationen des Projekts, die problemlos vom gesamten Projektteam gemeinsam genutzt werden können. Durch diesen Ansatz ließ sich die Koordinierung der Konstruktion in einem multidisziplinären Team optimieren.

„Für die rein modellbasierte Bereitstellung haben wir OpenBridge, GenerativeComponents und Navigator verwendet, um über 4.000 Modelle zu generieren. Dabei konnten unsere Joint-Venture- und BIM-Modellierer Verbesserungen feststellen“, berichtet Rob Dickson, Project Delivery Manager bei Mott MacDonald.

CO2-Portal erleichtert emissionsarme Planung

Das CO2-Portal von Mott MacDonald erleichterte während der Planungsphase die Erkennung von Optionen mit geringen CO2-Emissionen. Über die Drag-&-Drop-Oberfläche des CO2-Portals kann das Team Daten aus den BIM-Modellen von Bentley importieren, die umfangreiche CO2- und Kostendatensätze enthalten. Das Team nutzte das CO2-Portal in allen Phasen (von der Bedarfsdefinition über die Erkennung von Optionen bis zum Detailentwurf) für Vergleiche, um den Nachweis zu erbringen, wo CO2- und Kosteneinsparungen erzielt wurden.

CO2-Einsparungen fallen in allen Bereichen eines Projekts an. Laut Forschungsergebnissen finden allerdings 90 % der möglichen Einsparungen und Innovationen innerhalb der ersten 10 % der Projektausgaben statt. HS2 stellt hierfür ein Paradebeispiel dar. Die Phasen der Bedarfsdefinition und Erkennung von Optionen bieten die besten Gelegenheiten, um das Ergebnis zu beeinflussen. Daher müssen die Konstrukteure des JV Mott MacDonald und SYSTRA sich von Anfang an über die Auswirkungen ihrer Entscheidungen im Klaren sein, da diese irreversible Auswirkungen auf eine Anlage zur Folge haben, die 100 Jahre oder länger halten soll.

Das Team für CO2-Disziplin führte anhand der Mengenermittlung jeder Anlage CO2-Berechnungen durch und bewertete die Konstruktionsmethode auf Basis dieser Berechnungen. Unter Zuhilfenahme des CO2-Portals analysierte das Team die Werte, um ein vollständigeres Bild der Umweltauswirkungen zu erhalten.

Die Berechnungen sind schwierig, aber Mott MacDonald schätzt, dass die Bauemissionen für Phase 1 (London-Birmingham) im Bereich von 5,8 bis 6,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (MtCO2e) liegen dürften. In den ersten 60 Betriebsjahren wird jedoch mit einer CO2-Einsparung von 3,0 bis 3,2 MtCO2e gerechnet.

„Die Visualisierung der Risiken und Annahmen ermöglichte es unseren Designteams, Bereiche mit hohem Risiko besser zu verstehen und Lücken zu erkennen, die während der Entwicklungsphase des Designs geschlossen werden müssen“, sagte Tom Olasina, Projektleiter bei Mott MacDonald.

 

 

 

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Erschienen in Ausgabe: online

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