Systembau - . Redaktion

Der Neubau besteht aus zwei separaten Büroriegeln, die über einen zentralen Mittelbau miteinander verbunden sind.  (Foto: Alho Systembau GmbH)
Der Neubau besteht aus zwei separaten Büroriegeln, die über einen zentralen Mittelbau miteinander verbunden sind. (Foto: Alho Systembau GmbH)

Gebaut, um zu bleiben

Büro- und Verwaltungsgebäude für die Caritas in Alho-Modulbauweise

Morsbach – Die Modulbauweise ist bei den Planungen der Wohnungsbaugesellschaft GEWO Wohnen GmbH im rheinland-pfälzischen Speyer zur festen Größe geworden. Nach einigen Kindertagesstätten ist seit Anfang 2017 das neue Verwaltungsgebäude für den Caritasverband der Diözese Speyer in der Nikolaus-von-Weis-Straße jedoch das erste Modulbau-Geschäftshaus, das der Immobilien-Dienstleister mit Alho realisiert hat. Als dreigeschossiger Neubau stellt es das bislang größte Modulgebäude in der Domstadt am Rhein dar und soll Vorzeige- wie Vorreiterprojekt für weitere Modulbauten sein.
Durchweg sehr gute Erfahrungen habe man bislang mit den „fliegenden Bauten“ von Alho gemacht, sagt GEWO-Geschäftsführer Alfred Böhmer und meint dabei das immer wieder beeindruckende Szenario, wenn an riesigen Kränen hängend, die Module in Windeseile auf der Baustelle aufeinandergestapelt und zu hochwertigen Gebäuden verbunden werden. Doch eine „bauliche Anlage“, die bestimmt ist, wiederholt aufgestellt und abgebaut zu werden – ist das solide geplante und inzwischen begeistert genutzte Bauwerk in der Praxis keineswegs. Solide, wie Stein auf Stein nur viel schneller errichtet und weitaus flexibler in der weiteren Nutzung wurde es vielmehr: Gebaut um zu bleiben.
„Von Anfang an eine klare Gesamtkalkulation zu haben, ist für uns als Immobilien-Dienstleister sehr wichtig. Beruhigend, dass wir uns bei Alho auf absolute Kostensicherheit verlassen können“, sagt Alfred Böhmer. „Und auch was die Termintreue anbelangt, ist das Unternehmen ein Garant“.
Alho hatte einen recht ehrgeizigen Zeitplan für die Errichtung des modernen, dreigeschossigen Büro- und Verwaltungsgebäudes aufgestellt: In nur fünf Monaten sollten aus den präzise im Werk vorgefertigten 99 Einzelmodulen auf drei Etagen lichtdurchflutete Büros und Aufenthaltsflächen für 140 Angestellte des Caritasverbandes entstehen.
„Wie immer war die Beratungs- und Abwicklungsbetreuung durch Alho sehr professionell und kompetent“, sagt Alfred Böhmer. „Wir sind hoch zufrieden mit dem Bauergebnis. Ich wüsste nicht, was noch hätte besser gemacht werden können“.

Ein Haus, das Lieblingsplätze bietet
Der barrierefrei konzipierte Verwaltungsbau mit Besprechungsräumen und großem Aufenthaltsraum besteht aus zwei separaten Büroriegeln, die mit jeweils eigenen Etagenküchen und Sanitärbereichen versehen sind. Alfred Böhmers Lieblingsplatz im Haus ist der großzügige, offene und helle Eingangsbereich, der hohe Aufenthaltsqualität bietet. Mit einer hochwertigen Pfosten-Riegel-Fassade verglast, verbindet er die beiden Bauteile zentral in der Mitte und sorgt für Übersichtlichkeit und gute Orientierung. Die freitragende Stahlskelettstruktur der Modulbauweise mit ihren nichttragenden Wänden garantiert dem Gebäudekomplex eine hohe Flexibilität. Da Innenwände versetzt oder geöffnet werden können und Aufstockungen wie auch Anbauten jederzeit möglich sind, ist die Anpassung an sich wandelnde Arbeitsanforderungen kein Problem.

Alles aus einer Hand
Die Alho Systembau GmbH stellte als Generalunternehmer nicht nur die benötigten Module her, sondern sorgte bis zur Schlüsselübergabe für einen zeitlich und logistisch mustergültig geplanten Bauablauf. Die serielle Vorfertigung der Module unter gleichbleibenden Bedingungen ermöglicht eine Effizienz und konstante Qualität, wie sie im Massivbau nur schwer umzusetzen ist. Daraus ergeben sich für Bauherren und Investoren konkrete Vorteile. Einer davon ist die Planung und Realisierung des Gebäudes aus einer Hand. Alle am Bau beteiligten Gewerke arbeiten im Auftrag des Modulherstellers und unter seinem Dach. Das vereinfacht die Ausschreibungen, verbessert die Zusammenarbeit und verhindert Baufehler. Bauherr und Architekt benötigen nur einen einzigen Ansprechpartner – eine enorme organisatorische Erleichterung.
Alho-Modulgebäude sind baukonstruktiv und bauphysikalisch ausgereift und energietechnisch optimiert. Sie erfüllen alle bauordnungsrechtlichen Anforderungen sowie DIN-Vorgaben hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz und Wärmeschutz. Damit sind die modularen Gebäude konventionell errichteten Bauten absolut gleichgestellt. Das gilt sowohl für Qualität und Werthaltigkeit als auch für die architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten. Betreiber und Stadt versprechen sich von dem modernen Verwaltungsgebäude vor allem auch Vorteile in puncto Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Heizen und Kühlen erfolgt über eine hocheffiziente Wärmepumpe, die Stromerzeugung über eine Photovoltaik-Anlage. Nachhaltiger Ressourceneinsatz, intelligente Gebäudetechnik und hohe Flexibilität sowie die Möglichkeit zur späteren Umnutzung führen dazu, dass das Gebäude über den gesamten Lebenszyklus betrachtet um rund 12 Prozent günstiger zu realisieren war als ein vergleichbares, konventionell errichtetes Haus.

 

NACHGEHAKT 

Kurzinterview mit der zuständigen Alho-Projektleitung und dem Logistikteam 

Bei Großaufträgen werden gleich komplett eingerichtete Mustermodule gefertigt

DER BAUUNTERNEHMER (DBU): GEWO-Geschäftsführer Alfred Böhmer schätzt nicht nur die Produkte von Alho, explizit lobt Böhmer die „Beratungs- und Abwicklungsbetreuung“ des Modulbauunternehmens. Welche thematischen Gebiete umfasst die Beratungsleistung von. Wie ist diese organisiert? Welchen Umfang hat diese Beratungsleistung?
Die Beratung bezieht sich bei Alho in erster Linie auf die Planungsphase. Alho unterstützt den Kunden und dessen Architekten, ein für das vorgesehen Grundstück und die Anforderungen optimales Modulraster zu finden oder setzt den Architektenentwurf passend für die Modulbauweise um. Der Kunde kann auf viele bewährte Detail­lösungen aus dem umfangreichen Erfahrungsschatz des Modulbauspezialisten zurückgreifen und erhält ein fundiert ausgearbeitetes Konzept, die Gestaltung, die Statik und auch die Bauphysik (Brand-, Schall- und Wärmeschutz) betreffend.
In der Phase der Modulproduktion bietet Alho dem Kunden an, „seine“ Module bei der Fertigung im Werk zu besichtigen und sich so auch von der Qualität der Vorfertigung zu überzeugen. Bei großen Aufträgen, wie etwa dem Bau einer Klinik oder im Wohnungsbau werden sogar komplett eingerichtete Mustermodule gefertigt. Die Bauabwicklung übernehmen ein erfahrener Projektleiter als Ansprechpartner für den Kunden und ein Bauleiter, der vor Ort die Modulmontage und die Ausbaugewerke koordiniert. Auf Wunsch bietet Alho die Wartung des Gebäudes auch im laufenden Betrieb an oder vermittelt kompetente Partner für die Wartung.

DBU: Das neue Verwaltungsgebäude in Speyer besteht aus insgesamt 99 vorgefertigten Einzelmodulen. Daraus ergibt sich ein enormer Anlieferungsverkehr per LKW. Wie handhabt Alho diese Anlieferungen in innerstädtischen und beengten Lagen?
Wie die Anlieferung der Module erfolgt, wird von den Logistikprofis bei Alho schon in einer sehr frühen Phase der Planung geprüft und vorbereitet. Die Platzverhältnisse können dann bereits berücksichtigt werden, wenn es darum geht, das Modulraster und die daraus folgenden Modulgrößen festzulegen. Die Module werden dann per Schwertransport im Konvoi von drei bis sechs Fahrzeugen über Nacht nach einem logistisch optimierten System, das sich unter anderem an der Reihenfolge der Montage orientiert zur Baustelle gebracht. Im Durchschnitt können an einem Tag etwa sechs bis zehn Module montiert werden. Die gesamte Modulmontage dauert in der Regel nur wenige Tage, womit das Zeitfenster für Beeinträchtigungen durch die nächtliche Anlieferung und – im Falle von Bauarbeiten im Bestand – eine Störung des laufenden Betriebs überschaubar bleibt.

DBU: Hat ein eingeschränkter oder limitierter Zugang zum Baugrundstück Auswirkungen auf Aussehen und Nutzungsmöglichkeiten des fertigen Gebäudes?
Nein, dies hat weder Auswirkungen auf das Aussehen noch auf die Nutzungsmöglichkeiten des Gebäudes. Lediglich die Planung, bzw. die Auswahl des Modulrasters – welches wiederum die Größe der Module bestimmt – reagiert darauf.

Die Fragen stellte DBU-Redakteur Heiko Metzger 

 

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Erschienen in Ausgabe: Februar 2018 | Seite 36

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