von Redaktion
Hagedorn sprengt 275 hohen Schornstein
Eines der höchsten Bauwerke Nordrhein-Westfalens weicht neuer Konverterstation
Der 275 Meter hohe Schornstein am einstigen Kraftwerksstandort Ibbenbüren galt als eines der höchsten Bauwerke ganz Nordrhein-Westfalens. Jetzt steht er nicht mehr. Die Unternehmensgruppe Hagedorn hat ihn kontrolliert gesprengt.
Der Konzern aus Gütersloh hat das Gelände erst vor wenigen Jahren vom Konzern RWE selbst übernommen. Nachdem alle Anlagen entfernt worden sind, übernimmt das Areal Amprion. Dieser Netzbetreiber plant, dort eine Konverterstation zu errichten. Sie dient dem Offshore-Netzanbindungssystem BalWin2.
Sprengung erfolgte am 22. Februar
Neben dem Schornstein-Koloss sollen auch die noch bestehenden Anlagen zur einstigen Rauchgasreinigung verschwinden. Seit 2023 bereitet die Hagedorn-Unternehmensgruppe das Gelände baureif vor. Die kontrollierte Fällung des markanten Schornsteins bildete am 22. Februar dieses Jahres einen spektakulären Höhepunkt des Projekts.
Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, Evakuierungen im Umfeld sowie ein detailliertes Schutz- und Messkonzept haben für einen reibungslosen Ablauf gesorgt, berichtet der Grundstücksbesitzer.
Der Rückbau wird in den kommenden Monaten fortgesetzt. Ziel ist es, den Großteil der anfallenden Materialien aufzubereiten und dem Stoffkreislauf wieder zuzuführen. Mit diesem Projekt will Hagedorn ein weiteres Zeichen für nachhaltigen Rückbau und verantwortungsvolle Flächenentwicklung setzen, heißt es aus Gütersloh.
Mit BalWin1 und BalWin2 sind zwei Offshore-Netzanbindungssysteme geplant. Sie verbinden Windparks in der Nordsee mit dem Übertragungsnetz an Land und werden sowohl auf der Land- als auch auf der Seeseite größtenteils parallel zueinander installiert. Beide Projekte können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen. Das entspricht zusammen dem Bedarf von etwa vier Millionen Menschen. Sie sollen 2029 und 2030 in Betrieb genommen werden.
Gleichstrom lässt sich verlustärmer transportieren
Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 155 beziehungsweise 165 Kilometer auf See. Sie unterqueren Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Auf dem landseitigen Teil von BalWin1 und BalWin2 werden etwa 205 beziehungsweise 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Um zu ihren jeweiligen Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf (BalWin1) und Westerkappeln (BalWin2) zu gelangen, werden sich die Vorhaben auf dem letzten Teil der Strecke trennen.
Mit BalWin2 entsteht der erste Anschluss von Offshore-Windparks in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund seiner großen Länge von mehr als 380 Kilometern kommt die Gleichstromtechnik zum Einsatz. Diese ermöglicht es, große Energiemengen über weite Strecken verlustarm zu transportieren. Da das Übertragungsnetz in Deutschland überwiegend Wechselstromtechnik verwendet, wird in der Nähe des sogenannten Netzverknüpfungspunktes mit der Umspannanlage Westerkappeln die Konverterstation benötigt: Sie wandelt den ankommenden Gleichstrom in Wechselstrom um, damit er ins Übertragungsnetz eingespeist werden kann.
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