von Redaktion
Gustav Epple und Salvia realisieren Großprojekt für Klinikum Stuttgart
Als Arbeitsgemeinschaft errichten sie den Neubau Katharinenhospital, erster Bauabschnitt Haus A
Es gilt als eine der bedeutendsten Investitionen der Landeshauptstadt Stuttgart der kommenden Jahre: Das Klinikum Stuttgart erhält bis 2029 ein neues Haus A. Es wird die Interdisziplinäre Notaufnahme (INA) und einen hochmodernen Zentral-OP beherbergen . Mit der Ausführungsplanung und sämtlichen Bauleistungen des Projektes hat das Klinikum Stuttgart die Arbeitsgemeinschaft Gustav Epple Bauunternehmung GmbH und Salvia Gebäudetechnik GmbH beauftragt.
Vorangegangen war ein europaweites Ausschreibungsverfahren. Die beiden Unternehmen haben sich schon bei früheren Bauprojekten des Klinikums bewährt. So hat Gustav Epple bereits das Haus G errichtet, das seit 2024 in Betrieb ist. Salvia war bei diesem Projekt für die technische Gebäudeausrüstung zuständig. Beim 2022 abgeschlossenen Neubau des Hauses F verantwortete Salvia die Elektrotechnik.
„Durch die vorangegangenen Bauprojekte sind wir mit dem Bauherrn und dem Gesamtkomplex Klinikum Stuttgart gut vertraut", erklärt Geschäftsführer Filippo Salvia: "Das hilft uns, diesen neuen Meilenstein besonders effizient zu realisieren“,
Der Rückbau des Bestandsgebäudes von Haus A hat bereits 2024 begonnen. Die Baugrube wird als Vorableistung durch einen anderen Unternehmer erstellt. Die Gustav Epple
Bauunternehmung als erfahrener Generalübernehmer verantwortet beim Neubau die Ausführungsplanung sowie Rohbau, Dach, Fassade, Ausbau und Medizintechnik. Salvia ist innerhalb der Arbeitsgemeinschaft für die integrale Gebäudetechnik zuständig, also für Sanitär, Heizung, Klima, Lüftung, Elektro, Energieversorgung, Kommunikations- und Sicherheitstechnik sowie Gebäudeautomation.
Heico Zirkel: "Größte Herausforderung ist die Baulogistik"
„Die größte Herausforderung des Projektes ist die Baulogistik", sagt Gustav-Epple-Geschäftsführer Heico Zirkel: Gebaut werden soll in der Innenstadt, im beengten Bestand eines großen Klinikgeländes. Der Krankenhausbetrieb muss ungestört weiterlaufen. "Dies erfordert eine präzise Planung und Koordination, umfangreiche Interimsmaßnahmen und eine sorgfältige Taktung der Bauarbeiten“, so Zirkel.
Building Information Modeling (BIM) ermöglicht bei dem Projekt die digitale, vernetzte Planung und Ausführung. Alle relevanten Informationen werden zentral gebündelt. Termine, Kosten und Abläufe lassen sich präzise steuern und überwachen.
As-Built-Modell für den Bauherren
BIM wird so umfassend eingesetzt, dass der Bauherr nach der Fertigstellung ein As-Built-Modell erhält, samt aller Abmessungen, Materialien und während der Bauphase durchgeführten Änderungen, bis hin zur einzelnen Steckdose. Es dient als Grundlage für eine spätere Wartung, Instandhaltung oder Umbauarbeiten.
„BIM ist unverzichtbar bei einem solch großen Bauvorhaben im laufenden Krankenhausbetrieb mit engen Zeitfenstern und komplexer Technik", erklärt Zirkel. Es schafft ihm zufolge die nötige Planungssicherheit. Die Arbeit der unterschiedlichen Gewerke wird mit Methoden aus dem Lean Management koordiniert. In einem aufwändigen Inbetriebnahme-, Abnahme- und Übergabe-Prozess (IAÜ-Prozess) wird bei der technischen Gebäudeausrüstung auf einen kontrollierten, koordinierten, dokumentierten und systematischen Ablauf geachtet. Die Vorgaben basieren auf den Nutzeranforderungen zum Inbetriebnahme Management und zur Qualitätssicherung.
Das Klinikum Stuttgart, Standort Mitte, wird bis 2033 in mehreren Abschnitten neu gebaut. Bereits fertiggestellt und in Betrieb genommen sind das Haus
Z sowie die Neubauten der Häuser G und F. Nach dem Neubau Haus A soll später gefolgt der des Hauses BE folgen. Diese Gebäude bilden mit Haus F einen zusammenhängenden Komplex.
Fotovoltaik auf dem Dach
Das Haus A verfügt nach Fertigstellung über drei unterirdische und acht oberirdische Geschosse. Zu den wesentlichen Funktionseinheiten gehören 17 Operations-Säle im ersten Bauabschnitt, mehrere Eingriffsräume, Intermediate Care- und Regelleistungsstationen, eine Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte, die Interdisziplinäre Notaufnahme sowie Funktionsdiagnostik der Urologie. Auf dem Dach entsteht ein neuer Hubschrauberlandeplatz. Nachhaltigkeit hat bei dem Bauprojekt einen hohen Stellenwert: Abwärme wird zum Heizen genutzt, Wärmepumpen und Fotovoltaik auf dem Dach sowie eine effiziente Gebäudehülle sorgen für ein gutes Raumklima bei niedrigem Energieverbrauch.
Bild oben: Bei der Vertragsunterzeichnung am 7. November 2025: Gustav-Epple-Geschäftsführer Heico Zirkel, Marya Verdel, Kaufmännische Vorständin Klinikum Stuttgart, Salvia-Geschäftsführer Filippo Salvia und Klinikum-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Jan Steffen Jürgensen.
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